Rezension: Penny L. Chapman – Abandoned

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TYLER

Vor vier Jahren nahm sie mir meine Freiheit.
Sie hätte mit mir untergehen müssen, doch nur ich landete im Knast.
Ich habe nichts vergessen. Keinen der Schreie, wenn ich in ihr war.
Keines ihrer Worte, wenn wir alleine waren.
Ich bin zurück.
Du wirst bezahlen…

BLAKE

Ich habe schreckliche Fehler gemacht.
Der erste war, das Richtige tun zu wollen.
Der zweite, ihn zu unterschätzen.
Ich spüre seine Blicke in meinem Rücken.
Er will Rache.
Doch ich bin kein Opfer.
[Quelle]

Schon den ersten New Adult Roman Pretend von Penny L. Chapman durfte ich damals vorab lesen. Dass diese Geschichte zu meinen Highlights gehört habe ich euch in meiner Rezension verraten. Ob der zweite Teil mithalten konnte erfahrt ihr jetzt.

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Zu Beginn möchte ich dieses gelungene und ansprechende Cover loben, das Marie Graßhoff gestaltet hat. Es passt perfekt zu der Geschichte, ist nicht zu schlicht aber auch überhaupt nicht zu beladen. Auch die Idee, dem Buch eine Playlist hinzuzufügen, finde ich richtig cool.

Die Geschichte wurde aus zwei Perspektiven erzählt, wodurch ich ich abwechselnd einen Eindruck der Gedanken und Gefühlswelt der beiden Protagonisten erhalten konnte, was ich sehr positiv fand. Ebenso gab es zeitliche Sprünge, sodass ich einen Einblick in die jeweilige Vergangenheit bekam, die bei beiden einen immensen Einfluss auf das Jetzt hatte. Im gesamten Verlauf schwankten somit düstere Geheimnisse mit, die ich unbedingt herausfinden wollte.

„Wenn keine Zukunft vor dir liegt, hältst du dich an die Vergangenheit.“

Ich fand es wirklich schön, die Clique wieder zu sehen und nun die Geschichte von zwei anderen Charakteren zu erfahren, insbesondere war ich neugierig auf die Hintergründe und die Vergangenheit von Tyler, den ich in Pretend unangenehm und fordernd fand. Tyler und Blake hatten eine intensive, aber auch ziemlich kranke Beziehung. Es gab Situationen, die ich persönlich nicht nachvollziehen konnte. Und trotzdem war es unfassbar spannend für mich, teilzuhaben und immer mehr über die beiden zu erfahren. Ich spürte das Knistern beim Lesen und fühlte mit, und zwar mit beiden, was ich vorher nicht gedacht hätte.

„Schon da weiß ich nicht mehr, wann meine Vernarrtheit für sie begonnen hat oder wie ich vor unserem Kennenlernen die Tage verbracht habe. Blake wird zu meinem Anker. Zu meiner Sucht.“

Tylers Vergangenheit war so bezeichnend und verstörend. Ich war teilweise wirklich schockiert aufgrund der beschriebenen Dynamik in seiner Familie und einzelner, krasser Situationen, die ihn charakterlich sehr geprägt haben. In diesem kranken System machte sein Verhalten auf eine Art und Weise sogar Sinn. Das Kennenlernen der beiden Protagonisten fand ich wiederum sehr schön. Blake fand ich wahnsinnig toll. Sie war frech, direkt, schlagfertig und stark, aber zugleich sehr weich und emotional. Wo andere Mädels dicht gemacht und das Weite gesucht hätten, legte Blake eine Schippe drauf und zeigte sich als kämpfende Löwin. Selbst wenn ich dachte, dass jetzt der Punkt erreicht ist an dem man nicht mehr kann.. Blake konnte.

Auch thematisch war in diesem Band wieder einiges los. Für mich war es keinesfalls ein klassischer New Adult Roman. Es war so viel mehr. Es ging natürlich primär um die kranke Beziehung der beiden Protagonisten, gleichzeitig ging es aber um Mut, Freundschaft und Loyalität. Um Macht, familiäre Systeme, um Hoffen und Verzeihen. Der Verlauf der Geschichte war sehr spannend, inklusiver dramatischer Wendungen, die mich überraschten. Den Schreibstil empfand ich als sehr gelungen. Ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, weil es immer wieder Punkte gab, die mich schockiert, gefesselt und völlig mitgerissen haben.

Das Ende überraschte mich dann total, ich bin immer noch ein bisschen sprachlos. Natürlich möchte ich nicht zu viel verraten, aber ich kann euch sagen: Diese Entwicklung hätte ich Tyler niemals zugetraut. Die Ereignisse beeinflussten ihn und seine Einstellung immens, was ich passend, gar notwendig fand. Ein interessantes I-Tüpfelchen war eine kleine Szene von Harlan, die neugierig auf den Folgeband macht…

Die Geschichte ist unmoralisch und punktuell verstörend, aber unfassbar spannend. Sie ist nichts für schwache Nerven, Moralapostel oder eingeschweißte Schnulzenfans. Ich bin nach wie vor sprachlos ob der thematischen Vielseitigkeit, der Schockmomente und des Schreibstils, der mir persönlich hervorragend gefiel. Er führte dazu, dass ich völlig gebannt war, zweifelte und wieder hoffte, liebte und hasste. Ich litt mit den Charakteren, schmunzelte, lachte und errötete das eine oder andere Mal. Die Clique wieder zu sehen fand ich schön, ich hatte das Gefühl auf alte Freunde zu treffen. Abandoned konnte mich gänzlich überzeugen und gehört somit für mich in die Kategorie Liebling.

Vielen Dank an Penny L. Chapman für das eBook-Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensenten

Bücherschmöker || Umivankebookie || Letterheart

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weiterführende Links:

11 thoughts on “Rezension: Penny L. Chapman – Abandoned

  1. Eine tolle Rezension besonders toll gefällt mir ja das Zitat — „Schon da weiß ich nicht mehr, wann meine Vernarrtheit für sie begonnen hat oder wie ich vor unserem Kennenlernen die Tage verbracht habe. Blake wird zu meinem Anker. Zu meiner Sucht.“ — Hört sich auf jeden Fall nach einer spannenden Reihe an. Gibt es davon noch einen dritten Teil? Und gibt es diese nur als E-Books?

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