Rezension | Andreas Wassner – Der kleine Prinz wird erwachsen

– Ein gesellschaftskritisches Gespräch –

Werbung | Andreas Wassner | Der kleine Prinz wird erwachsen | Verlag: Bucher | 19.10.2017 | 104 Seiten | HC: 14€ | Amazon**

Hast du dich schon einmal gefragt, was aus dem kleinen Prinzen wurde, nachdem er seine Hülle in der Wüste zurückgelassen hatte? Viele Fragen blieben unbeantwortet. Vielleicht hat es sich ja so zugetragen:
Einige Zeit, nachdem er die Erde verlassen hatte, kehrte er zurück viele offenen Fragen beschäftigten ihn. Vor allem wollte er herausfinden, wie aus den tollen Kindern oft so seltsame große Leute werden können, die dann gar nichts mehr verstehen.
Viele Jahre lang mischte er sich unter die Menschen und erlebte schöne, aber auch schreckliche Dinge, die ihn teilweise sehr
verwirrten. Nun war er auf der Suche nach einem Freund, mit dem er seine Erlebnisse teilen und besprechen konnte. Diesen fand er auf einem kleinen Asteroiden … [Quelle]


Vor einiger Zeit schrieb mich Andreas Wassner bezüglich einer Kooperationsanfrage an. Weil ich Der kleine Prinz sowieso nochmal lesen wollte kam mir diese Möglichkeit also sehr gelegen, denn so konnte ich beide Bücher hintereinander lesen. Bei Der kleine Prinz wird erwachsen handelt es sich um eine Kritik an der Gesellschaft in der Form eines Gespräches zwischen dem Erzähler und einer uns seit 75 Jahren bekannten literarischen Figur – dem nun 16-jährigen kleinen Prinzen, die sich auf einem Asteroiden wieder treffen.

Hast du dich schon einmal gefragt, was aus dem kleinen Prinzen wurde, nachdem er seine Hülle in der Wüste zurückgelassen hatte? Und wie es dem Schaf und der Rose erging? Viele Fragen blieben unbeantwortet. Vielleicht hat es sich ja so zugetragen…
(Cover innen, Der kleine Prinz wird erwachsen, Andreas Wassner)

Andreas Wassner knüpft somit an Der kleine Prinz an und behandelt in seinem Werk verschiedene gesellschaftliche Aspekte wie Politik, Bildungssystem, Reisen, Freundschaft, Familie, Erziehung und Umgangsformen auf der Basis von Liebe, Hoffnung und Glauben und thematisiert dadurch auf eine gelungene und intelligente Art und Weise den Verlust von gegenseitigem Verständnis, Zusammenhalt und Wertschätzung. In diesem Artikel berichtet der Autor über die Hintergründe und seine Motivation Der kleine Prinz wird erwachsen zu schreiben.

In den Texten plädiert er anhand des Gespräches für ein angenehmeres Zusammenleben der Generationen durch Aufmerksamkeit und Hoffnung, die in den schnelllebigen Situationen des Alltags leider häufig verloren zu gehen scheinen. Besonders interessant fand ich, wie die beiden Gesprächsteilnehmer sich den Ball gegenseitig zuwarfen, ihre spezifischen Fragen anhand ihrer eigenen gesammelten Erfahrungen beantworteten und obendrein gemeinsam Lösungsansätze entwickelten.

Der kleine Prinz wird erwachsen1

Sehr gelungen fand ich die optische Gestaltung des Hardcoverbuches. Neben einer schönen Covergestaltung besitzt es viele farbige Illustrationen von Andreas Marosch, die passend zu der Thematik wirken und das Lesevergnügen zusätzlich steigerten. Auch Wassner bedient sich Themen moralischen Denkens und einer poetischen, philosophischen Ausdrucksweise, nutzt darüber hinaus passenderweise zusätzlich moderne Ausdrücke und Themen, die aktuell sind. Die situativen Gedankensprünge fand ich punktuell etwas störend, aber nicht weiter tragisch.

