Rezension: Martin Suter – Elefant

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Martin Suter | Elefant | Diogenes Verlag | 18.01.2017 | 352 Seiten | HC: 24,00€ / eBook: 20,99€ | Amazon**

Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdach­losen Schoch, der dort seinen Schlafplatz hat. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte daraus eine weltweite Sensation machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tiers begleitet hat, ist der Meinung, etwas so Besonderes müsse versteckt und beschützt werden. [Quelle]

 

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar*.

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In der Lektüre ging es um den Protagonisten Schoch, ein Obdachloser mit einem Alkoholproblem, der plötzlich auf einen kleinen rosa Elefanten traf. Daraufhin nahmen die Ereignisse ihren Lauf, denn Genforscher Roux ist auf der Suche nach dem Elefanten, ebenfalls Kaung, der burmersische Elefantenflüsterer. Auch Tierärztin Valerie spielte in dem Konstrukt eine große Rolle.

Schoch war mir trotz – oder aufgrund? – seiner eigenbrötlerischen Art sympathisch. Meiner Meinung nach war die Rolle des Elefanten für die Geschichte sehr intelligent eingesetzt, auch wenn die gesamte Idee natürlich zugleich skurril wirkt, insbesondere bezüglich der Ausmaße, die sie zum Ende hin angenommen hat. Mir hat der Verlauf und die Entwicklung der Geschichte sowie des Protagonisten richtig gut gefallen. Ich ging mit keinerlei Erwartungen an das Buch heran, ebenfalls las ich nicht den Klappentext vorher, womit ich völlig unvoreingenommen war.

Mein Liebling in der Geschichte war, neben dem kleinen Elefäntchen, wie es liebevoll genannt wurde, der Elefantenflüsterer Kaung. Er war unfassbar liebevoll und klug, er setzte sich für jeden einzelnen Elefanten, mit dem er arbeitete, ein und faszinierte mich besonders durch seinen Blick für das Gefühlsleben der Tiere und seine Kommunikation mit ihnen.

Besonders spannend fand ich natürlich die kleinen und großen Verfolgungsjagden die mal mehr, mal weniger tragisch endeten. Den Einfluss des Elefanten auf Schoch fand ich bezeichnend und gut dargestellt. Schoch, der obdachlos ist und keinerlei Verantwortung übernehmen wollte, fand dank dieses kleinen Wesens nach und nach in einen normalen Alltag zurück. Auch Valerie trug wesentlich dazu bei, was ich sehr angenehm fand. Ich mochte ihre Rolle als Gassentierärztin, die ein Herz für alles und jeden besaß, was durchaus mit an ihrer Vergangenheit und familiären Situation lag und wesentlich zur Geschichte beigetragen hat. Natürlich gab es auch ein paar „böse“ Charaktere, die meiner Meinung nach ebenfalls gelungen dargestellt wurden. Sobald Roux ins Bild trat, ahnte ich Schlimmes.

Sehr angenehm empfand ich übrigens die sehr kurzen Kapitel, die dafür sorgten, dass ich stets weiterlesen wollte – nur noch ein Kapitel, was letztendlich dazu führte, dass ich das Buch in wenigen Tagen durch hatte. Auch die Erzählperspektive der dritten Person fand ich passend, da man dadurch immer einen Einblick in die verschiedenen Handlungsstränge der verschiedenen Charaktere bekam. Die optische Gestaltung gefiel mir durch die Schlichtheit richtig gut. Die Gentechnik-Thematik wurde passend und gut verständlich dargestellt, sodass ich nie das Gefühl bekam, dass mir spezifische Hintergrundinformationen fehlten. Der Einblick in die Welt der Gentechnologie war informativ, besonders interessant fand ich die Schilderung beider Seiten.

Elefant konnte mich durch einen angenehmen Schreibstil, der trotz besonderer Thematik nie zu fachlich wirkte, durch authentische Protagonisten und ein niedliches kleines Wesen in einem spannenden Kontext sowie einer interessanten Entwicklung mit emotionalen Ausgang überzeugen. Meinerseits ein Buchtipp.

„Warum hast du das getan?“
Sie brauchte sich die Antwort nicht zu überlegen. „Aus Ehrfurcht.“
„Vor den Tieren?“
„Vor dem Leben.“
[Elefant, Martin Suter, S. 278]


Weitere Meinungen

„Ein absolut wundervoller Roman, der perfekt eine emotionale sowie spannende Geschichte zwischen Genexperimenten und diversen Lebensgeschichten spannt.“ – Bella’s Wonderworld

„Martin Suters Art Geschichten zu erzählen und Handlungen zu verweben hat mich wirklich begeistert“ – Stehlblüten

„Das Hörbuch überzeugt nicht nur durch seine ausgesprochen gute Qualität und die Stimme von Gert Heidenreich, der die Geschichte zum Leben erweckt, sondern auch von dieser einzigartigen Geschichte, die mich durch Martin Suters Genie einfach nur staunend zurückgelassen hat.“ – Bücherschmöker Blog

„Trotz der recht ernsthaften Thematik erwartet einen ein wunderschöner Roman, an dessen Ende man vielleicht auch mal die ein oder andere Träne im Auge hat“ – Bücherpanda

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Buchhandel | Amazon**

 

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar*.

