Du wolltest es doch | Auch kleine Dinge sind bedeutend + Gewinnspiel

Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht.Quelle

Ein Klappentextausschnitt, der neugierig macht, zum Grübeln anregt und auf jeden Fall dafür sorgt, dass man herausfinden will, was hinter dieser Thematik steckt. Was ist auf der Party geschehen? Was ist wirklich mit Emma passiert? Was waren die Konsequenzen?


Gemeinsam haben wir uns total spontan dazu entschieden, eine Aktion zu dem Buch zu organisieren. Somit möchte ich eure Aufmerksamkeit wecken, in Form eines Brainstormings, denn ich glaube, dass es ein wirklich wichtiges Buch ist. Ich möchte Dinge aufzählen, die ich als unangenehm empfinde, wenn ich über das Thema Slut Shaming*, Feminismus und Missbrauch nachdenke, oder die mir generell so in den Sinn kommen, besonders auch bezogen auf die Schuldfrage – an dieser Stelle spreche ich also eine Triggerwarnung aus.

*Slut-Shaming ist die Praxis, Menschen zu kritisieren, insbesondere Frauen und Mädchen, von denen angenommen wird, dass sie die Erwartungen bezüglich Verhalten und Aussehen in Bezug auf Sexualität verletzen, beispielsweise weil sie sich „zu sexy kleiden“.

Du wolltest es doch

sexuelle Belästigung

ein komischer Blick

ein Kommentar

ein Spruch

eine Frage

ein Angebot

angefasst werden

Kleidung anfassen, verschieben

zu sexy

Forderungen

ein Nein nicht akzeptieren

ein Ja einfordern

Beleidigungen

Belästigungen

Grenzen überschreiten

unangenehm, unwohl

kurzer Rock, ja oder nein

kurze Hose, ja oder nein

lieber nicht.

viel Ausschnitt

durchscheinende Unterwäsche

Lippenstift

abends alleine raus

alleine im Zug oder Bus

alleine tanzen

Getränk bekommen

penetrantes Anbaggern

viel nackte Haut

zurücklächeln

ein Gespräch

Flirten

plötzlich unangenehm

Danke, kein Interesse

aber du hast doch

NEIN

du wolltest es doch.


Ich habe selber gemerkt, dass auch Kleinigkeiten oft dafür sorgen, dass man sich unwohl fühlt. Vieles redet man selbst klein, und doch lösen all diese Dinge etwas in einem aus. Doch eines steht fest – niemand ist selbst schuld an Dingen, die einem ungewollt zustoßen. Weder zu knappe Kleidung, zu viel Schminke, oder ein vermeintlich netter Blick, ein nettes Lächeln dürfen als Argumentation oder als Begründung, gar Rechtfertigung für eine übergriffige, missbräuchliche Handlung akzeptiert werden. Nein heißt Nein.

Zu der Idee des Beitrags kamen wir, weil wir das Buch entdeckt haben und die Thematik als wichtig empfinden. So wichtig, dass wir es nicht nur lesen und rezensieren wollten, sondern unsere Blogs für das Thema einsetzen wollten. Vielleicht konnten wir eure Aufmerksamkeit wecken. Gerne möchten wir euch die Möglichkeit bieten, ein Hardcoverexemplar von Du wolltest es doch zu gewinnen. Beantwortet dafür hier bei mir folgende Frage:

Fallen dir weitere Begriffe ein, die du als wichtig oder gar unangenehm empfindest bezogen auf die Thematik?

(niemand muss zu persönlich werden, jeder darf ganz allgemein bleiben!)

Ihr könnt Lose sammeln, indem ihr auch bei den anderen Beiträgen kommentiert:

#metoo bei Sarah Ricchizzi

Wenn Geschichten zum Nachdenken anregen bei Letterheart

Nein heißt Nein bei Beccas Leselichtung


Werbung | Louise O’Neill | Du wolltest es doch | empfohlen ab 16 | 368 Seiten | 18 € | übersetzt von Katarina Ganslandt | 25.07.2018 | Buch beim Carlsen Verlag | Amazon**

