Rezension: Kelsey Sutton – Winterseele

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Niemand weiß, dass Elizabeth Caldwell die Gabe besitzt, Gefühle in menschlicher Gestalt zu sehen. Sehnsucht, Mitleid, Wut – sie alle halten sich von Elizabeth fern, denn sie zeigt als einzige Sterbliche keine Reaktion auf ihre Berührung. Allein der Angst und Schrecken verbreitende Fear wird bei ihr schwach. Er ist besessen davon herauszufinden, welche Macht Elizabeth zu dem gemacht hat, was sie ist … [Quelle]

Übersetzer: Ursula Held | Originaltitel: Some Quiet Place (2013) | Klappenbroschur | empfohlen ab: 14 Jahren | ISBN: 978-3473585083 | Jugendliteratur

Hier habe ich euch Winterseele neulich bereits vorgestellt. Ich wurde in einer Bloggergruppe darauf aufmerksam und kann euch sagen, dass es sich um eine wirklich coole, besondere Idee handelt, die in der Geschichte thematisiert wird.

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Es wird immer noch nicht gesprochen. Wir tun, als gehörten wir zusammen, und wissen es doch besser. [Winterseele, Kelsey Sutton, S. 24]

Zu Beginn möchte ich die optische Gestaltung des Buches loben. Während des Lesens war ich zunächst aufgrund der Darstellung des Mädchens auf dem Cover verwundert, doch später fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen und ich fand es sehr passend. Auch das englische Originalcover finde ich schön, es wirkt ziemlich düster und abstrakt, ich habe es euch kürzlich in meiner Buchvorstellung gezeigt.

Der Schreibstil war sehr angenehm, teilweise metaphorisch, oft sehr bildhaft. Gelungen fand ich die optischen Beschreibungen der Gefühle, die die Protagonistin Elizabeth als Gestalt sehen, aber nicht fühlen konnte. Ich fand diese Idee sehr besonders, für mich war sie neu und in der Umsetzung richtig spannend. Am häufigsten begegnete mir Fear, das einzige „Gefühl“, das bei dem englischen Namen genannt wurde. Ich fand ihn sehr sympathisch, zum Ende hin hatte ich außerdem das Gefühl, dass er eigentlich eine gebrochene Seele war, insofern man das so nennen kann. Auch Joshua mochte ich sehr gerne, er war Elizabeth stets ein loyaler, treuer Freund, den sie selbst als nervig, stur und ausdauernd beschrieb, was ich sehr zutreffend fand. Er war da, wenn ihr alle anderen durch ihre besondere Art den Rücken kehrten.

„Wenn wir nichts riskieren, werden wir nie die Dinge entdecken, für die es sich zu leben lohnt“ [Winterseele, Kelsey Sutton, S. 213]

Der interessanteste Aspekt war für mich die Herkunft von Elizabeth und damit einhergehend der Verlauf ihrer eigenen Geschichte, ebenso die Auswirkungen auf ihre Zukunft. Von den Wendungen diesbezüglich wurde ich total überrascht. Auch gab es einige dramatische Momente, die mich total mitfiebern ließen, vor allem natürlich die Begegnungen mit einem bestimmten Charakter. Kelsey Sutton schaffte es, eine authentische Atmosphäre zu schaffen, und Emotionen passend zu beschreiben, sodass ich mitfühlen konnte. Ich hoffte, trauerte und kämpfte mit Elizabeth. Sehr emotional fand ich die familiäre Situation von ihr, ebenso den Umgang mit ihren Eltern. Beim Auftreten von Tim bekam ich jedes Mal eine Gänsehaut und spürte, dass etwas in der Luft lag. Obwohl Fear Menschen das fürchten lehrt, besaß er dabei oftmals eine gegensätzliche Rolle, die ich als angenehm, konstant und haltgebend empfand. Die Flashbacks von Elizabeth fand ich unglaublich gut beschrieben, auch sorgten sie dafür, dass ich stets weiterlesen und erfahren wollte, was es mit Rebecca und Landon auf sich hatte.

Das Ende fand ich passend, auch wenn ich gerne noch mehr über Morgan erfahren hätte, waren ihre Auftritte in der Geschichte doch recht knapp. Über die exklusive Bonusgeschichte, auf die man mit einem QR-Code zugreifen konnte, habe ich mich sehr gefreut. Sie verriet einen wichtigen Wendepunkt der Geschichte und sollte deshalb wirklich erst nach der Hauptstory gelesen werden. Auch bot sie einen tieferen Einblick in die Gedanken von Elizabeth bezüglich der Entwicklung ihrer Geschichte und deren Ausgang, sowie in ihre Vergangenheit und dort enthaltene wichtige Personen.

Winterseele ist eine spannende, besondere Geschichte mit düsteren Gänsehautmomenten, die mich durch einen angenehmen, bildhaften Schreibstil und authentische Charaktere überzeugen konnte. Den Aspekt, Gefühle und Elemente als menschliche Gestalten darzustellen und in eine Geschichte zu integrieren fand ich sehr gelungen. Besonders beeindruckend fand ich die Botschaft, die dadurch rüber kam. Meinerseits definitiv ein Buchtipp!

Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für das Rezensionsexemplar.

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16 Kommentare zu „Rezension: Kelsey Sutton – Winterseele

  1. Danke schön für diese schöne Rezension, liebe Nicci! Auf das Buch bin ich durch die vielen Berichte während der LLC aufmerksam geworden und ich freue mich wirklich zu lesen, dass es so gut zu sein scheint, wie es sich anhört. Also ab auf die Wunschliste damit. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Maike

    Gefällt 1 Person

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