Inspiriert von Annas Beitrag 5 Bücher, zu denen ich nicht gegriffen hätte, wenn.. habe ich mir die Frage gestellt, wie ich überhaupt auf Bücher aufmerksam werde, die ich dann tatsächlich kaufe. Was braucht ein Buch an Werbung, um meine Aufmerksamkeit zu wecken? Und was sorgt auf keinen Fall dafür, dass ich ein Buch kaufe?
Ich kaufe Bücher aufgrund von..
Bloggermeinungen
Anna zählt in ihrem Beitrag auf, wie sie auf bestimmte Bücher aufmerksam geworden ist. Ein häufig genannter Grund ist das Bewerben durch Blogger*innen auf ihren Seiten oder in den sozialen Medien. Daraufhin habe ich mich gefragt, wie viele Bücher ich schon aufgrund von Bloggermeinungen gekauft oder angefragt habe. Die Antwort ist: fast alle, die in meinen Regalen stehen.
Es gibt Blogger*innen, die mit jedem Beitrag dafür sorgen, dass ich ein Buch auf meine Wunschliste setze oder direkt in den Warenkorb packe. Nicht selten habe ich Bücher auch kurz danach gelesen und geliebt, denn irgendwann weiß man, welche Menschen den eigenen Buchgeschmack teilen, sodass man gar nicht lange überlegen muss. In meinem Fall sind das hauptsächlich Jill & Ivy, die meine Wunschliste zum Explodieren und das Konto zum Weinen bringen. Bei Rezensionen meiner Lieblingsblogger*innen lese ich nur das Fazit, wenn ich das Buch noch nicht kenne, das reicht aber meist schon aus, um zu entscheiden ob es etwas für mich ist oder nicht. Aber auch Neuzugängebeiträge und Lesemonate sind „gefährlich“.
Falls es also immer noch Leute gibt, die der festen Überzeugung sind, dass Blogger*innen unwichtig sind: ohne diese ganzen Blogbeiträge hätte ich vermutlich nur 20% der Bücher entdeckt, gekauft, gelesen, geliebt & gefeiert. Meiner Meinung nach sind buchbloggende Menschen das Werbemittel für Verlage & Autoren schlechthin, ohne uns jetzt als käufliche Influencer (dieses Wort..) darstellen zu wollen, ich möchte lediglich unseren Wert für die Buchbranche verdeutlichen. Und ich merke gerade selber, dass ich vor allem zu diesem Punkt noch viel viel mehr schreiben könnte, aber ich möchte mich kurz halten, um den Rahmen hier nicht zu sprengen. Anzumerken ist, dass ich Blogs erst recht verfolge, seit dem ich selber blogge. Viele meiner Freunde und Arbeitskollegen holen sich (mittlerweile) ebenfalls auf diesem Wege Tipps, also wage ich zu sagen, dass die Tendenz steigt, auch bezüglich nicht-bloggender Menschen.
Posts in den Sozialen Medien
Wenn wir mal ehrlich sind – nahezu jeder von uns hängt viele Stunden am Tag an seinem Smartphone. Apps wie Instagram, Facebook, Twitter und Co. erleichtern uns das Stöbern, nicht nur auf den neuesten Klatsch & Tratsch bezogen sondern (zumindest in meinem Fall) besonders bezüglich Bücher, Filme, Serien etc. Nicht selten bin ich auf Bücher aufmerksam geworden, weil sie durch Bookstagrammer beworben wurden. Alleine dadurch, weil ein hübsches Foto in meinen Newsfeed gespült wird. Und dann noch mehrmals das gleiche Buch innerhalb einer Woche – schon ist meine Neugierde geweckt. Wieso lesen das Buch gerade gefühlt alle? Was steckt hinter dem schönen Cover? Ich persönlich lese so gut wie nie Klappentexte, somit bin ich auf die Meinungen anderer „angewiesen“, ebenso stehe ich auf hübsche Covergestaltungen, ich gebe es ja zu. Dafür ist natürlich keine App besser geeignet als Instagram, denn sie ist schnelllebig und immer auf dem neuesten Stand. Hunderte, gar tausende von ansprechenden Buchfotos ploppen täglich in meinen Neuigkeiten auf und erfreuen mein Bücherwurmherz. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Instagram-Stories. Schnell aufgenommen, angenehm kurz und nach 24 Stunden wieder gelöscht regen sie dazu an, mal eben schnell ein neues Buch zu zeigen, oder auch eine ganze Neuzugängekurzvideoreihe. Ich weiß gar nicht, wie viele Bücher ich mir dabei schon als Screenshot gespeichert habe.
