Rezension: Weird Girls von Gráinne O’Hare

Die Freundinnen Maggie, Harley und Róise, erlebten in einer WG in Belfast ihre wilden 20er. Nach dem schrecklichen Verlust ihrer Freundin Lydia steht ihre Freundinnenschaft vor dem Aus.

Werbung: Das Buch ist ein E-Book-Rezensionsexemplar, das ich vom Verlag via NetGalley für eine ehrliche Rezension erhalten habe.

Weird Girls bei Amazon
Autor*in: Gráinne O’Hare, Übersetzer*in: Anna-Nina Kroll
Seitenzahl: 298, Preis: 18,99 € (E-Book)

„Weird Girls“ ist aktuell in aller Munde, und ich war allein wegen des fancy Designs super neugierig. Ich wollte einfach wissen, was sich hinter dem Leo-Muster und dem catchy Titel verbirgt.

In dem Buch geht es um die drei Freundinnen Maggie, Harley und Róise, die in einer WG in Belfast ihre wilden 20er erlebt haben. Der Tod ihrer WG-Mitbewohnerin und Freundin Lydia reißt ein riesiges Loch in das Leben der drei, und jede versucht nun auf ihre eigene Weise, mit der Trauer und dem Verlust umzugehen.

»Ich weiß nicht, wo ich mit dieser ganzen Wut hinsoll. Lydia ist tot, und du willst Freunde sein, und ich habe diese ganze nackte Wut in mir, die kein verficktes Ventil findet.«

Gráinne O’Hare, Weird Girls (Kindle-Positionen 3395-3396)

Es ist eine Geschichte über das echte, ungeschönte Leben von Frauen, die impulsiv und chaotisch versuchen, ihren Platz in der Welt und in dieser Dreier-Konstellation zu finden. Das Ganze ist verpackt in eine Story über Loyalität und das Erwachsenwerden, bei der sich die drei Frauen allerdings komplett in destruktiven Verhaltensmustern verlieren.

Der Schreibstil ist wirklich angenehm, er liest sich super flüssig und könnte quasi eine TV-Show sein. Es ist rau und ehrlich, aber für mich auch irgendwie problematisch. Das Buch zeigt ein „authentisches WG-Leben“, das eigentlich eher exzessiv ist. Der Rausch ist ein ständiger Begleiter in der Trauer, und es gibt einen massiven, gefühlt permanenten Drogenkonsum von Koks und Alkohol, der komplett ungefiltert und ohne kritische Einordnung bleibt. Mir persönlich war diese Bagatellisierung von Konsum einfach zu viel.

Man muss gar nicht zwingend gut finden, was die Charaktere machen oder wie sie wirken, aber für mich wurde der Umgang mit dem Verlust oft viel zu sehr durch das Partyleben und den Dauerkonsum überlagert. Dadurch war die Handlung insgesamt für mich wenig greifbar, auch wenn das vermutlich recht realistisch dargestellt ist. Also ja, der Titel ist obviously „Weird Girls“, aber für mich war das Weirdeste eigentlich der Fakt, dass dieser Lebensstil so gewollt gewirkt hat. Im Sinne von: Omg, wir sind in unseren 20ern und konsumieren daily Koks und Alk, omg.

Trotzdem fand ich sowohl die ehrlichen und ernsten Gespräche unter den drei Freundinnen als auch die der Frauen mit Personen aus dem Umfeld richtig gut. Und über die lockeren Dialoge musste ich oft schmunzeln.

»Das ist hier keine RomCom, Harley; du brauchst keine geheime Leidenschaft fürs Cupcake-Backen.« »Ich weiß, aber ein anderes Hobby als Saufen wäre doch irgendwie mal ganz nett. Ash von der Arbeit liest einfach die ganze Zeit. Weißt du noch, wie ich immer gelesen hab?« »Du hast doch gut Klavier gespielt.« »Ich hab bekanntermaßen scheiße Klavier gespielt.«

Gráinne O’Hare, Weird Girls (Kindle-Positionen 1260-1263)

Ich habe in der Kindle-Version am PC übrigens einfach mal verschiedene Begriffe gesucht und war, obwohl ich das Buch ja gelesen habe, trotzdem überrascht über die Häufigkeit:

  • Koks: 11 Treffer
  • Line: 22 Treffer
  • Tütchen: 14 Treffer
  • MDMA: 3 Treffer
  • Tequila: 17 Treffer
  • Wein: 29 Treffer
  • Wodka: 7 Treffer
  • Whiskey: 20 Treffer

Fazit: „Weird Girls“ ist eine chaotische, ehrliche Geschichte über drei Frauen, die den Verlust ihrer Freundin verarbeiten und sich dabei in impulsiven Aktionen verlieren. Wer wilde, raue Geschichten über Freundinnenschaften mag, für den ist es durchaus ein solider Buchtipp. Für mich persönlich war es aufgrund des extremen Fokus auf den Konsum und diesem „Gewollten“ insgesamt aber kein Must-Read.

Bewertung: 3.5 von 5.

Kategorie: Zwischendurchlektüre

Inhalt zum Aufklappen

In einer WG in Belfast haben die Freundinnen Maggie, Harley und Róise ihre wilden Zwanziger erlebt. Doch nach dem schrecklichen Verlust ihrer Freundin Lydia droht die Freundschaft zu zerbrechen. »Weird Girls« ist eine bittersüße Geschichte darüber, dass das Leben nicht rosarot ist, aber echte Freundinnen immer füreinander da sind.

Quelle: NetGalley


Ich bin Nicci und arbeite als Freelancerin & Bloggerin. Wenn ihr meinen Content mögt, könnt ihr mich gerne über Ko-fi mit einem kleinen Geldbetrag unterstützen. Darüber freue ich mich sehr. Danke

Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin Nicci

nicci

Seit Oktober 2022 lebe ich in Kärnten (Österreich) und schreibe hier über alles, was mich beschäftigt und mir Spaß bereitet – etwa Bücher, verschiedene Videospiele, Filme und Serien. Ich liebe Horror, feministische Bücher, kleine Roboter und Kaffee.

Weitere Infos zu meiner Person & Kooperationsmöglichkeiten gibt es hier.

Kontakt

bewertungskategorien

Mein Blog zum Hören:

Falls du mich mit einer kleinen Spende finanziell unterstützen möchtest:

Unser Podcast über Gaming, Bücher & Popkultur auf Spotify: