Rezension: Benedict Wells – Spinner

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»Ich habe keine Angst vor der Zukunft, verstehen Sie? Ich hab nur ein kleines bisschen Angst vor der Gegenwart.«
Jesper Lier, 20, weiß nur noch eines: Er muss sein Leben ändern, und zwar radikal. Er erlebt eine turbulente Woche und eine wilde Odyssee durch Berlin. Ein tragikomischer Roman über Freundschaft, das Ringen um seine Träume und über die Angst, wirklich die richtigen Entscheidungen zu treffen.
(Quelle)

Nachdem Lisa von Buchmagie von Benedict Wells geschwärmt hat, musste ich Spinner einfach beim Verlag anfragen. Umso mehr freute ich mich natürlich, als das Buch in meinem Briefkasten lag! Mit hohen Erwartungen ging ich an die Geschichte heran und wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

◊◊◊

Ich mag die schlichte Gestaltung der Bücher aus dem Diogenes Verlag sehr gerne, sie besitzen definitiv einen Wiedererkennungswert. Und auch das Cover von Spinner gefiel mir auf Anhieb. Während des Lesens klappte ich gerne mal das Buch zu und ließ mich von dem dargestellten Mann inspirieren, der meiner Meinung nach sehr gut zum Protagonisten passt.

Zu Beginn lernte ich den Protagonisten kennen, Jesper Lier, sowie einige Details über ihn und sein Leben, die man scheinbar wissen sollte. Beim Verfassen einer Rezension lese ich übrigens erneut die ersten sowie die letzten Seiten des jeweiligen Buches. Hier fiel mir erneut der literarisch gelungene Rahmen auf, der mich jetzt im Nachhinein zum Schmunzeln bringt.

Der Schreibstil war angenehm locker, direkt und schonungslos ehrlich. Wells nimmt in seinem facettenreichen Roman kein Blatt vor den Mund, was ich hier sehr passend und wichtig fand. Es erleichterte mir die Identifikation mit Jesper, seinen Gedanken und seiner Lebenssituation. Interessant fand ich insbesondere seine persönliche Entwicklung, die durch äußere Faktoren beeinflusst und mit eigener Kraft seinerseits angetrieben wurde. Zunächst verzweifelt, unfassbar selbstkritisch und deprimiert wirkend, konnte Jesper sich nach und nach seinen Freunden, die ihn auf seinem Weg begleiteten, öffnen und dadurch ehrlich zu sich selbst sein. Im Verlauf der Geschichte stellte er sich seinen inneren Dämonen und traute sich zu, über selbst geschaffenen Grenzen zu springen.

„Ich hatte den Tod ohnehin nicht verdient, ich konnte ihn doch gar nicht bezahlen, denn er kostete das Leben, und davon hatte ich noch viel zu wenig.“

Ich begleitete Jesper gerne auf seiner chaotischen und ereignisreichen Reise, die geprägt war von Zukunftsängsten, Freundschaft, Liebe, Verzweiflung und Hoffnung. Zwischendurch musste ich schmunzeln, teilweise laut lachen, auch habe ich getrauert. Aber vor allem habe ich mir zahlreiche beeindruckende Zitate markiert. Auch stellte ich mir immer wieder die Frage nach den autobiografischen Anteilen in der Geschichte.

Die Nebencharaktere mochte ich in ihrer Diversität sehr gerne. Besonders im Gedächtnis blieben mir sein immerzu ehrlicher und loyaler Freund Gustav und der weise Haller.

Spinner ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein Buch, das tiefgehende Emotionen beinhaltete und ebenso auslöste. Es ist ein Buch, das von mir mit einem Seufzer zusammengeklappt wurde, nachdem ich es beendete, und eigentlich am liebsten direkt von vorne begonnen hätte. Ich weiß nicht, wie oft ich zustimmend nickte und dachte, dass es auch mir mal so ergangen ist, vermutlich ebenfalls zahlreichen anderen jungen Erwachsenen auf der Suche nach Orientierung und der eigenen Person, mit allen damit einhergehenden Aspekten. Benedict Wells bezeichnet seinen selbst Roman als „kleine Jugendsünde“, ich bezeichne ihn als kleine Hilfe zur Selbstfindung. Spätestens nach der Lesung zu Vom Ende der Einsamkeit am Messefreitag in Leipzig weiß ich, dass ich jedes Buch von ihm lesen werde. Meinerseits somit eine absolute Leseempfehlung! Kategorie? Liebling!