Aber auch Facebook zählt dazu, denn dort folge ich einigen Menschen, die entweder keinen Blog haben oder diesen nicht als Hauptmedium nutzen. Wer mich dort immer wieder zu einem Buchkauf zwin… ich meine natürlich motiviert ist Jacquelin, denn ihre emotionalen, ehrlichen und herzerwärmenden Rezensionen reißen jedes Mal mit. Funfact: Auch das Buch im Beitragsfoto (Codex Alera) habe ich wegen ihr gekauft – jedoch leider noch nicht gelesen. Aber was man hat, hat man.
Verlagswerbung
Verlagsvorschauen per Mail, auf Buchmessen oder in den sozialen Medien ist ebenfalls eine Form, die mich zum Buchkauf (oder zum Anfragen von Rezensionsexemplaren) anregt, insofern sie interessant gestaltet sind. Nicht selten notiere ich mir beim Lesen von Mails die Bücher, die ich kaufen/anfragen möchte, insbesondere, wenn es sich um „Geheimtipps“ von den Verantwortlichen handelt. Wie soll man da auch nein sagen? Immerhin wissen viele davon, was man gerne liest, besonders wenn man schon einige Zeit zusammenarbeitet.
Besonders gelungen finde ich nach wie vor Verlagsvorschauen als Papierkatalog, was ich kürzlich wieder festgestellt habe, als mich das neue Carlsen Programm erreicht hat. Ich liebe es, durch die Seiten zu blättern, mir Bücher zu notieren und die Eindrücke mit anderen Buchverrückten zu teilen, denn was gibt es schöneres, als gemeinsam auszuflippen, weil endlich die heißersehnte Fortsetzung erscheint? Oder das neue Buch der Lieblingsautorin? Das in England/Amerika gefeierte Buch, das endlich übersetzt wurde? Gelungene Verlagsaktionen catchen mich natürlich auch, vor allem wenn man zum Mitmachen angeregt wird. Da sollte man aber eine gute Balance zwischen „wow, das macht neugierig“ und „den Post habe ich jetzt 10 Mal am Tag über 5 Wochen gesehen, danke reicht“ finden, denn weniger ist oft mehr. Und mehr sorgt leider irgendwann eher dafür, dass ich das Buch nicht mehr lesen will, weil ich schon vor dem Release „satt“ davon bin.
Buchveröffentlichung des/der Lieblingsautoren/in
Wenn einer meiner Lieblingsautoren*innen ein neues Buch veröffentlicht ist für mich klar, dass ich es kaufen werde, meist ohne überhaupt zu wissen, worum es geht. Da ist es im Übrigen auch so, dass mir recht egal ist, wie andere Buchmenschen, Blogger*innen und Co. ein Buch bewerten, wenn sie es vor mir lesen, denn ich will mir auf jeden Fall selbst eine Meinung bilden. Autoren*innen, von denen ich jedes Buch kaufe, ohne groß zu überlegen, den Klappentext oder das Genre zu kennen: Sarah J. Maas, Sebastian Fitzek, Jennifer L. Armentrout/J. Lynn, Laura Labas, Colleen Hoover, Jay Kristoff, Marie Lu. Das sind übrigens Bücher, die ich vorbestelle, was ich sonst so gut wie nie mache.
Nicht-Gründe
Neben den Gründen, für einen Buchkauf gibt es natürlich noch die Nicht-Gründe. Dabei ist zu bedenken, dass es sich hier um meine eigene Sichtweise handelt, nur weil ich davon nicht zum Kauf motiviert werde heißt es noch lange nicht, dass diese Form falsch, ineffektiv oder langweilig ist.
Klappentext
Ich lese so gut wie nie Klappentexte, einfach weil sie meiner Meinung nach viel zu viel über den Inhalt verraten. Nicht selten wurde ich beim Lesen von einzelnen Aspekten überrascht, die ich vor dem Lesen gewusst hätte, hätte ich den Text auf dem Buchrücken gelesen. Viele beschweren sich, wenn auf dem Buchrücken ausschließlich Lesermeinungen stehen, oder/und 1-2 knappe Sätze zum Inhalt – ich hingegen finde das völlig ausreichend.
Amazon Rezensionen
Rezensionen lese ich eigentlich wenn überhaupt nur von meinen Bloggerfavoriten, denn da weiß ich, dass sie spoilerfrei sind. Mittlerweile überfliege ich sie aber in der Regel und lese nur das Fazit, denn das reicht meistens aus. Bei Amazon ist es leider oft so, dass der komplette Inhalt gespoilert wird, oder einzelne wichtige Aspekte in einem kurzen, kaum zu übersehenden Text genannt werden a la „Buch war gut, aber ich fand doof dass der Protagonist am Ende gestorben ist“. Danke für Nichts. Auch wird dort oftmals anhand der Verpackung bewertet, was leider häufig dazu führt, dass wirklich gute Bücher 1 Stern bekommen, weil das Paket beschädigt war. Sehr schade, besonders für neue, „kleine“ Autoren*innen, die noch Fuß fassen wollen.