InhaltEmma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?Quelle

Teilnahmebedingungen: Es besteht die Möglichkeit, ein Exemplar des vorgestellten Buches (ohne Deko und Krimskrams) zu gewinnen. Um teilzunehmen musst du 18 Jahre alt sein. Der Rechtsweg und die Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Deine Daten, die du selber an den Verlag übermittelst, werden einmalig für den Versand des Gewinns verwendet. Eine Haftung für den Postweg ist ausgeschlossen. Der Teilnehmer ist damit einverstanden, dass sein Name öffentlich genannt wird und meldet sich im Falle eines Gewinnes innerhalb von 48 Stunden per Mail bei dem Verlag, die dafür nötige Mail-Adresse wird bei der Auslosung genannt. Ansonsten wird erneut ausgelost und ein Anspruch besteht nicht. Das Gewinnspiel läuft bis zum 04.08 um 23.59. Danach wird ausgelost und der Gewinner unter diesem Post erwähnt. Bitte beachte, dass aktuell Urlaubszeit herrscht und der Postversand ab Verlag ein wenig dauern kann.

Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für die Ermöglichung des Gewinnspieles. Mein Exemplar des Buches wurde selbst erworben.


Outtakes

Nachfolgend gibt es ein paar Impressionen unserer spontanen Aktion. Wir haben uns über das Buch ausgetauscht, das aktuell sehr häufig auf allen möglichen sozialen Medien in die Neuigkeiten gespült wird. Auch das Cover mit dem Kontrast zwischen niedlichem, unschuldigen Blümchenmuster und aggressiver roter Farbe auf den Beinen, macht einfach neugierig. Während dieses Austausches entstand die Intention, die Aufmerksamkeit nochmal etwas anders darauf zu lenken. Auch, wenn das Thema der Geschichte sehr ernst ist, hat die Zusammenarbeit und die Organisation der Beiträge und vor allem die der Fotos viel Spaß gemacht und super gut geklappt, obwohl es sehr spontan war. Meiner Meinung nach bietet so etwas nochmal einen ganz anderen Zugang zu den Geschichten und insbesondere der Austausch vor, beim und nach dem Lesen ist oftmals wahnsinnig bereichernd.

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Falls ihr noch mehr zu dem Thema und dem Buch erfahren möchtet, kann ich euch empfehlen, bei den Thementagen vorbeizuschauen, die an diesem Wochenende bei Ina’s Little Bakery, Fantasie und Träumerei und VairVetzt stattfinden.

35 Antworten auf „Du wolltest es doch | Auch kleine Dinge sind bedeutend + Gewinnspiel

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  5. valarauco

    Liebe Nicci,

    ein toller Beitrag! Slutshaming ist ein absolutes rotes Tuch für mich. Mir fallen nicht direkt begriffe ein, aber ich habe das nun schon so oft in Young Adult oder New Adult Büchern gelesen wenn es darum geht, die exfreundinnen des Love-Interest zu beleidigen, weil sie mehr als einen Sexualpartner hatten oder sich gerne sexy kleiden.
    Args. Ich könnte ausrasten bei sowas und bin oft kurz davor, das Buch wirklich weg zu legen, weil ich finde es sit egal wie eine Person sich kleidet und verhält. Man sollte trotzdem Respekt haben und Slut Shaming ist für mich nichts als Respektlosigkeit und Überheblich. Es widert mich regelrecht an!
    Allein während ich diesen Kommentar schreibe, werde ich regelrecht aggressiv :D

    Liebe Grüße,
    Marion

    1. Nicci Trallafitti

      Danke liebe Marion <3
      Hach, ich finde so etwas auch total ätzend. Auch wenn ein Mädel viele Kerle im Bett hatte, soll se doch machen wie se meint.. sie tut ja niemandem was. Muss ja jeder für sich entscheiden, ebenso die Kleidung.

      Haha oh je, das kann ich gut verstehen!
      Danke also für deinen Kommentar <3

  6. Pingback: Book Haul | Überschaubare Neuzugänge im Juli – Trallafittibooks

  7. Ivy

    Liebe Nicci,

    Hut ab für euer Engagement. ich finde es einfach großartig, dass ihr alle eure Reichweite für solch wichtige Themen nutzt. Die Fotos sind auch einfach richtig gut geworden <3 Ich habe schon viel Gutes über das Buch gehört und auch wenn ich es lesen möchte, bin ich mir unsicher, ob ich es gut verkrafte … ich bin hin und her gerissen, empfinde die Thematik allerdings als so wichtig, dass ich das Buch am Ende wohl doch lesen werde. Allein der Titel verursacht mir Gänsehaut am ganzen Körper.

    ich denke jede Frau hat schon mal eine ähnliche Situation erlebt. Auch wenn mir nie etwas so schreckliches passiert ist, wie es in dem Buch thematisiert wird (Gott sei Dank) habe auch ich mich schon häufig in Situationen wiedergefunden ,in denen ich mich in der Anwesenheit eines Mannes einfach unwohl gefühlt habe.

