Kurzrezension: Christine Féret-Fleury – Das Mädchen, das in der Metro las

In Das Mädchen, das in der Metro las geht es um Juliette, die jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit in diverse Romanwelten eintaucht. An einem Tag beschließt sie, früher auszusteigen und trifft auf Soliman, der mitten in seinen ganzen Bücherstapeln lebt, gemeinsam mit seiner kleinen Tochter Zaide. Er glaubt, dass Bücher die Macht haben, Leben zu verändern, wenn sie an die richtige Person geraten. Juliette wird daraufhin zu seiner Botin.


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Dieses 176 Seiten lange Büchlein erreichte mich als Überraschungspost aus dem Dumont Verlag, worüber ich mich sehr gefreut habe. Relativ zeitnah begann ich, in das Buch rein zu lesen, gemeinsam mit Jill, die es ebenfalls in diesem Rahmen bekommen hat.

Neben der hübschen optischen Gestaltung mit den vielen Büchern auf dem Umschlag, dem weißen Einband und dem roten Lesebändchen sprachen mich besonders die kurzen Kapitel an, denn meiner Meinung nach regt das immer zum raschen Weiterlesenwollen an – nur noch das eine kleine Kapitel – und plötzlich hat man das Buch beendet. Auch die Thematik reizte mich, schließlich handelt es sich um ein Buch über Bücher.

Schön zu lesen war die Begeisterung von Juliette für die Welt der Bücher. Schnell wurde deutlich, dass ihr ihr eigentlicher Beruf nicht ausreichte, und als sie auf den kauzigen Soliman und seine neugierige Tochter Zaide traf, entdeckte sie eine neue Leidenschaft: das Übermitteln von Büchern an bestimmte Menschen. Besonders spannend fand ich die Entwicklung, die Juliettes Geschichte daraufhin nahm, obwohl sie sich zunächst zu sträuben schien. Interessant waren die Darstellungen ihrer Beobachtungen in der Metro.

Insgesamt empfand ich die Geschichte zwar als recht spannend, aber gleichzeitig als sehr ruhig und leider nicht ganz rund. Es passierte nicht viel, vieles wurde angeschnitten, Botschaften angedeutet – einige davon wurden gelungen integriert und projiziert, andere meiner Meinung nach leider nicht ganz zu Ende geführt. Nichtsdestotrotz gab es einige emotionale Momente, die mich beschäftigt haben. Ein trauriger Abschied, hoffnungsvolle Möglichkeiten, liebevolle, kluge Gespräche über Freundschaft, Bücher, Mut, Berufe, Berufungen, die Liebe, das Leben.

„Nichts ist im Leben ermutigend. Es ist an uns, dort Ermutigung zu finden, wohin unser Blick, unsere Begeisterung, unsere Leidenschaft, unser … egal, was auch immer, uns lenkt.“
(Das Mädchen, das in der Metro las, S. 101)

Ich erhielt einen interessanten Einblick in das Leben einer buchverliebten, jungen Frau, die auf neue Herausforderungen stößt. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, es war schön, darüber zu lesen, aber langfristig konnte ich nicht viel für mich mitnehmen. Etwas störend fand ich die Gedankensprünge der Protagonistin, denen ich nicht immer folgen konnte. Dennoch kein Fehlgriff, eher eine nette Zwischendurchlektüre.

Das Mädchen, das in der Metro las ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher – eine schöne Geschichte für Zwischendurch, von der ich persönlich jedoch nicht so viel mitnehmen kann, die mich aber dennoch gut unterhalten hat.

Kategorie: Zwischendurchlektüre

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Das Mädchen, das in der Metro las5

Weitere Meinungen

Letterheart ∗ Kitsunebooks ∗ Miss Paperback ∗ Frau Hemingway


Inhalt„Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul – manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.“  – Quelle

Werbung | Christine Féret-Fleury | Das Mädchen, das in der Metro las | 176 Seiten | 18€ | 22.05.2018 | übersetzt von: Sylvia Spatz | Originaltitel: La fille qui lisait dans le metro | Verlag: Dumont | Leseprobe

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar.*

18 Antworten zu “Kurzrezension: Christine Féret-Fleury – Das Mädchen, das in der Metro las”

  1. Hallo liebe Nicci,

    das Büchlein liegt auch noch auf meinem SuB und ich bin schon sehr gespannt, ob mich diese kurze Geschichte begeistern kann. (Gegenüger so dünnen Büchlein bin ich ja immer etwas skeptisch.)

