Rezension: Anca Sturm – Der Welten-Express 1

Ein fahrendes Internat mit magischen Elementen, ein stillgelegter Bahnhof und viele Geheimnisse – das versprach die Geschichte von Der Welten-Express. Ob mich das Gesamtpaket überzeugen konnte erzähle ich euch jetzt..


Meine Meinung

Schon auf der Leipziger Buchmesse wurde uns dieser Titel vorgestellt, es sollte ein Buch für Potterheads sein, denn auch hier geht es um ein paar Jugendliche, die Abenteuer voller Magie und Geheimnisse bestreiten würden. Ein fahrendes magisches Internat – wie cool ist das denn? Im Rahmen einer Blogtour trudelte das wunderschöne, bedruckte Hardcoverbuch auch schon vor ein paar Monaten bei mir ein und ich freue mich unendlich doll auf die Geschichte.

Zu einer Zeit, als die Märchen zu Metall wurden und die Fabriken sich übers Land erhoben, lebte ein kleiner, aber außergewöhnlicher Junge in sehr, sehr armen Verhältnissen. Zu seinem Glück besaß er drei Dinge: Tapferkeit, Tatendrang und Talent. Er wurde zum Erbauer der ersten Eisenbahn und lebte glücklich bis an sein Lebensende.
(erste Sätze, Prolog, Der Welten-Express, Anca Sturm)

Während mich der Prolog sofort in den Bann ziehen konnte, fiel mir der Einstieg in die Geschichte nicht leicht. Die Protagonistin Flinn war mir nicht wirklich sympathisch, ich wurde nicht mit ihr warm. Auch ploppte in meinem Kopf immer ein Bild eines Jungen auf, was vielleicht an dem neutralen Namen von ihr liegen könnte, was mich zwischendurch ins Stocken brachte. Was mich allerdings am meisten gestört hat, war die Tatsache, dass immer wieder betont wurde, wie außergewöhnlich und besonders Flinn doch sei – da wäre weniger wirklich mehr gewesen. Die Nebencharaktere blieben mir da schon eher im Gedächtnis, allen voran Fedor. Die Lehrer*nnen empfand ich als wenig erwachsen, ich konnte sie leider nicht wirklich ernst nehmen, besonders nicht Madame Florett, die zwar autoritär wirken wollte, aber für mich eher wie eine trotzige, beeinflussbare Jugendliche rüberkam. Auch Daniel konnte ich kaum von den Kids unterscheiden.

Die Idee des magischen, fahrenden Internats gefiel mir super gut. Ich fand besonders schön, dass man dadurch einen kleinen Einblick in verschiedene Länder erhielt – denn die Besuche hatten Einfluss auf die täglichen Menüs. Generell war Essen ein großes Thema in der Geschichte, was ich toll fand. Über die Fächer in den Waggons hätte ich gerne noch viel mehr erfahren. Die Atmosphäre fand ich sehr angenehm und magisch. Die geheimnisvollen Umstände der ehemaligen Schüler und das Herausfinden dessen, was vor allem Flinns Motivation war, da ihr Bruder Jonte auf mysteriöse Art und Weise verschwunden war, war ein Hauptaspekt des ersten Bands. Ich habe sie gerne auf dem Abenteuer begleitet, auch wenn viele Fragen offen geblieben sind. Mit am besten haben mir übrigens die Weltenstromer gefallen, dessen Funktion & Identität am Ende aufgeklärt wurden, somit werde ich natürlich nicht näher darauf eingehen. Aber das war wahrlich ein kleines Highlight für mich. Der Verzehr der besonderen, magischen Süßigkeiten war ein kleiner „Harry Potter Moment“ für mich, ebenso der Besuch im Bahnhofsbedarf für Magietechnologie. Den Aspekt der Magietechnologie fand ich generell ziemlich cool, auch darüber möchte ich unbedingt noch mehr erfahren.

Überall dampfte, pfiff und schillerte es. In Schaukästen schnauften seltsame Erfindungen vor sich hin und in den meterhohen Regalen dahinter stapelten sich Verpackungen mit Dingen wie mechanischen Taschenkalendern, Zahlenschloss-Tagebüchern oder dem Kessel Franz – dem Dampfkessel, der Ihre Maschinen antreibt und gleichzeitig eine gute Suppe kocht. An der bemalten Decke hing ein altmodischer Ventilator mit Wassertank, der zur kühlen Luft auch winzige Schneeflocken in den Raum wirbelte.
(Der Welten-Express, Anca Sturm, S. 287)

Gefehlt haben mir ein paar Hintergründe über Flinns Familie, auch wenn bereits ein pikantes Detail ans Tageslicht kam, ebenso wurden ein paar Themen angerissen, die die Vergangenheit des Zuges betrafen, aber nicht ganz zu Ende erzählt. Vielleicht bringen die Folgebände ja Licht ins Dunkel – worauf ich schon sehr gespannt bin, da ich die Reihe sicherlich weiter verfolgen werde.

Fazit

Der Welten-Express ist eine magische Geschichte, die den Leser mit auf eine atmosphärische Reise voller spannender Abenteuer und Geheimnisse nimmt. Viele Fragen blieben offen, auch haben mich ein paar Dinge gestört – dennoch konnte mich das Buch gut unterhalten.

Kategorie: Zwischendurchlektüre

Der Welten-Express2

Weitere Meinungen

Der Welten-Express überzeugt vor allem durch den großartigen Ideenreichtum und das schöne Setting. Leider konnten mich weder die Figuren überzeugen, noch die Handlung.Ivy.booknerd

Nur mich persönlich hat es einfach nicht angesprochen – ich habe einen ganz anderen Schwerpunkt und andere Charaktergestaltungen erwartet. – Letterheart

Mich konnte die Reise mit dem Welten-Express von Anfang bis Ende begeistern. Die Abenteuer die Flinn auf dem Internatszug voller Magie erlebt, wecken auch im Leser die Lust auf mehrPiglet and her Books


Inhalt„Nacht für Nacht sitzt die schüchterne Flinn Nachtigall am stillgelegten Bahnhof von Weidenborstel, dem Ort, wo zwei Jahre zuvor ihr Bruder verschwand. Bis eines Abends ein Zug herbeirollt, mit einer gewaltigen, rauchspuckenden Lokomotive. Und Flinn … … stürzt als blinde Passagierin in das Abenteuer ihres Lebens! Denn der Zug ist der Welten-Express, ein fahrendes Internat voller außergewöhnlicher Kinder, angetrieben mit magischer Technologie. Ein Ort, in dem Flinn Freunde findet – und Feinde. Denn der Welten-Express birgt mehr Geheimnisse, als sie sich je hätte träumen lassen …“ – Quelle

[Anca Sturm | Der Welten-Express Band 1 | ab 10 Jahren | 384 Seiten | 14,99 € | 31.08.2018 |  Carlsen Verlag | Leseprobe | Hörprobe | Rezensionsexemplar*]

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.*

4 Antworten auf „Rezension: Anca Sturm – Der Welten-Express 1

  1. Pingback: Rezension: Der Welten-Express / Anca Sturm – Letterheart

  2. Pingback: Monatstrallafitti August – Trallafittibooks

  3. Ivy

    Liebe Nicci,

    eine tolle Rezension. Du hast auch so ziemlich all das zusammen gefasst, was mich ein wenig gestört hat. Ich hatte tatsächlich auch immer mal wieder das Bild eines Jungen vor Augen, wenn es um Flinn ging, habe es auch auf den Namen geschoben. ich habe auch immer „Finn“ gelesen, statt „Flinn“.

    ich hoffe sehr, dass die Folgebände mich mehr überzeugen können.

    Danke dir übrigens für die Verlinkung :-)

    Liebste Grüße
    Ivy

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