    Es fängt an mit kleinen Dingen, die man einfach so abtut, wenn man z. B. in einem Club von einem Kerl angesprochen wird und er auch nach dem dritten Nein noch immer vor einem steht und glaubt, mit seinem "Charme" doch noch etwas bewirken zu können.

    Ich muss immer an eine unserer letzten Weihnachtsfeiern denken. Ich saß neben einem männlichen Kollegen, schon etwas älter. Wir haben uns unterhalten, natürlich wurde auch getrunken, aber er rückte irgendwann immer näher, plötzlich lag sein Arm um meine Schulter und irgendwann auch seine Hand auf meinem Oberschenkel (ich trug ein Kleid). Zuerst war ich wie erstarrt, ich dachte mir nur so "Komm, er meint es nicht so, ist doch dein Kollege bla bla blubb" aber als er mir dann anfing etwas zuzuflüstern und seine Hand immer höher rutschte, bin ich einfach aufgestanden und gegangen und brauchte erst einmal ein paar Minuten, so angeekelt war ich; so schmutzig habe ich mich gefühlt. Solche Situationen kommen (leider) immer mal wieder vor, egal ob auf der Straße, im Fitness Studio, auf der Arbeit oder sonst wo …

    Manchmal hilft es ja nicht mal wenn man sagt, man sei in einer Beziehung. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich Kommentare wie "Eine Beziehung ist ein Grund, kein Hindernis" oder "Ich wette, ich kann dir viel mehr bieten als dein Freund" etc. pp. gehört habe.

    Manchmal habe ich gar keine Lust, irgendwohin zu gehen, weil ich einfach keine Lust habe, mich von irgendwelchen Männern anmachen zu müssen, nur weil ich ein kurzes Sommerkleid trage oder brauchfrei rum renne.

    Danke für diesen tollen Beitrag!

    Liebste Grüße
    Ivy

    1. Nicci Trallafitti

      Hach danke liebe Ivy <3
      Ich denke auch, dass die Thematik einfach wichtig ist und man dem Buch alleine deshalb eine Chance geben sollte. Und man kann ja Pausen machen, falls man es nicht gut verkraftet. :)
      Ich bin schon jetzt sehr auf deine Meinung gespannt.

      Das mit dem Arbeitskollegen klingt echt gruselig.. Tut mir leid, dass du so eine Erfahrung machen musstest. Man denkt erstmal irgendwie immer "Ach, das meint der nicht so, wir arbeiten schließlich zusammen". Aber vor allem wenn Alkohol im Spiel ist verliert manch einer echt seine Hemmungen und den Blick für angemessene Grenzen.

      Solche Sprüche gehen echt gar nicht. Und darüberhinaus ist es war oft hilfreich, wenn man in einer Beziehung hat, ABER ich finde das sollte nicht das Argument sein, dass Kerle das Baggern sein lassen, sondern weil sie mich als Person respektieren. Aber das ist leider oft zu viel verlangt.
      Ich kann verstehen, dass du manchmal gar keine Lust hast, irgendwohin zu gehen. ich frage mich auch oft: kann ich das anziehen? Und das will ich eigentlich gar nicht.

      Danke für dein ehrliches, ausführliches Feedback <3

  8. Pingback: Woche in Worten: #metoo – Sarah Ricchizzi

  9. Vanessa Callsen

    Huhu Nicci, toller Beitrag.

    Ich mache mir über genau diese Kleinigkeiten häufiger Gedanken. Früher eher gar nicht aber rückblickend kann ich mich an einige Momente erinnern wo die Kleinigkeit den Unterschied gemacht hätte. Mir ist nie etwas passiert aber ich glaube das zb. Die bloße Anwesenheit in einer Diskothek zb einige Männer auf die Idee bringt das Recht zu gewissen Dingen zu haben.

