Rezension: Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon

Umgeben von wunderschönem Briefpapier lernt Hyoyeong nach einem Schicksalsschlag in einem entschleunigten kleinen Briefladen, durch die Geschichten anderer Menschen wieder zu sich selbst zurückzufinden.

Werbung: Das Buch ist ein E-Book-Rezensionsexemplar, das ich vom Verlag via NetGalley für eine ehrliche Rezension erhalten habe.

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand bei Amazon
Autor*in: Baek Seungyeon, Übersetzer*in: Sebastian Bring
Seitenzahl: 369, Preis: 18,99 € (E-Book)

Ich habe „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ in meinem Buchclub gelesen, was total gut gepasst hat, da ich das Buch ohnehin obviously lesen wollte (und es als E-Book angefragt hatte).

Ich glaube, manche Leser*innen hatten ein bisschen falsche Erwartungen an das Buch und finden es dementsprechend zu ruhig oder gar langweilig. Es wird aber tatsächlich genau damit beworben, dass es für alle ist, die Entschleunigung suchen. Und exakt das bekommt man hier auch.

Schon der Einstieg macht Lust auf mehr. Es wirkt ruhig, aber ich mochte die Stimmung im Briefladen von Anfang an. Es war, als wäre ich selbst mit der Mitarbeiterin vor Ort. Die Geschichte ist eine ruhige Erzählung mit emotionalen, schönen und teilweise humorvollen Briefen, die man so zu lesen bekommt.

Die Schicksale der Charaktere haben mich total interessiert, vor allem die Geschichte des alten Mannes mit den Rosen und seiner verstorbenen Frau fand ich wahnsinnig berührend. Mit jedem Brief hat mich Woncheols Geschichte mehr gecatcht, und ich habe so gehofft, dass jemand Tolles seinen Brief erhält und ihm was zurückgeben kann.

Ich fand es auch richtig gut, wie Hyoyeong sich mit sich selbst beschäftigt, sich reflektiert und dazulernt. Und die Dynamik mit Yeonggwang war einfach total cute. Vor allem, wie beide am Weihnachtsbaum saßen und das zusammen genossen haben.

Dass manches hingegen nur am Rande erwähnt wird, fand ich ein bisschen seltsam, so wie das mit dem Pop-up-Store zum Beispiel. Davon war vorher nie die Rede und plötzlich gab es schon konkrete Pläne und Konzepte. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Ich mochte es total, dass selbst so random Briefe einem immer irgendwas mitgeben, woraus man was für oder über sich selbst lernen kann.

Im letzten Abschnitt kam dann sogar noch ein bisschen Tempo in die Geschichte. Die Auflösung des Problems, das eigentlich im Mittelpunkt stand, fand ich super gelöst und das Ende war einfach nur cute und wholesome. Am coolsten fand ich aber den Nachtrag, denn dort erfährt man, dass es sich tatsächlich um echte Briefe handelt, die im Buch abgedruckt wurden.

Apropos abgedruckt: Ich LIEBE das Cover des Buches und finde es total passend zur Geschichte. Es fängt den Vibe richtig gut ein.

Fazit: „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“ war für mich mal etwas ganz anderes: entschleunigend, hoffnungsvoll und einfach durch und durch wholesome. Ich habe fast einen ganzen Monat an dem Buch gelesen, aber genau das war für mich das Besondere daran. Zu dem Zeitpunkt hatte ich viel um die Ohren, und nach stressigen Tagen war das Buch meine perfekte kleine Auszeit, um abzuschalten und wahrlich zur Ruhe zu kommen.

Erwartet aber wirklich keine aufregende Handlung. Gegen den Briefladen wirkt quasi jedes andere Cozy Buch wie ein Actionfilm, lol. Doch genau dieses Sanfte hat es ausgemacht.

Auch Wochen später denke ich noch an den Briefladen zurück, an die besonderen Menschen, die kleinen Momente und die Atmosphäre. Ich habe es wahnsinnig genossen und hoffe sehr, dass ich noch weitere Bücher dieser Art finde.

Bewertung: 4 von 5.

Kategorie: Liebling

Inhalt zum Aufklappen

In dem Briefladen, in dem die Zeit stillstand, umgeben von schönsten Dingen, lernt Hyoyeong nach einem schweren Schicksalsschlag, das Leben wieder zu spüren. Sie hört die Geschichten von Menschen, die ihre Hoffnungen, Ängste und Träume zu Papier bringen, und lernt dabei nicht nur neue Freund*innen kennen, sondern auch, wie man zu sich selbst zurückfindet.

Quelle: NetGalley


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Seit Oktober 2022 lebe ich in Kärnten (Österreich) und schreibe hier über alles, was mich beschäftigt und mir Spaß bereitet – etwa Bücher, verschiedene Videospiele, Filme und Serien. Ich liebe Horror, feministische Bücher, kleine Roboter und Kaffee.

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