    Liebe Grüße
    Bella

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      • Ich gebe Ihnen auf jeden Fall immer eine Chance.
        Oftmals empfinde ich es aber gerade bei tollen dünnen Büchern so, dass da einfach noch Potential für mehr Seiten drin steckt.

        Bin auch jeden Fall gepsannt, wie es mir mit diesem hier ergehen wird.

        LG
        Bella

        Gefällt 1 Person

      • Stimmt, das ist manchmal leider so. Ich mag zB gerne diese Episodenromane, die nur um die 120 Seiten haben, wo man aber weiß, dass sie monatlich erscheinen und dann irgendwann halt 700-900 Seiten haben :)

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  2. Hallo Nicci!
    Mir ging´s bei diesem Buch ganz so wie dir (und wohl auch wie vielen anderen) – ich fand die Idee der Geschichte an sich super, aber die Umsetzung war für mich ebenfalls nicht ganz stimmig, irgendwie unausgewogen. Komisch irgendwie, dass scheinbar tatsächlich jeder und jede Bücherverliebte hohe Erwartungen an ein Buch über Bücher stellt…
    Aber voll schön, wie du trotzdem die positiven Aspekte des Buches (die ja durchaus auch vorhanden sind) hervorhebst! :)
    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    Melanie

    Gefällt 1 Person

    • Hey!
      Ja, anscheinend haben das viele so empfunden..
      Klar, es gab ja auch viele positive Aspekte :) Mir ist immer wichtig, die auch zu benennen dann. Soll ja nicht nur negativ werden, hihi.
      (Insofern ein Buch auch was positives bietet)

      Liebe Grüße und einen schönen Tag

      Gefällt 1 Person

  3. Guten Morgen Frau Trallafitti!

    Etwas für Zwischendurch ist auch nicht verkehrt – vermutlich.
    Ein Buch über jemanden, der Bücher mag, ist grundsätzlich erstmal interessant. Bis sich das Gegenteil zeigt. Oder so. Ich bin auf jeden Fall gespannt und habe das Buch schon in den engeren Kreis mitaufgenommen. Vielleicht im Urlaub. Obwohl dann wahrscheinlich so manch anderes Buch eifersüchtig wird. :P

    Liebste Grüße,
    Wiebi

    Gefällt 1 Person

  4. Liebe Nicci,
    solche Bücher für zwischendurch sind ja auch nicht falsch. Ich bezeichne sie immer gerne als Sommerurlaubslektüren. Ich weiß auch nicht… einfach Bücher, die ganz angenehm zu lesen sind, die einem eine schöne Zeit bereiten, aber keine unfassbaren Lesehighlights sind.
    Zu „Das Mädchen, das in der Metro las“ habe ich in den vergangenen Tagen schon häufig ähnliche Meinungen gehört. Witzigerweise hatten alle relativ hohe Erwartungen, immerhin ist es ein Buch, das um Bücher geht! Dennoch spiegeln alle Meinungen auch deine wider: Ganz nett, aber kein Highlight.
    Ich glaube, ich würde mich vielleicht dann auch eher für eine andere Zwischendurchlektüre entscheiden :)
    Liebe Grüße,
    Janika

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Janika,
      da hast du recht, für Zwischendurch ist das auch mal ganz nett. Und immerhin geht es um Bücher. Somit war das erst recht eine schöne Lektüre für einen Abend.
      Irgendwie scheinen die meisten nicht so begeistert zu sein, in den verlinkten Rezensionen ist aber sogar eine dabei, die es als Jahreshighlight bezeichnet :) So unterschiedlich kann es sein, finde ich sehr spannend.

      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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