    Schlampe
    Wir können vor die Tür gehen
    Komm mit aufs Klo
    Nur mal anfassen
    Dann Streck eben die Brust nicht so heraus
    Ich geb dir auch einen aus
    Komisches grinsen

    Das sind spontan Dinge die mir dazu einfallen. So oder so ähnlich haben das glaube ich auch schon viele gehört. Bisher waren das für mich nur Sprüche und ich stehe da drüber aber Fakt ist das damit dennoch Grenzen überschritten wurden. Vor allem die Grenze von Respekt gegenüber anderen.

    Ich bin echt gespannt auf das Buch,
    Liebste Grüße Nessi <3

    1. Nicci Trallafitti

      Danke liebe Nessi <3

      Die Begriffe sorgen für eine Gänsehaut. Danke für deinen Kommentar. Ich finde dieses Thema einfach super wichtig. Grenzüberschreitend ist fast alles, was sowas betrifft. Egal ob verbal oder nonverbal.

      Liebe Grüße & viel Glück!

  10. Season of books

    Hallo Nicci,

    ich finde es super, dass ihr vier dazu einen Beitrag schreibt, denn ich denke, dass es unglaublich vielen Frauen so geht. Natürlich hat der ein oder andere sowas schon erlebt, abgegraben zu werden obwohl man es nicht will. Oftmals habe ich dann sowas gehört wie: „Stell dich nicht so an“, „Ist doch nur Spaß“… Das waren auch die ersten Dinge was mir dann zu deiner Frage eingefallen sind.
    Gott sei dank ist mir nie schlimmeres passiert und ich bete das es so bleibt.

    <3 Danielle

    1. Nicci Trallafitti

      Hey Danielle,
      das denke ich auch. Ich hoffe auch sehr, dass dir bzw uns nie etwas schlimmeres passieren wird. Alleine solche Blicke und doofe Sprüche reichen da schon.

      Liebe Grüße & viel Glück!

  11. Pingback: Leselaunen | Wochentrallafitti: Gang-Wochenende am Rande des Wahnsinns – Trallafittibooks

  12. Alex

    Hi :)
    Ich hab den Post noch gar nicht gelesen, wollte aber direkt schon mal etwas loswerden:
    Ich finde es echt toll, wie viel Mühe du dir für deine Beiträge gibst. Dass ist mir bei den Outtake-Bildern gerade mal wieder aufgefallen.
    Deshalb les ich deinen Blog so gerne, man merkt einfach dass es nicht nur so 0815 dahin geschrieben ist.
    Lg Alex

  13. Honest Magpie

    Zuerst einmal: Vielen Dank für eure tolle Aktion!

    Das Thema sexuelle Belästigung begleitet mich schon seit meiner Jugend. Ich bin leider oft Opfer davon geworden, weil ich durch meinen Asperger-Autismus sehr naiv und unsicher in sozialen Situationen bin. Ich weiß oft nicht, was gerade angemessen ist und was zu weit geht.

    Wenn daraus dann ein Missverständnis entstanden ist, habe ich auch zu hören bekommen „Du wolltest es doch“ oder „Du hast mich so angelächelt…“ etc. Mein Nett-sein wird mit Flirten verwechselt… in meiner Jugend war ich nicht stark oder selbstbewusst genug, um mich aus solchen Situationen wieder herauszubringen, sodass ich dann dachte „Okay, dann mach halt“ – ich dachte es wäre der Weg des geringsten Widerstands, wenn ich die Kerle einfach machen lasse – Augen zu und durch.

    Mittlerweile bin ich mir bewusster darüber und weiß, dass ich das Recht habe NEIN zu sagen!

    Liebe Grüße
    Melli aka. HonestMagpie

    1. Nicci Trallafitti

      Danke für deinen ehrlichen, ausführlichen Kommentar, liebe Melli. <3

      Jeder hat das Recht Nein zu sagen – zum Glück hast du das mittlerweile "gelernt". In der Jugend nimmt man leider vieles als gegeben hin, Hauptsache man hat dann seine Ruhe, oder so. Eigentlich total bescheuert, aber ich denke, jeder von uns hat so etwas mal erlebt. Vor allem tut man vieles als "ist halt so" und als Kleinigkeit ab, aber das ist nunmal dennoch bedeutend.

      Liebe Grüße & viel Glück!