 

41 Kommentare zu „Rezension: Martin Suter – Elefant

  1. Liebe Nicci,
    Eine sehr schöne Buchbesprechung hast du geschrieben und ich kann dir nur absolut zustimmen. Ich habe mich sofort in den kleinen süßen Elefanten verliebt, aber auch Schoch mochte ich sehr. Und Kaung sowieso. Die angesprochenen Themen von Gentechnik bis Alkoholismus sind sehr interessant und gut dargestellt worden und der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen.
    Das Buch wird sicherlich zu meinen Jahreshighlights gehören. ❤
    Liebe Grüße, Julia

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  2. Hey Nicci,
    wow. Ich finde bereits den Klappentext sehr beeindruckend. Die Namen klingen nach etwas Besonderem und die Idee des Elefanten macht mich total neugierig.
    Das Zitat hast du sehr schön gewählt.
    Es kommt auf jeden Fall auf meine Buchliste.
    Alles Liebe,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

  3. Ah, dieses Buch klingt eigentlich wirklich nach der perfekten Lektüre für mich und jetzt, nach deiner Rezension, will ich es nur umso mehr lesen! 😀 Ich weiß nicht, was ich von dem rosafarbenen Elefanten halten soll – ich hab irgendwie Angst, dass die Geschichte dadurch albern wird, aber lange komme ich wohl nicht mehr drumherum, es zu lesen.

    Liebe Grüße
    Liesa

    Gefällt 1 Person

    1. Hihi, das freut mich sehr! ❤
      Es war nicht wirklich albern, fand ich zumindest, ich fand es als Idee ziemlich interessant, da es um Gentechnologie ging und um das Erschaffen eines farbigen Wesens durch Zellveränderung und sowas. 🙂 Und den Elefanten an sich fand ich in dem Konstrukt echt niedlich und auflockernd.

      Gefällt mir

  4. Hallo liebe Nicci,

    hach dieses Buch, es klingt einfach so toll und es steht schon viel zu lange auf meiner Wunschliste. Ich glaube, ich muss es mir zu Geburtstag wünschen!

    Eine sehr schöne Rezension!

    Ich freue mich riesig drauf, das Buch zu lesen!

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

    Gefällt 1 Person

  5. Hallo liebe Nicci,

    eine tolle Rezension! Mir hat das Buch auch total gut gefallen und auch bei mir hat Kaung am meisten Eindruck hinterlassen. Mich hat die Geschichte ja so stark gefesselt, dass ich das Buch in ein paar Stunden durchgelesen hatte. Von solchen Geschichten könnte es ruhig mehr geben 🙂

    Liebe Grüße
    Bella

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    1. Liebe Bella!
      Vielen Dank! Deine Rezi kann ich ja jetzt auch verlinken, ich hatte sie leider bei Google nicht gefunden.
      Ja, das finde ich auch. Hast du schon andere Bücher von ihm gelesen? Ich habe noch Small World und Die Zeit, die Zeit von ihm hier, mal schauen wie die sind.

      Liebe Grüße!

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      1. Liebe Nicci,

        Google ist schon manchmal komisch. Mir ging das beim Verlinken auch schon oft so, dass ich im Nachhinein noch auf anderen Blogs Rezis entdeckt habe, die Google nicht gefunden hat 😦
        Vielen Dank schonmal, dass du mich auch verlinkst.

        Ich habe auch noch ein paar weitere Romane von ihm gelesen, und zwar „Lila, Lila“ und „Der Koch“. Die Geschichten haben mir auch sehr gut gefallen. Deshalb möchte ich unbedingt noch weitere Bücher von ihm lesen. „Small World“ steht zumindest schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste.

        Liebe Grüße
        Bella

        Gefällt 1 Person

      2. Ja, das ist echt ärgerlich. Naja, aber oft stößt man ja im Nachhinein noch drauf. 🙂 Und falls ich was rezensiert habe, was du auch rezensiert hast, kannst du mir immer gerne deinen Link drunter setzen.

        Die beiden Romane sagen mir gar nichts. Muss ich mir mal anschauen.

        Gefällt 1 Person

  6. Das Buch interessiert mich auch schon eine Weile. Bis jetzt ist es auch wieder aus meinem Blickfeld verschwunden. Martin Suter ist ein toller Autor. Vielleicht gönne ich mir dieses Schmuckstück. Denn bis jetzt hat mich der Preis um ehrlich zu sein wein wenig abgeschreckt.

    Gefällt 1 Person

    1. Das mit dem Preis kann ich verstehen. Vielleicht findest du es ja gebraucht? Oder es kommt demnächst als TB? Man weiß es nicht.
      Übrigens freut sich der Diogenes Verlag immer über Presseanfragen, die haben auf ihrer Seite einen eigenen Bereich, für den man sich registrieren lassen kann. Dort kann man dann auch ältere Bücher per Klick anfragen.

      Gefällt 1 Person

  7. Tolle Rezension! 🙂

    Um das Buch schleiche ich auch schon eine Weile… die Diogenes Bücher finde ich auch immer sehr schick! Aber der Preis spricht halt auch für sich 😉

    Jetzt kommt das Buch aber wirklich auf meine Wunschlist 🤓

    Liebe Grüße
    Juliane

    Gefällt 1 Person

  8. Hach,
    Ich liebäugle schon lange damit und bin ein wenig hin und hergerissen. Eigentlich würde ich es nicht als typisches Buch was mich interessiert einkategorisieren, aber ich hab schon so viele positive Stimmen gehört, vorrangig von Personen, deren Lesegeschmack ich traue!
    Und ich meine: ein kleiner rosa Elefant.
    Das ist doch eigentlich schon ein unschlagbares Argument?
    Jetzt bin ich auf jeden Fall wieder zutiefst neugierig!

    Liebste Grüße
    Jenny

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