Letztes Wochenende öffnete Schloss Burg in Solingen ihre Tore für die Harry Potter Convention. Michi, Lydia und ich machten uns morgens also mit Essen und Energy-Drinks bepackt auf den Weg, voller Vorfreude auf einen Tag, der unsere Potterherzen erwärmt, denn die Tickets, die damals nach wenigen Stunden ausverkauft waren, befanden sich nun schon seit nahezu einem Jahr in unserem Besitz. Und endlich war es soweit.
Info:
Egal welchem Haus Ihr angehört, Ihr seid alle herzlich willkommen. Lasst uns gemeinsam im Mai 2018 “Schloß Burg” in die berühmteste Zauberschule der Welt verwandeln.
Kommt in den Farben Eures Hauses, bringt Eure Eulen und Drachen mit und besucht unser „MFC-Special“.
Trefft gleichgesinnte Potterheads und einige Stars aus der Fimserie, tauscht Euch bei einem leckeren Butterbier aus, , setzt Euch in den Ford Anglia der Familie Weasley, macht mit beim „Besen-Rodeo“, macht Euren Photoshoot mit Eurem Star, holt Euch ein Autogramm mit Widmung, lauscht im Panel den Geschichten der Darsteller, besucht einen Workshop, lauscht einem Vortrag und flaniert über den Mittelaltermarkt.
Wir freuen uns auf Euch ! [Quelle]

In Solingen angekommen mussten wir vom Parkplatz aus mit einer Seilbahn auf die Burg fahren, Michi und ich haben uns fast in die Hose gemacht während Lydia den kurzen Moment genossen, die Augen geschlossen, sich zurückgelehnt und gesonnt hat. Als wir dann nach einer aufregenden Seilbahnfahrt auf der wir ein wenig gegrillt wurden auf der Burg waren, suchten wir als erstes einen Stand, an dem es Essen gibt, denn so eine Fahrt kann hungrig machen. Schön fand ich, dass es durchaus auch etwas für Vegetarier und sogar für Veganer gab.

Mit vollen Bäuchen schlenderten wir dann ganz erwartungsvoll und ein wenig aufgeregt in Richtung Burgvorplatz. Schnell merkten wir, dass sich dort bereits eine unendlich lange Schlange gebildet hatte. Der Vorplatz und auch die Burg waren zu dem Zeitpunkt (ca. 12 Uhr) wohl schon viel zu voll, sodass erstmal niemand mehr rein kam – ein kleiner Dämpfer, denn auf das innere der Burg freute ich mich am meisten. Somit nutzten wir die Zeit dafür, über den Vorvorplatz zu laufen und uns dort umzuschauen. Es gab zahlreiche kleine Buden, die Burger, Pommes, Fleisch und Co. angeboten haben. Cool war, dass es Burger passend zu den vier Hogwartshäusern gab, die Slytherin Burger waren wohl schwarz.

Natürlich gab es auch Butterbier, doch das schmeckte uns leider überhaupt nicht. Eigentlich handelte es sich um gewöhnliches Bier, ohne Butter. Dies nahmen wir zum Anlass um ein nächstes gemeinsames Treffen auszumachen, bei dem wir dann selber Butterbier herstellen wollen.

Kurze Zeit später leerte sich der Platz und wir konnten ohne Probleme den Vorplatz der Burg betreten. Dort habe ich dann endlich Rika getroffen, auf die ich mich schon unendlich gefreut hatte. Sie hatte Debbie im Schlepptau, was ich auch super toll fand. Nach einem kurzen (oder längeren) Plausch und ein paar witzigen Fotosessions machten wir uns auf, um das Innere der Burg zu erkunden. Doch da gab es ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sehen wie gedacht. Es gab eine kleine Halle, in der die Hausflaggen hingen, was ich recht schön fand, und eine etwas größere, in der die Stars der Filme saßen und für Fotos, Autogramme und einen kleinen Plausch zu haben waren – zumindest die meisten davon. Die Decke war mit Kerzen geschmückt, was ich richtig schön fand. Mein Highlight dabei war Viktor Krum (Stanislaw Janewski). Warum? Einfach, weil er da stand und gut ausgesehen hat, hehe.


Als wir daraufhin durch die Burg wuselten merkten wir schnell, dass es gar nicht mal so viel zu entdecken gab. Die Gänge waren recht schmal, an den Wänden befanden sich zwischendurch laminierte Zeitungsartikel, was für ein mini bisschen Hogwarts-Atmosphäre sorgte. Es war wohl auch der Tätowierer Winkelgasse aus Bochum vor Ort, dort sei es jedoch sehr voll gewesen, sodass wir uns sparten, dort vorbeizuschauen.


Auf dem Burgplatz angekommen trafen wir auf Newt, Tina, Queenie und Jacob aus Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Das Cosplay der vier hat mir wahnsinnig gut gefallen. Was man auf den Fotos nicht sieht sind die beiden Tierwesen, die noch an Newt und Jacob hingen – ein Niffler und ein Demiguise. Aber auch Moody und Filch waren vor Ort und ließen sich mit mir fotografieren.