  14. annafuchsia

    Liebe Nicci (wenn der Kommentar jetzt 2x da ist, tut es mir leid :D Am Handy weiß ich immer nicht, ob er jetzt fertig ist mit laden),

    Ein wundervoller Beitrag und mir fallen gleich zwei Dinge ein.
    Zum Einen kommt fast immer von jungen Männern, wenn man sagt, dass man reitet: Hey, reitest du auch Männer? Ein Kommentar, auf den ich bis heute keine schlagfertige Antwort weiß und mich einfach nur unwohl fühle. Ich weiß, sie wollen cool sein usw., aber was sie dabei bei dem Anderen auslösen, ist ihnen oftmals vermutlich gar nicht bewusst.

    Das Zweite bezieht sich auf das Fitnessstudio. Inzwischen habe ich mich an die Blicke gewöhnt, wenn ich eine Leggings an habe und Beine trainiere (auch schon skurril, wenn man überlegt, dass man aufgrund seiner Klamotten so angeguckt wird): Aber auch hier kommen oftmals genau dazu die Kommentare, wenn man dann zurück guckt: Du legst es doch drauf an, wenn du solche Klamotten trägst.Oh, Entschuldigung. Hose-Müllsack war gerade aus. Genauso wie ein Typ das morgens beim Training mal als Einladung gesehen hat, Hilfestellung zu geben. Ich stand n dem Gerät und a) kam er mir ziemlich nahe, was schon ziemlich unangenehm war und b) lag seine eine Hand an Stellen, die definitiv nicht der Rücken waren.
    Das war der einzige Moment, in dem ich im Studio, nachdem er auf ein Nein/Kannst du das lassen? nicht reagiert hat, etwas lauter geworden bin.
    In diesem Moment war ich so froh, dass es ein öffentlicher, wenn auch abgeschirmter, Bereich war.
    Daran merkt man manchmal, gerade wenn man es so aufschreibt, was man selber als „ich habe mich daran gewöhnt“ bezeichnet, obwohl man sich nicht daran gewöhnen sollte.
    Danke für diesen wundervollen Beitrag. Allein dadurch wurde ich schon zum Nachdenken und vor allem reflektieren angeregt.

    xo Anna ♥

    1. Nicci Trallafitti

      Huhu Anna!
      Ist er, aber das macht nix :-D
      Puh, dieser Reiten-Spruch ist echt mega daneben. Schlagfertig ist in diesem Fall echt schwer. Ich würde vermutlich antworten: Nein, ich habe Sex mit ihnen. Aber was verstehst du schon davon, wenn du Männer mit Tieren vergleichst.

      Das mit dem Fitte kenne ich, wobei mir zum Glück nichts „passiert“ ist. Blicke, ja. Aber mich hat nie einer angetatscht. Vielleicht hätte ich demjenigen ganz versehentlich ne 20er Scheibe über den Wirsing gehauen. :-D Upsi!

      Danke für dein Feedback <3
      Liebe Grüße & viel Glück!

  15. AnnaFuchsia

    LIebe Nicci,

    Wieder ein Mal ein wundervoller Beitrag. Was mir dazu immer wieder einfällt, sind mehrere Beispiele.
    Angefangen beim Reiten, wenn du, oftmals jungen Männern erzählst, dass du reitest und dann der Kommentar fällt: Oh, reitest du auch Männer? Damit musst du ja dann richtig viel Erfahrung haben. Ein Punkt, bei dem ich mich ziemlich fix unwohl fühle, weil was antwortet man darauf?
    Mir ist bis heute keine wirkliche Antwort darauf eingefallen, außer, dass ich mich dann meistens einfach wegsetze. Blöd, wenn so was mitten im Gespräch passiert.

    Oder auch im Fitnessstudio, wenn man Leggings trägt und Beintraining hat. Ich habe mich inzwischen an die Blicke gewöhnt (allein an dieser Aussage merkt man wie skurril das Ganze ist. Niemand sollte aufgrund seiner Klamotten als Ausstellungsobjekt betrachtet werden, aber naja, das Thema wurde bei euch ja in den Beiträgen auch schon genannt).
    Unwohl habe ich mich erst dann so wirklich gefühlt, als mir ein Typ „Hilfestellung“ geben wollte und mir zum Einen ziemlich dicht auf die Pelle gerückt ist und zum Anderen seine Hand an Stellen lag, die ganz eindeutig nicht der Rücken waren. Das war wohl der einzige Moment im Studio, in dem ich dann tatsächlich etwas lauter geworden bin, weil er auf ein normales Nein/Kannst du das bitte lassen nicht reagiert hat.
    Ein Nein ist halt für manche wirklich kein nein und das ist ziemlich beängstigend, wenn man selber mal in einer solchen Situation war… zum Glück war das noch ein öffentlicher Bereich, wenn auch abgeschirmt. Aber das haben Menschen immerhin mitbekommen…

    xo Anna ♥

  16. Daniela Schubert-Zell

    Begriffe würde ich jetzt nicht nennen, sondern eher die Thematik an sich.

