Rezension: Joe Benitez – Lady Mechanika 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

Eine Steampunk-Geschichte über eine junge Frau, die nichts über sich, ihre mechanischen Arme und ihre Vergangenheit weiß und sich aufgrund eines Vorfalls auf die Suche nach Antworten macht…


Meine Meinung

Schon lange bin ich um diesen Titel herum geschlichen, denn die schöne Abbildung auf dem Cover zog mich immer, wenn ich das Buch sah, völlig in ihren Bann. Dann fragte ich den Titel beim Verlag an und erhielt eine Zusage, über die ich mich wahnsinnig gefreut habe – danke dafür! Und so konnte mein erstes Steampunk-Abenteuer losgehen…

Der Leser taucht in eine spannende, teilweise humorvolle und punktuell skurrile Thematik ein, in der Magie und Wissenschaft verschmelzen. Eine mutige Heldin mit dem Namen Lady Mechanika macht sich auf die Suche nach Antworten zu ihrer Person und vor allem ihre mechanischen Arme betreffend. Durch einen Vorfall erlebt sie hautnah mit, dass es scheinbar noch ein weiteres mechanisches Mädchen gibt und macht sich daraufhin auf den Weg, mehr über sie zu erfahren, denn vielleicht gibt es ja Berührungspunkte zwischen ihrer Vergangenheit und dem Auftauchen des Mädchens. Dabei wird schnell deutlich, dass sie sich einigen Herausforderungen und düsteren Kreaturen stellen muss. Mehrere davon begleiten sie schon seit vielen Jahren, wurden jedoch von ihr zwischenzeitlich aus den Augen verloren.

Die Atmosphäre in dem Buch ist durchgehend düster, was durch die gedeckten Farben und das Auftreten gruseliger Gestalten und Monster untermalt wird. Lady Mechanika muss sich einigen Dämonen stellen und alle kritischen Situationen und Kämpfe wurden wirklich dynamisch aufs Papier gebracht, sodass ich in die Story gezogen wurde und völlig gebannt war. Ziemlich creepy fand ich persönlich die Darstellung von Lord Blackpool, besonders durch die mechanischen Körperteile. Lady Mechanikas treuer Freund Lewis war mein Liebling in der Geschichte. Auch, wenn sie eine unglaublich starke, toughe Frau ist, die sich wahrlich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, nicht auf den Mund gefallen ist und es recht locker mit einer Gruppe zwielichtigen Gangstern aufnehmen kann, stand Lewis an ihrer Seite, wenn es auch für sie mal brenzlig wurde. Und auch, wenn sie das nicht wirklich zeigt, glaube ich, dass sie da sehr froh drum ist.

Neben den dynamischen, detailreichen Zeichnungen beeindruckten mich insbesondere die Steampunk-Elemente, zumal ich bisher nichts aus diesem Bereich gelesen habe. Der besondere Retro-Look gefällt mir unglaublich gut und ich kann euch sagen, dass ich nun sehr neugierig auf diesen Stil geworden bin und auf jeden Fall mehr darüber lesen möchte. Wenn ihr Tipps habt, immer her damit. Vor allem die pompösen Kleidungsstücke und das Setting mit den dargestellten Maschinen und Möbelstücken mochte ich sehr gerne. Am schönsten fand ich persönlich den Zirkus Cirque du Romani und die einzelnen Figuren – und natürlich das Haustier.

Steampunk (von engl. steam „Dampf“ und am. punk „mies“, „wertlos“, verselbständigt „Punk“) ist ein Phänomen, das als literarische Strömung erstmals in den 1980ern auftrat […] Dabei werden einerseits moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft, wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht. Andererseits wird das viktorianische Zeitalter bezüglich der Mode und Kultur idealisiert wiedergegeben. Steampunk fällt damit in den Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, also einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte. – Quelle

Der erste Band endete recht offen und mit einem witzigen Dialog zwischen Lewis und Lady Mechanika, der auf eine spannende Fortsetzung hoffen lässt. Ich persönlich freue mich schon jetzt darauf zu erfahren, wie das Abenteuer um das mysteriöse Mädchen weitergeht, was es mit Blackpool auf sich hat und inwiefern die mechanischen Körperteile darin verstrickt sind.

Fazit

Ein wirklich gelungener, spannender und humorvoller Einstieg in die Steampunk-Geschichte über eine mechanische Lady, die mich nicht nur neugierig auf diese Comicserie gemacht hat, sondern darüberhinaus auf dieses interessante Subgenre der Literatur.