Auch draußen gab es wieder einiges zu entdecken, von Wein, über Zauberstäbe und Halterungen, Fandom-„Ramsch“ bis hin zu einem Falkner, der verschiedene Tiere dabei hatte. Zufällig ergab sich ein kleiner Plausch, denn ich fragte ganz beiläufig, ob die Tiere das so gut fänden, hier zu sitzen. Er äußerte, dass sich die Tiere, wenn sie alles in Reichweite hätten was sie brauchen, gar nicht mehr bewegen würden, denn Fliegen sei für sie in etwa so, wie für uns eine Joggingrunde um die Burg. „I feel you, Vogel“ war meine Antwort, denn ich fühlte mich prompt sehr verbunden zu dem schönen Tier. Dennoch empfand ich diesen Stand als unnötig und war irritiert, als ich ihn dort sah, zumal die Tiere trotz der Tatsache, dass sie scheinbar nicht die größten Flugfans sind, sicherlich wenig Lust darauf haben, sich den ganzen Tag mit tausenden von Menschen auseinandersetzen zu müssen. Ich habe mich nicht mit dem Tier fotografieren lassen, sondern bin recht flott weiter gegangen, denn dort war, wie ihr euch vorstellen könnt, schon genug los.



Das Programm bestand aus Fototerminen mit den Schauspielern, Workshops und Panels, davon hatte mich aber nichts angesprochen, sodass ich die Zeit dafür nutzte, durch die Gegend zu schlendern, Eindrücke zu sammeln und Fotos zu knipsen. Es war an sich toll, dass die Schauspieler vor Ort waren, jedoch war mir persönlich das gar nicht so wichtig. Vielleicht hätte man das Geld, was dafür aufgebracht wurde, eher in die Dekoration, Unterhaltung und in Musik investieren können. Das Wetter hat mitgespielt, es war super warm und die Zeit ging rasend schnell vorbei. Es gab sogar ein kleines Quidditch-Feld, was ich ziemlich cool fand. Komisch war, dass es keinerlei Taschenkontrollen gab. Sicherlich hätte das das Anstehen zeitlich wie räumlich vergrößert, jedoch empfinde ich das bei einem derartigen Event als sinnvoll.
Die zeitliche Planung des Events war für mich persönlich im Nachhinein ein kleiner Kritikpunkt – ich hätte es super schön gefunden, auch abends, wenn es dunkel wird, durch die Burg und über den Hof zu schlendern. Das hätte die Atmosphäre sicherlich noch authentischer und stimmungsvoller gestaltet. Leider hätten wir dann jedoch das Problem gehabt, nicht mehr die Seilbahn nutzen zu können, denn dort ging die letzte Fahrt gegen 18.30 Uhr.



Fazit
Die Zeit verging recht schnell und ich fand es dort ziemlich angenehm und entspannt, auch wenn es sich vor allem zu der Anfangszeit sehr geballt hat und später schlagartig leerer wurde, was sicherlich auch an den Fototerminen mit den Schauspielern lag. Dennoch waren alle sehr freundlich, es gab kein Gedränge, kein Geschubse, die Besucher achteten aufeinander. Ich persönlich bin recht froh, dass ich eine knappe Stunde fahren musste pro Weg und nicht länger, denn dann wäre ich erst recht enttäuscht gewesen im Anbetracht der Tatsache, dass die Organisatoren ca. ein Jahr Planungszeit hatten.
Insgesamt hat mir der Tag ganz gut gefallen, aber wenn man nicht da war hat man auch nicht großartig etwas verpasst. Ich muss dazu sagen, dass wir Karten für das gesamte Wochenende hatten, uns der eine Tag jedoch völlig gereicht hat, denn letztendlich wäre am Sonntag nichts anderes mehr gelaufen und dafür wollten wie die Fahrt nicht noch einmal auf uns nehmen. Meiner Meinung nach handelte es sich bei dem Event um einen schönen Mittelaltermarkt mit Harry Potter Elementen, ich hätte mir noch viel mehr Hogwarts-Atmosphäre gewünscht. Gefehlt hat mir besonders die stimmungsvolle Musik und viel mehr Dekoration – denn die vorhandene war wirklich dürftig. Leider wirkte das, was einen Bezug zu Harry Potter haben sollte, wenig liebevoll, kaum ausgefallen. Vielleicht hätten ein paar verkleidete Mitarbeiter, die ein bisschen Stimmung machen, das Ganze ein wenig aufgelockert.
Am besten gefielen mir tatsächlich die vielen verkleideten Besucher und vor allem die Cosplayer, die sich trotz der warmen Temperaturen in aufwendige Kluften geworfen haben. Die Menschen, die dort für eine angenehme, hogwartsmäßige Atmosphäre sorgten, wenn das schon nicht das Event an sich schaffte, waren mein Highlight. Eigentlich recht schade, denn Potenzial hätte es auf jeden Fall gegeben, daraus etwas richtig Großes, Stimmungsvolles, Magisches zu machen…














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