Rezension: Teresa Sporrer – Chaoskuss

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Das Leben der 17-jährigen May wäre so viel einfacher, wenn sie sich nur mit den typischen Teenie-Problemen herumschlagen müsste. Doch May ist nicht wie die anderen – sie ist eine Hexe. Und trotzdem muss sie an ihrer Schule das normale Mädchen spielen. Immerhin ist sie nicht das einzige übernatürliche Wesen dort, weshalb es neben dem alltäglichen Highschoolwahnsinn auch Stress mit nervigen Vampiren, streitlustigen Walküren oder unzufriedenen Dämonen gibt. Aber dann lädt Noah – ein Mensch! – sie auf eine Halloweenparty ein und plötzlich scheint doch ein bisschen Normalität in Mays Leben einzukehren. Aber nicht für lange…

Textauszug:
Der Blitz erleuchtete die Scheune für mehrere Sekunden taghell, bevor es ordentlich krachte. Die Scheune vibrierte und Leute kreischten.
»GEH!«, brüllte ich Noah an. »Verschwinde sofort!«
Es donnerte weitere Male und der starke Wind, der nun draußen tobte, rüttelte wie wild am Holz.
Meine Enttäuschung hatte sich in grenzenlose Wut verwandelt. Ich wollte zerstören und vernichten. Durch den Wind das Holz brechen, den Boden mit Blitzen verbrennen und alles mit Regen fortschwemmen. Quelle

Schon lange schlich ich um dieses eBook herum und entschied mich dann dazu, es endlich bei Carlsen anzufragen. Ich bekam eine Zusage und erwartete eine magische, spannende Geschichte. Und ich wurde nicht enttäuscht, sogar positiv überrascht.

Meine Meinung

Schon der Prolog versprach eine humorvolle und interessante Geschichte einer sympathisch wirkenden Protagonistin und zahlreichen magische Wesen in ihrem Umfeld. Angenehm fand ich dabei, dass hier Mays Alltag und die Umstände ihres Lebens plausibel zusammengefasst wurden und ich dadurch einen tollen Einblick bekam, gleichzeitig wurde ich total neugierig. Und Geschichten, in denen es um Hexen geht, sprechen mich grundsätzlich an. Spätestens als aber auch Walküren und ein Voodoo-Clan erwähnt wurden hatte Teresa Sporrer mich und meine Aufmerksamkeit an der Angel.

Der Verlauf nahm rasch an Action zu, insbesondere durch ein bestimmtes dramatisches Ereignis auf einer Party, auf der May sich befand. Dieses hatte immensen Einfluss auf die Entwicklung der weiteren Story.
Insgesamt konnte die Spannung kontinuierlich gut gehalten werden. Am interessantesten fand ich den Auftritt eines, oder eher gesagt zwei bestimmter Familienmitglieder von May und damit einhergehenden Erklärungen ihre… nennen wir es ihre Vergangenheit betreffend.
Nach und nach erfuhr May die Wahrheit über ihre Fähigkeiten, gleichzeitig aber diesbezüglich vermutlich entstehende Schwierigkeiten und Anforderungen. Auch entpuppte sich der eine oder andere Charakter zu einem sehr gefährlichen, leider negativ und unveränderlich beeinflussten Zeitgenossen.

Die Thematik der ägyptischen Mythologie fand ich wirklich spannend und gelungen in den Storyverlauf integriert. Teresa Sporrer schaffte es, auf eine lockere Art und Weise themenspezifische Hintergrundinformationen zu vermitteln.
Ihr angenehmer Schreibstil sorgte dafür, dass ich die Geschichte gebannt verfolgte und einen abenteuerlichen Mix aus Hoffen, Freuen, laut Lachen und Mitfiebern durchlebte. An manchen Stellen habe ich so gelacht, dass ich meinen Kindle kurz zur Seite legen musste. Und gleichzeitig flogen die Seiten nur so dahin, ich war gemeinsam mit May auf der Jagd nach Antworten.

Die Charaktere waren allesamt in ihrer Eigenheit interessant und größtenteils sympathisch. Selbst Seth konnte ich nicht wirklich böse sein, trotz seiner Vergangenheit.
May war eine liebenswürdige Protagonistin, die zum Teil sehr lustige und ehrliche, manchmal aber auch recht nachdenkliche, hinterfragende Monologe führte. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und hatte häufig das Gefühl, an ihrer Seite zu stehen und sie auf ihrem Weg begleiten zu können. Sie durchlebte jugendliche Krisen, die wir alle irgendwie kennen. Zugleich musste sie sich mit Aufgaben, Anforderungen und Dramen die die übernatürliche Welt in ihrer Vielseitigkeit betrafen auseinandersetzen.
Und dann war da ja noch Noah. Noah war… humorvoll, verständnisvoll, aber zugleich unnahbar, distanziert. Somit eine explosive Mischung, die es zu bewältigen galt.
Über Mays Familie hätte ich gerne noch mehr erfahren. Die Diskussionen in der Küche zwischen bestimmten Charakteren waren super lustig und göttlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Am liebsten hätte ich mit am Tisch gesessen.

„Ich konnte nichts mehr fragen, da Mom mit ihrem Kübel zurückgestapft kam.
Sie erinnerte in ihren Hotpants und
dem bauchfreien Wickeltop an eine Teenagerin im Spring Break, die unbedingt Kübelsaufen wollte.“

Auch den Epilog fand ich durch seine zusammenfassende, lockere Schreibweise sehr angenehm und passend, auch, wenn er ein recht offenes Ende beinhaltete, welches Lust auf mehr machte. Mehr May, mehr Noah, mehr Seth. Mehr Mythologie. Mehr Magie.

Fazit

Chaoskuss ist eine spannende, emotionale aber nicht kitschige, humorvolle aber nicht alberne, magische Geschichte, die ich jedem wärmstens empfehlen kann, der gerne Bücher über übernatürliche Wesen, Mythologie und jugendtypische Themen liest. Ich habe May sehr gerne auf ihrem abenteuerlichen Weg begleitet und bin froh, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.
Chaoskuss gehört für mich persönlich in die Kategorie: 14657800_1115786608491020_1571496987_n

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das eBook-Rezensionsexemplar!

Weitere Rezensenten

Die Buchmaid

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Infos

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Titel: Chaoskuss
Autor: Teresa Sporrer
Seiten: 310
Preis: eBook: 3,99€
Verlag: Carlsen impress

Hier geht’s zum Buch.*

Leseprobe

*Hier handelt es sich um einen Affiliate-Link: wenn du etwas auf der Carlsen-Website anhand meines hinterlegten Links kaufst, unterstützt du meine Arbeit, ohne dass es dich mehr kostet. Dafür danke ich dir.

4 Kommentare zu „Rezension: Teresa Sporrer – Chaoskuss

  1. Liebe Nicci,

    Ich muss gestehen, dass ich vorher gar nicht darauf geachtet habe, warum es bei Chaoskuss geht :O
    Jetzt allerdings bin ich Feuer und Flamme! Das Buch muss ich einfach lesen, danke für deine tolle Rezension!

    Liebste Grüße
    Jill ❤

    Gefällt 1 Person

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