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Weitere Meinungen

Joe Benitez bietet […] nicht nur ein detailreiches Setting, in das man sich zu gerne verliert, sondern auch eine unglaublich spannende Story und einen neuen Star in der Comic-Welt – Lady Mechanika!Letterheart

[…] bietet „Lady Mechanika – Das Geheimnis der mechanischen Leiche“ allerdings alles, was man von einem guten Steampunk-Comic erwarten kann.DeepGround

Lady Mechanika: Das Geheimnis der mechanischen Leiche ist ein gelungener Auftakt in eine Comic-Serie, die in keiner Steampunk-Sammlung fehlen darf.Roter Dorn

Eine klare Empfehlung meinerseits für alle Fantasy- und Steampunkfans.Tiefseezeilen

Lady Mechanika von Joe Benitez ist für alle ein absolutes Muss, die frischen Wind im Comic-Genre suchen. Der Steampunk-Stil ist großartig, die Geschichten actionreich, die Seiten blättern sich quasi von allein um. Buchperlenblog


Inhalt„Die junge Frau weiß weder ihren Namen noch irgendetwas über ihre Vergangenheit, und schon gar nicht, wer ihr diese künstlichen Arme verpasst hat. Die allerdings verschaffen ihr übermenschliche Kräfte, und so entschließt sie sich, das Beste daraus zu machen: Sie ermittelt auf eigene Faust überall dort, wo sich sonst niemand kümmert – oder traut. Immer in der Hoffnung, dabei vielleicht Hinweise auf ihre Herkunft zu finden. Und das in einem spätviktorianisch inspirierten Ambiente, in dem fanatischer Fortschrittsglaube und Fantastik eng miteinander verwoben sind. Ein Fortschritt, der buchstäblich über Leichen geht auf dem Weg zur Erkenntnis.

Die Optik ist eher düster, aber durchweg brillant, der Humor vorwiegend bissig und die Action reichlich. Ein rasantes Steampunk-Spektakel, das einfach grimmiges Vergnügen bereitet.“ – Quelle

Werbung | Joe Benitez | Lady Mechanika 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche | übersetzt von Jacqueline Stumpf | 112 Seiten | 19,80€ | 22.06.2017 |  Splitter Verlag

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Vielen Dank an den Splitter Verlag für das Rezensionsexemplar.*

17 Antworten auf „Rezension: Joe Benitez – Lady Mechanika 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

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  2. valarauco

    Liebe Nicci,

    dieser Comic sieht einfach nur so unglaublich cool aus! *__* Ich bin sehr verliebt in das Design und einfach alles.
    Obwohl ich mich vorher noch nie wirklich mit Steam Punk beschäftigt habe, finde ich schon immer, das ese infach nur mega cool aus sieht ^^

    Liebe Grüße,
    Marion

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  6. NadelNerd

    Hallo Nicci,
    schön, dass du es endlich gelesen hast und es dir gut gefallen hat. Dann musst du dich nun ran halten Teil 3 ist ja bereits veröffentlicht und das Geheimnis der mechanischen Leiche wird im zweiten Band gelüftet werden.
    Ich werde mich hoffentlich in Kürze über den dritten Band her machen können, vorher habe ich aber noch ein anders Steampunk-Abenteuer zu lesen.
    Liebe Grüße
    Ariane

    1. Nicci Trallafitti

      Hey Ariane,
      jaaaa, ich warte ganz gespannt auf den 2. Band, der bald bei mir eintrudeln sollte :)

      Viel Spaß mit dem 3. Band!
      Welches Steampunk Abenteuer liest du denn vorher?

      Liebe Grüße

      1. NadelNerd

        Hallo Nicci,
        Ich habe Fulgur gelesen. Es ist doch nicht so steampunkig wie ich es vermutet hatte. Aber es spielt direkt nach dem Ausklang des viktorianischen Zeitalters.

        Liebe Grüße

  7. Buchperlenblog

    Huhu!
    Schön, dass dir Lady Mechanika auch so gut gefallen hat! Ich habe aktuell Band 3 bei mir bereit liegen und werde mich wohl am Wochenende drauf stürzen. Den Zirkus fand ich übrigens auch mit Abstand am besten auch wenn mir an der Serie bisher nichts nicht gefällt 😄

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    1. Nicci Trallafitti

      Hey!
      Hast du den 1. Band auch rezensiert? Google spuckt leider nicht immer alles aus, aber wenn du magst, lass mir gerne einen Link da :)

      Der Zirkus ist richtig cool! Hatte irgendwie was von Alice im Wunderland, auch wenn Alice so gar nicht zirkusmäßig ist haha. Schwer zu erklären. Ich könnte mir die Reihe auch gut als Tim Burton Verfilmung vorstellen.

      Liebe Grüße

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