Interessant war für mich besonders der Epilog, in dem Wassner den kleinen Prinzen mit dem Vorhandensein eines imaginären Freundes von Kindern vergleicht, den man im Laufe des Lebens durch Enttäuschungen und negative Erfahrungen immer mehr aus den Augen verliert. Die Botschaft, dass man an seinem eigenen kleinen Prinzen festhalten, oder ihn wiederfinden soll, fand ich treffend und wichtig. Am Ende gab es noch einen kleinen, sehr spannenden und ehrlichen Einblick in das Leben des Autors, wofür ich sehr dankbar bin. Meiner Ansicht nach nimmt man Texte nochmal anders und intensiver wahr, wenn man ein paar Hintergründe kennt.

Dann werden wir zu diesen seltsamen großen Menschen ohne Vorstellungskraft und Fantasie, die sich nur noch ein eintöniges Leben in Sicherheit vorstellen können, ohne Überraschungen und Abenteuer, deren Lebenszweck das Arbeiten ist […]. Antoine hat seinen Prinzen wieder gefunden.
(Der kleine Prinz wird erwachsen, Andreas Wassner, S. 99)

Der kleine Prinz wird erwachsen ist meiner Meinung nach ein Plädoyer für Wertschätzung, Menschlichkeit und Hoffnung an Erzieher, Lehrer, Politiker, Eltern und alle anderen „großen Menschen“, die den kleinen Menschen den Weg ebnen und sie begleiten. Es handelt sich nicht um eine typische Fortsetzung, sondern eher um eine schöne Ergänzung, die zum Nachdenken anregt.

Kategorie: Buchtipp


Weitere Meinungen

Ich fand die Ausführungen dazu offen, ehrlich und berührend, an manchen Stellen vielleicht auch etwas zu belehrend, aber im allgemeinen alle wichtig und essentiell, um ein friedliches und glückliches Miteinander zu schaffen. – Weltenwanderer


Klappentext

Hast du dich schon einmal gefragt, was aus dem kleinen Prinzen wurde, nachdem er seine Hülle in der Wüste zurückgelassen hatte? Viele Fragen blieben unbeantwortet. Vielleicht hat es sich ja so zugetragen:
Einige Zeit, nachdem er die Erde verlassen hatte, kehrte er zurück viele offenen Fragen beschäftigten ihn. Vor allem wollte er herausfinden, wie aus den tollen Kindern oft so seltsame große Leute werden können, die dann gar nichts mehr verstehen.
Viele Jahre lang mischte er sich unter die Menschen und erlebte schöne, aber auch schreckliche Dinge, die ihn teilweise sehr
verwirrten. Nun war er auf der Suche nach einem Freund, mit dem er seine Erlebnisse teilen und besprechen konnte. Diesen fand er auf einem kleinen Asteroiden … [Quelle]


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Vielen Dank an Andreas Wassner und den Bucher Verlag für das Rezensionsexemplar*.

 

5 Antworten auf „Rezension | Andreas Wassner – Der kleine Prinz wird erwachsen

  1. Pingback: Monatstrallafitti April – Trallafittibooks

  2. aleshanee75

    Hi!

    Freut mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat!
    Ich konnte ja früher mit „Der kleine Prinz“ nicht so wirklich viel anfangen, ist auch schon Ewigkeiten her, seit ich das gelesen hatte. Als aber letztes Jahr der Film dazu rauskam dachte ich, den guck ich mir an. Und siehe da, ich hab die Botschaft endlich verstanden! Und der Film war auch wirklich wunderbar gemacht ♥

    Auf diese „Fortsetzung“ war ich natürlich neugierig, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie man das ganze „fortsetzen“ soll. Aber die Themen die hier angesprochen wurden sind so wichtig und betreffen jeden ständig im Alltag. Da kann man sich ruhig mal öfters Gedanken drüber machen, das hat der Autor wirklich gut zusammengestellt!

    Vielen Dank auch fürs Zitieren :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Nicci Trallafitti

      Liebe Aleshanee,
      den Film kenne ich gar nicht. Vielleicht sollte ich mir mal die DVD besorgen :) Ich glaube dir direkt, dass er schön gemacht ist.

      Jau ich auch. Der erste Impuls war damals echt sowas wie „darf er das?“. Aber er hat das echt gut gelöst. Letztendlich ist es eine schöne Ergänzung, weniger eine „richtige“ Fortsetzung :)

      Gerne!

      Liebe Grüße!

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