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar!

WEITERE REZENSENTEN

Buchmagie || Studierenichtdeinleben || Skys Buchrezensionen

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HIER geht’s zum Buch.

16 Kommentare zu „Rezension: Benedict Wells – Spinner

  1. Liebe Nicci,

    vielen Dank erst einmal für die Verlinkung! Und herzlich Willkommen im Kreis der Benedict-Fans. Ich kann Dir versprechen: Jedes Buch ist anders, aber jedes bezaubert auf seine eigene Art und Weise – und durch jedes lernt man irgendwie auch den Autor immer wieder ein Stück weit kennen.

    Und danke auch, dass Du mich zu Deinem Blog geführt hast. Gefällt mir hier – ich bleibe 😉

    Liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sarah,
      danke DIR für die tolle Rezension und deine Rückmeldung! 🙂
      Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf seine anderen Werke und finde es toll, dass er wahrscheinlich nächstes Jahr eine (oder mehrere) Kurzgeschichten veröffentlichen wird, wovon eine eine Situation plus Hintergründe aus Vom Ende der Einsamkeit aufgreift.

      Danke, das freut mich sehr, dass du bleibst! 🙂 Ich werde in Zukunft auch öfters bei dir vorbeischauen, hehe.

      Liebe Grüße!

      Gefällt mir

  2. Ich habe bisher noch nichts von ihm gelesen ,sehe seine Bücher aber immer häufiger auf Instagram & Co. was mich, zugegebenermaßen, wirklich neugierig auf seine Werke macht 🙂 ich denke ich werde mir das ein oder andere Buch definitiv mal genauer anschauen 🙂

    Sehr schöne Rezension! Du hast einen ja förmlich mit deiner Begeisterung angesteckt 🙂 da ich derzeit ohnehin ganz gerne dem Mainstream etwas entfliehen möchte, scheint dieses Buch ja wirklich eine Anschaffung Wert zu sein 😉

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, das freut mich sehr, dass ich anstecken konnte. 🙂
      Wenn du es dir kaufst (oder anfragst, das geht übrigens auch noch, und sehr einfach über die Diogenes Presseseite) wünsche ich dir eine tolle Lesezeit ❤

      Gefällt mir

  3. Hallo Nicci,

    nun habe ich schon soviel gutes über die Bücher von Benedict Wells gehört. Ich glaube lange komme ich um diesen Autor auch nicht mehr herum! „Spinner“ klingt nach einem super Buch um sich mit der Wells-Sucht zu infizieren.

    Liebe Grüße
    Bella

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    1. Liebe Bella,
      lies es unbedingt!! Oder ein anderes von ihm, ich habe gehört, dass die auch wahnsinnig gut (vielleicht sogar besser?) sein sollen. Ich freue mich insbesondere auf „Vom Ende der Einsamkeit“, das, was Benedict vorgelesen hat klang großartig..

      Liebste Grüße,
      Nicci

      Gefällt 1 Person

      1. Hi Nicci,
        ich glaube ich spiele einfach in der Buchhandlung „Ene, Mene, Muh“ und greif mir irgendeins von ihm aus dem Regal. Scheint ja ein wirklicher Wunderknabe zu sein. Sehr Schade, dass ich ihn auf der LBM nicht lesen gehört habe.

        Liebe Grüße
        Bella

        Gefällt 1 Person

  4. Liebe Nicci,

    Mal wieder eine tolle und vor allem sehr mitreißende Rezension!
    Ich muss gestehen, dass mich die Bücher so an sich wahrscheinlich nie angesprochen hätten…
    Aber nach deiner Begeisterung und, nicht zu vergessen, Lydias Glanz in den Augen, muss ich mir die Werke wohl mal genauer anschauen 😉

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

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