Blogtouren
Um ehrlich zu sein finde ich Blogtouren mittlerweile eher nervig als hilfreich, vor allem wenn sie „Standardbeiträge“ wie Charaktervorstellungen beinhalten. Es gibt durchaus Bloggeraktionen, die ich gerne lese (und auch selber ausrichte), aber leider ist es meistens so, dass mich „normale“ Blogtouren null reizen. Auch besteht die Gefahr, dass man vor dem Lesen zu viel über das Buch, die Figuren und das Setting erfährt, was ich auf gar keinen Fall möchte – aber das ist meine Meinung. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser dadurch auf Bücher aufmerksam werden, was sicherlich auch an der Gewinnchance liegt, was keinesfalls abwertend gemeint ist. Letztendlich sind die wenigsten von uns so reich, als dass sie sich jedes Buch kaufen können. Und ein geschenktes Buch hinterher doof zu finden ist angenehmer, als zu wissen, dass man Geld dafür ausgegeben hat.
Buchladen
Anders als Anna finde ich dort eher selten Bücher, die ich dann spontan kaufe. Bei den Büchern, die ich mitnehme, handelt es sich meist um Titel, die ich auf Blogs oder in den sozialen Medien gesehen habe, oder die mir durch Gespräche mit Buchmenschen im Kopf geblieben sind. Trotzdem stöbere ich immer sehr gerne in Buchläden. Wenn ich dort auf Titel aufmerksam werde, die mir nichts sagen, fotografiere ich sie mir ab und frage meine Buchgang, ob sie etwas von dem Buch gehört hat, oder poste es in den Instagram-Stories.
Einstellung des Autors/der Autorin
Ich bin definitiv kein Mensch, der sich vor jedem Lesen über den Autoren/die Autorin erkundigt und seitenlange Berichte über den Menschen liest. Aber wenn ich durch Zufall mitbekomme, dass ein Autor/eine Autorin unangemessen mit Büchern anderer umgeht, sie über Mülltonnen fotografiert, fürs Foto verbrennt oder sonst was, nehme ich von den Büchern dieser Person Abstand. Kann man alles machen, kann man aber auch lassen oder wenigstens für sich behalten. Denn gerade wenn man selber in der Haut steckt, sollte man wissen, wie schwer es ist, ein Buch an den Mann zu bringen (ich spreche nicht aus Erfahrung, also kann ich es nur erahnen). Auch möchte ich keine Bücher von Personen lesen, die homophob, rassistisch, frauenfeindlich oder sonst etwas sind. Natürlich kann man das nie genau wissen, aber wenn einzelne Aussagen durch die sozialen Medien ziehen, bleibt das in meinem Kopf.
Um ein paar andere Meinungen einzubeziehen habe ich meinen Bloggersquad befragt, danke also an Jill, Jacquelin, Jule & Anna für euer Feedback.
Alle Mädels haben Blogs als erste „Quelle“ genannt, darauf folgt bei den meisten der Punkt der sozialen Medien, wobei beides bei vielen an erster Stelle steht und dabei nicht wirklich unterschieden wird. Bei manchen folgt darauf die Verlagswerbung und im gleichen Satz die Buchmessen, was für diejenigen miteinander vergleichbar sei, denn die meisten Blogger*innen besuchen Messen primär für die Verlagstermine. Anna nannte als dritte Bezugsquelle den Buchladen, in dem sie gerne und regelmäßig stöbert. Jacquelin äußerte dazu, dass Buchläden bzw. die Auslage für sie eher selten ein Kaufgrund seien, da sie meist genau wisse, was sie kaufen wolle. Jule benannte zusätzlich Goodreads als Buchkaufgrund.
Als Nicht-Grund gibt Anna Rezensionen an, weil sie diese nicht lese und Bücher somit nicht aufgrund von Rezensionen kaufe. Auch verlasse sie sich nicht ausschließlich auf die Empfehlung anderer, außer ihre Buchfreunde*innen betreffend, bei denen sie weiß, dass der Geschmack ähnlich ist. Jule gibt Buchmessen als Nicht-Grund an, denn die dort gezeigten Bücher kenne sie bereits aus Verlagsvorschauen. Buchhandlungen helfen ihr dabei auch nicht, denn sie brauche Story-Telling.
Alleine der Austausch mit meinen Buchfreundinnen hat gezeigt, dass die Erfahrungen da sehr unterschiedlich sind, also erzählt mal: Was sind Gründe & Nicht-Gründe für euch, ein Buch zu kaufen?














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