Kurzrezension: Tetsuya Tsutsui – Poison City 1

Mangazeichner Mikio Hibino möchte seine Horrorserie „Dark Walker“ auf den Markt bringen. Gleichzeitig schaut Tokyo den Olympischen Spielen 2020 entgegen während die Regierung Zensur schädlicher Inhalte fordert. Die Freiheit des Ausdrucks gerät in Gefahr – so auch Mikio mit seinem Manga.


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Den Manga habe ich bei Jill entdeckt und als ich den Titel las und das Cover sah war mein Interesse geweckt. Worum es genau geht war mir in dem Moment relativ egal, ich wollte die Geschichte hinter der Person mit der Maske unbedingt erfahren. Ich erwartete eine actionreiche Geschichte, mit eventuell dystopischen Inhalten, was aber gar nicht ganz das Thema war…

Gemeinsam mit Jill machte ich mich also an das Lesen dieser Geschichte. Schnell merkte ich, dass das Thema, was das Cover vermittelte, gar nicht der Hauptaspekt dieses Mangas sein würde. Vielmehr ging es um die Zensur schädlicher Inhalte für Kinder und Jugendliche, die eine Bewegung namens „Säuberungsfront“ nun kennzeichnen will. Manga mit schädlichen Inhalten bekommt man daraufhin nur noch ab 18 Jahren direkt an der Ladentheke, was den Verkauf einzelner Bücher und Serien natürlich immens einschränken könnte, so auch das neue Projekt von Mikio Hibino, dessen „Dark Walker“ Manga Aspekte wie Kannibalismus und Mord beinhaltet.

Besonders cool fand ich die Integration eines Mangas und dessen Veröffentlichung in einem Manga. Dadurch konnte ich den Prozess hautnah miterleben, auch wenn es sicherlich nicht immer und unbedingt genau so abläuft. Auch die Thematik der Zensur wurde super spannend umgesetzt und näher gebracht, dies sorgte bei mir automatisch dafür, dass ich mir Gedanken dazu machte. Ein Lichtblick waren für mich die Menschen in dem Umfeld von Mikio, die an ihn geglaubt und stets versucht haben, eine Lösung zu finden. Darüberhinaus gab es ein paar ziemlich grausame Szenen, die das Ganze noch spannender machten. Der erste Band endete recht offen und lässt auf einen spannenden weiteren Verlauf schließen – ich habe da bereits so meine Vermutungen. Hier handelt es sich übrigens um eine Dilogie, was ich in der Welt der Manga ganz angenehm finde. Sehr interessant fand ich das Nachwort mit den Hintergrundinformationen zum Ursprung dieses Projekts, denn der Autor Tetsuya Tsutsui hat mit seinem Manga Manhole bereits ähnliches erfahren müssen, wie sein Protagonist.

Fazit

Poison City 1 war völlig anders, als erwartet, hat mir aber trotzdem – oder gerade deshalb – richtig gut gefallen. Die Thematik war für mich neu und sehr interessant. Eine klare Leseempfehlung.

Weitere Meinungen

Er erschafft eine bedrückende Realität, in der Zensur und vorauseilender Gehorsam gang und gebe sind.Splashcomics

Es steckt sicherlich mehr hinter Tsutsuis Idee und bestimmt auch eine eigene Intentionen, aber es mangelt an der Umsetzung. Die Story dümpelt vor sich hin und steuert nie auf einen nennenswerten Höhepunkt zu.DeepGround


Inhalt„Der spektakuläre neue Thriller von Tetsuya Tsutsui! Die zweibändige Geschichte spielt 2019 in Tokyo. Im Vorfeld der Olympischen Spiele bricht sich der Puritanismus Bahn: bei Säuberungsaktionen wird vermeintlich Anstößiges aus dem Stadtbild eliminiert, und das gesellschaftliche Klima wird immer angespannter. Zeitgleich muss ein junger Nachwuchszeichner zusehen, wie sein Horror-Manga vom Markt genommen wird, weil er bestimmten Personen ein Dorn im Auge ist… Eine spannende, realitätsnahe Story, in dem Tsutsui die Themen Zensur und Meinungsfreiheit – und sogar die historische Comic-Hatz der 50er- und 60er-Jahre in den USA – in einen sehr glaubwürdigen Reality-Thriller verpackt. Im Anhang erläutert Tsutsui dabei auch seine persönliche Motivation hinter der Entstehung dieser Geschichte.“  – Quelle

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5 Antworten auf „Kurzrezension: Tetsuya Tsutsui – Poison City 1

  1. kaisuschreibt

    Mich hatte der Manga damals auch positiv überrascht. Gerade das „Manga im Manga“ hat mir sehr gut gefallen.
    Manhole ist auch von dem Zeichner und Prophecy (wenn mich nicht alles täucht)
    Ich mag seinen Stil und die Kritik, die er in den Geschichten versteckt :3

      1. kaisuschreibt

        Sorry, hatte parallel bei mir gestöbert und nicht noch mal oben geschaut, ob ihn erwähnt hattest :P
        Wollte wissen ob ich eine Kritik hochgeladen hab, aber es existiert nur eine zu „Manhole“ wo ich „Poison City“ erwähne ;)

  2. Pingback: Leselaunen | Wochentrallafitti: Muskelkater vom Lesen – Trallafittibooks

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