    Jeder darf sich anziehen wie er will. Und kein Mensch hat das Recht, dann zu meinen, diese Person wäre Freiwild und man könne mit ihr machen was man will. Das finde ich immer total grausam.

  17. Passion4Books

    Mich schockiert dieses Thema. Ich finde es unglaublich, dass Frauen sich in den Augen mancher Männer nicht so anziehen, nicht so benehmen oder nicht so verhalten „dürfen“ wie sie es tun und sie deshalb als freiwild betrachten. Einzelne Begriffe, die noch nicht genannt wurden, fallen mir jetzt nicht ein.

    Ich finde eure Aktion richtig klasse und sehr wichtig. Macht weiter so :-)

    LG Anna

  18. Christina Hiemer

    Etwas ganz banales fällt mir in dem Zusammenhang noch ein.
    Ich trainiere seit knapp 2 Jahren regelmäßig im Fitnessstudio. Dort gibt es einen sehr kleinen, viel weniger gut ausgestatteten „Ladys Fit Bereich“ und im oberen Stockwerk dann den offenen, großen Trainingsbereich. Für mich war es von Anfang an ganz normal dass bei vollem Betrag den ich bezahle auch gerne alle Geräte und Bereiche nutze. Also trainierte ich von Anfang an oben „bei den Männern“. Das ging monatelang ohne irgendeinen Kommentar gut. Klar, man bekommt schon den ein oder anderen Blick zugeworfen- aber diese waren eher bewundernd als abschätzig. Aber dann kam dieser eine Vorfall, der mich doch geschockt hat.
    Freitagabends gegen 21 Uhr,- allgemein eine Uhrzeit wo wenig Leute dort trainieren. Ich war gerade dabei mich warm zu laufen, als „er“ die Treppe hoch kommt. Sein Blick war abschätzig und hat mir tatsächlich einen richtigen Schauer über den Rücken gejagt. Ich trainierte weiter und ging schließlich zu einem der Geräte.
    Und da kam er – der Satz den ich sehr sehr schockierend fand.
    ZITAT:
    „Wer ‚hier oben‘ trainiert WILL angegafft werden. Also stelle dich mal nicht so an!“.
    Das war die Antwort auf meine Frage „Wieso er so starren würde.“
    Ich solle doch runter zu den anderen Mäusen gehen wenn ich das nicht abkönne. Als wäre man so ein Stück Rind in der Fleischauslage.
    Ich war total perplex und wusste nicht was ich darauf noch entgegnen sollte.

    Ein Glück habe ich den Typen danach nie wieder im Gym gesehen, aber der bittere Beigeschmack dieser Begegnung blieb einige Zeit bestehen….

    1. Nicci Trallafitti

      Liebe Christina,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar.
      Sowas geht echt überhaupt nicht. Es tut mir sehr leid, dass du so eine Erfahrung machen musstest. Solche Kerle sollten aus dem Studio geworfen werden. Zum Glück sind nicht alle so.

      Liebe Grüße & viel Glück!

  19. Sheila

    Guten Morgen,

    Ich find es toll das ihr dazu so tolle Beiträge geschrieben habt. 😊
    Mir fallen ein:
    Wehrlos
    Vorurteile

  20. Flidra

    Hallöchen,
    erstmal toll, dass ihr Beiträge dazu schreibt – es ist auch für mich ein wirklich wichtiges Thema!

    Nun zu den Begriffen:
    -wehrlos
    -Situation ausnutzen
    -„ausversehen“ berühren
    – Chikan
    – kein Interesse
    -ahnungslos
    – netter Abend wird zum Albtraum…

    Es ist schon sehr traurig für unsere Gesellschaft, dass man solche Dinge besprechen muss…

    Liebe Grüße,
    Flidra

  21. Pingback: Du wolltest es doch |#metoo – Sarah Ricchizzi

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