Rezension: Holly Black – Der Prinz der Elfen

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Holly Black – Der Prinz der Elfen | cbt | Originaltitel: The Darkest Part of the Forest | Übersetzt von: Anne Brauner | Einzelband | 03.04.2017 | 416 Seiten | HC 16,99€ / eBook: 13,99€ | Amazon** | Buchhandel

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen… [Quelle]

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Dafür war Hazel sicher, dass Normalität umso attraktiver wurde, je weiter man von ihr entfernt war.
[Der Prinz der Elfen, Holly Black, S. 153]

Zwei Geschwister, die total unterschiedlich sind, skurrile Charaktere, magische Wesen, Fantasy in einem modernen Setting, Rollenumkehr und eine düstere Atmosphäre. Eine Geschichte, die anders ist, als das was ich bisher kennengelernt habe, ein Schreibstil, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Es geht um Hazel und Ben, um ein Wechselbalg und einen Prinzen, der nicht die ganze Zeit im Mittelpunkt steht, in einem Ort namens Fairfold, der an das Elfenreich anschließt, welches zahlreiche märchenhafte Aspekte bedient.

Nach dem verwirrenden Anfang konnte mich die Geschichte durch viele sehr gelungene Aspekte in den Bann ziehen. Zunächst fand ich insbesondere die Protagonistin Hazel total komisch, ich benötigte eine Zeit um mit ihr warm zu werden. Aufgrund ihrer starken, coolen und mutigen Art gelang mir das aber zum Glück im Verlauf. Es handelte sich um eine taffe Heldin, die sich selbst retten und gut für sich sorgen konnte. Ihr Bruder Ben hingegen wirkte eher feminin und weich, ich hatte das Gefühl, dass in dem Buch einige Rollenklischees gekonnt durchbrochen wurden. Auch der Prinz, der optisch sehr interessant beschrieben wurde (ich hätte mir Illustrationen gewünscht) stand als solches nicht durchgehend im Mittelpunkt des Geschehens, ebenfalls ging es überhaupt nicht darum, eine Prinzessin zu finden.

Die Geschichte beinhaltete eine angenehme Mischung aus modernen und fantastischen, magischen Elementen, wobei letztere für mich überwogen haben. Es gab Menschen und ein Wechselbalg – Jack, der von den Elfen abstammte. Auch traf ich auf das kleine Volk (Elfen) und andere magische Wesen und Monster, wie Wasserhexen, einen Barghest (Wikipedia: magischer schwarzer Hund mit riesigen Reißzähnen und Klauen), den Erlkönig und einen gehörnten Jungen. Mir persönlich waren fast alle der Wesen bisher eher unbekannt, ich fand es schön, sie in einem Buch anzutreffen und etwas über sie zu erfahren, die Beschreibungen gefielen mir besonders gut. Die Atmosphäre wirkte insgesamt märchenhaft und düster. Die Rolle und Entwicklung des Ungeheuers fand ich ziemlich cool.

Dadurch, dass ich den Klappentext nie lese, bevor ich ein Buch beginne, gab es zahlreiche Überraschungen für mich die Handlung und Charaktere betreffend. Die Thematik war für mich komplett neu und durch den Schreibstil lebhaft umgesetzt. Besonders schön fand ich die frischen Rückblicke in die Kindheit der beiden Geschwister. Den Aspekt mit den Hippie-Eltern hätte ich gerne noch näher betrachtet, insbesondere die Vergangenheit und die entstandenen Konsequenzen für die Kids betreffend, was in Kurzform angerissen wurde. Die Darstellung des Volkes von Fairfold und dessen teilweise starre und voreingenommene Ansichten fand ich gelungen.

Der Prinz der Elfen konnte mich nach kleinen Startschwierigkeiten überzeugen. Besonders gut gefielen mir die märchenhafte, düstere Atmosphäre, die Vielfalt der Charaktere und Wesen und die frische Thematik. Die Protagonistin Hazel beeindruckte mich durch ihre coole, mutige Art. Angenehm war vor allem, dass sie nicht gerettet werden musste, sondern ihre eigene Heldin war. Ein Buch der Kategorie Buchtipp.

Ben erzählte Geschichten. Hazel machte Geschichte.
[Der Prinz der Elfen, Holly Black, S. 246]

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Weitere Meinungen

„Insgesamt haben sowohl die Charaktere als auch die Story sehr viel Potential, das leider nicht ausgeschöpft wurde.“ – Miss Foxy reads

„Erfrischend andere Charaktere und ihre stetige Entwicklung treiben den Leser an, immer mehr zu erwarten und weiterzugraben.“ – his and her books

„Ein großer Pluspunkt des Buches, welcher eigentlich völlig überraschend kam, war die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Homosexualität.“ – Chaoskingdom

 

 

Vielen Dank an den cbt Verlag für das Rezensionsexemplar*.

7 Kommentare zu „Rezension: Holly Black – Der Prinz der Elfen

  1. Huhu Liebes,

    Mal wieder eine tolle Rezension!
    Ich lese direkt vor dem Lesen auch nie den Klappentext und bin dann immer wieder überrascht, was da so manchmal auf einen zukommt 😉
    Magisterium konnte mich ja schon nicht so begeistern und als ich dann die vielen Kritiken gelesen habe, hatte ich das Buch eigentlich schon für mich abgehakt.
    Allerdings klingt ein „märchenhaft-düsterer“ Schreibstil genau nach meinem Geschmack 😉

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

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