Rezension: Christian Handel – Rosen & Knochen

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Christian Handel | Rosen & Knochen | Verlag: Drachenmond | erschienen am: 06.09.2017 | 200 Seiten | TB: 12€ / eBook: 3,99€ | Amazon**

In Rosen & Knochen geht es um die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose, die sich als Schneeweißchen und Rosenrot ausgeben. Die Bewohner eines kleinen Dorfes bitten sie darum, den Geist einer Hexe zu vertreiben. Dabei stoßen sie jedoch auf ein grausames Geheimnis in den dunklen Tiefen der Waldhütte.

Mit seinen 200 Seiten ist das Buch recht flott durchgelesen, der angenehme Schreibstil, die düstere Atmosphäre und die rasanten Ereignisse tun ihr Übriges. Christian Handel schaffte es, Situationen wahnsinnig bildhaft zu beschreiben, sodass ich eine Gänsehaut bekam. Ich genoss den Aufenthalt im Hexenwald sehr und hoffe, dass es schon bald neue Geschichten gibt, die dort spielen.

Die Thematik war an die Märchen Schneeweißchen und Rosenrot und Hänsel und Gretel angelehnt, und mit düsteren Ereignissen ausgeschmückt. Auch wurde Homosexualität so gekonnt integriert, dass es mir erst später bewusst geworden ist, somit sicherlich ein Pluspunkt für die LGBT+-Freunde. Die Beziehung wurde völlig normal dargestellt, ohne dass es besonders betont werden musste, was ich sehr angenehm fand. In vielen LGBT+ Büchern wird so auf der Thematik herumgeritten, dass es fast schon gezwungen unnormal wirkt, was ja im Grunde genommen genau das Gegenteil davon ist, was es eigentlich vermitteln soll: Normalität.

Die Atmosphäre empfand ich zwischendurch als ziemlich gruselig, insbesondere die beschriebenen Flashbacks in die Vergangenheit von Gretel. Auch die interessanten Figuren, die sich im Wald aufhielten, waren gekonnt schauerlich beschrieben. Allein das Betreten der Waldhütte sorgte dafür, dass es mir eiskalt den Rücken hinunter lief. Und die Beschreibung des Brunnens erst! Auch die Hexe wurde sehr passend dargestellt.

Die Protagonistinnen waren aufgrund ihrer familiären Herkunft recht verschieden, Muireann besaß dabei ein Geheimnis, was durch einen dramatischen Zwischenfall ans Tageslicht drang. Über Rose konnte ich noch nicht sehr viel erfahren, womit sie recht blass blieb. Demnach bin ich sehr gespannt darauf, was ihre Vergangenheit bereithält. Auch über Muireanns Familie würde ich gerne mehr erfahren.

Die optische Gestaltung gefiel mir total gut, auch wenn man die Szene auf dem Cover erst während des Lesens versteht. Zunächst kommt natürlich die Frage auf, wieso zwei Dämonenjägerinnen in Ballkleidern durch einen Wald rennen, aber dafür gibt es eine interessante Erklärung. Die Auflösung des Rätsels konnte mich überraschen und dadurch sehr beeindrucken, für mich war sie nicht vorhersehbar.

Ein Highlight waren für mich die Kurzgeschichte, die sich hinten im eBook befindet (ich denke, dass sie auch im Print abgedruckt ist?) sowie die Hintergrundinformationen über Grimms Märchen, die Christian zusammengestellt hat. Sehr passend finde ich die Anmerkungen, dass Märchen uns lehren, „dass die Welt nicht nur eitel Sonnenschein ist und dass wir uns unseren inneren und äußeren Dämonen stellen müssen.“

Rosen & Knochen war ein gruseliger Kurztripp in den Hexenwald, der mir richtig gut gefallen hat. Gerne wäre ich noch länger an der Seite der beiden Dämonenjägerinnen geblieben und auf weitere schaurige Gestalten gestoßen, die es zu vertreiben gilt. Meinerseits ein Buchtipp für Freunde von düsteren Märchenadaptionen.

Ich bin eins und ich bin viele. Ich bin Magie.
[Rosen & Knochen, Christian Handel]


Weitere Meinungen

„Ich empfehle eine kuschelige Decke auf der Couch, vllt noch ein heißes Getränk daneben, um dieses Buch in vollen Zügen zu genießen und notfalls, die Gänsehautschauer einzudämmen.“ – The Bookbeast

Blatt-Trenner

Fürchtest du dich, bei Mondschein das Grab einer Hexe zu betreten?

Unter den Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot ziehen die Dämonenjägerinnen Muireann und Rose durch die Lande. Sie bekämpfen Trolle, retten Jungfrauen vor Wassermännern und vertreiben Kobolde aus Mühlen und Bauernhäusern.

Als sie von den Bewohnern eines kleinen Dorfs angeheuert werden, den spukenden Geist einer Hexe unschädlich zu machen, geraten sie allerdings in ein alptraumhaftes Abenteuer, das sie an ihre Grenzen führt. Und das ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringt, das eine von ihnen vor der anderen gern für immer verborgen hätte … [Quelle]

Verlag | Amazon**

 

Vielen Dank an Christian Handel für das Rezensionsexemplar*.

Ein Kommentar zu „Rezension: Christian Handel – Rosen & Knochen

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