Filmrezension Spider-Man A New Universe

Kennt ihr das, wenn man etwas großartiges gesehen, gelesen, gehört hat und es einfach in die Welt hinausschreien will? So geht es mir gerade. Soeben habe ich den neuen Spider-Man Film gesehen, der vor wenigen Tagen als Bluray bei mir eingetroffen ist. Und ich bin mehr als begeistert. Warum, erzähle ich euch jetzt. //Werbung

Falls ihr unvoreingenommen an den Film herangehen möchtet, solltet ihr meine Rezension überfliegen oder auslassen und direkt zum Fazit scrollen.


Infos zum Film

Inhalt: Mit einem bahnbrechenden visuellen Stil, der seinesgleichen sucht, vereinen Phil Lord und Chris Miller, die kreativen Köpfe hinter „The Lego Movie“ und „21 Jump Street“, ihr außergewöhnliches Talent zu einer innovativen Version eines einzigartigen Spider-Man Universums. SPIDER-MAN: A NEW UNIVERSE präsentiert Teenager Miles Morales aus Brooklyn sowie die grenzenlosen Möglichkeiten des Spider-Verse, in dem mehr als nur einer die Maske tragen kann. Phil Lord und Christopher Miller freuen sich: „Wir können es kaum erwarten, dass die Welt Miles Morales auf der großen Leinwand bestaunen kann. Er ist so ein lustiger und spannender neuer Charakter. Seine Geschichte durch einen revolutionären visuellen Stil zu erzählen, sorgt für ein vollkommen neues, verdammt großartiges Filmerlebnis.“Quelle

Darsteller: Shameik Moore, Jake Johnson, Liev Schreiber | Regie: Bob Persichetti | ab 6 Jahren | 117 Minuten | zum Film

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Rezension

Gerade eben erst habe ich diesen großartigen Film beendet, während ich die Rezension schreibe läuft er ein zweites Mal nebenbei. Ich habe mir beim Gucken Notizen gemacht und hoffe, dass mir das dabei hilft, die richtigen Worte zu finden. In Spider-Man A New Universe treffen wir auf Miles Morales, der ein ganz normaler Junge mit einer ganz normalen Familie ist. Er stammt von puertorikanischen Afroamerikanern ab, der Umgang innerhalb seiner Familie ist sehr harmonisch und liebevoll. Er hat kürzlich die Schule gewechselt und ist, wie jeder Mensch in diesem Alter, auf der Suche nach seiner Identität. Aufgrund eines Zwischenfalls (Spinnenbiss, den Teil der Story kennen wir alle), wird ihm diese jedoch einfach zugeteilt, ohne dass er ein Mitspracherecht hatte oder sich überhaupt dafür entscheiden konnte. Denn eigentlich möchte er kein Held sein, schließlich gibt es bereits einen Spider-Man. Doch als dieser bei einer Mission zu Schaden kommt bleibt Miles nichts anderes übrig, also ergibt er sich seinem Schicksal und übt mit seinem besten Freund ein paar Tricks. Erfolg dabei sieht leider anders aus. Später trifft er auf seine Spider-Man-Kollegen und Kolleginnen – für mich mit das coolste an dem Film – und hat somit Unterstützung bei seinem Vorhaben, den Bösewicht Kingpin zu erledigen.

Miles ist nicht der beste Kämpfer, schließlich hat er gerade erst seine Fähigkeiten und Kräfte erlangt und lernt Tricks und Anwendungen quasi nebenbei, während er schon mitten in einem Kampf steckt. Er ist zwar ungeschickt, aber wahnsinnig klug und hoffnungsvoll. Im Verlauf erhält Miles seinen eigenen Anzug und geht so seinen ganz eigenen Weg als Spider-Man der neuen Generation. Ich bin ein großer Fan von ihm und hoffe, dass wir noch mehr von ihm sehen, hören und lesen werden. Auch die anderen Charaktere konnten mich überzeugen, insbesondere durch ihre Vielfältigkeit. Der Film zeigt auf, dass wir alle Spider-Man sein können, auch als Frau. Er vereint alle möglichen Menschen und Kreaturen. Neben Miles Morales gibt es Spider-Ham, eine Art Schwein mit dem Namen Peter Porker. Seine Rolle ist verrückt. Es tobt und tanzt. Es ist albern aber stark und bestreitet harte Kämpfe und ist durchaus ernst zu nehmen. Spider noir entstammt älteren Comics und hat eher eine Detektiv-Rolle, seine Erscheinung ist schlicht. Witzig ist, dass seine schwarz-weiße Optik im Film mit einer Farbenblindheit untermalt wurde. Auch Peter Parker hat eine Rolle, aber als eher untypischer Peter Parker, langsamer und übergewichtig, im Alter von 40 Jahren und mit neuen Problemen mitten aus dem Leben (Scheidung, Unfälle, finanzielle Probleme,..). Zu meiner Freude hatten auch zwei Spider-Frauen eine wichtige Rolle. Zum einen Peni Parker, ein asiatisch-amerikanisches Mädchen aus der Zukunft, die einen Laufroboter steuert. Sie ist von Animes inspiriert und futuristisch dargestellt. Sie verfügt über vielfältige Fähigkeiten, ist süß und knallhart zugleich. Nicht fehlen darf natürlich Spider-Gwen, meine Favoritin und irgendwie eine Anführerin in der Geschichte. Sie ist inspirierend, intelligent und spielt in einer Band. Gwen ist etwas älter als Miles und ein Mix aus hart und weich. Ein unperfektes Aussehen (krumme Nase, Zahnlücke) verleihen ihr Glaubwürdigkeit. Und ich liebe ihr Kostüm! Jede*r dieser Helden*innen kommt aus einer eigener Welt, was für Authentizität sorgt – es ist für jeden etwas dabei.

Neben vielen Helden*innen, gibt es natürlich auch zahlreiche Schurken*innen. Unter anderem natürlich Kingpin, der sehr einnehmend dargestellt wird, auch optisch. Außerdem gibt es auch hier eine Frau – einen weiblichen Doc Ock, die ebenfalls Anführerqualitäten besitzt und vieles als Wissenschaftlerin für das Schurkenteam regelt.  Besonders cool fand ich aber Prowler und seinen violetten Anzug, vor allem aufgrund seiner besonderen Rolle in der Geschichte, die ich aus Spoilergründen nicht näher erläutern werde. Die Melodie bei seinem Auftreten sorgte für eine Gänsehaut bei mir.

Apropos Gänsehaut – die hatte ich nicht nur bei Prowlers Erscheinen. Die Handlung des Filmes ist unglaublich spannend, humorvoll und traurig. Es gab viele Momente, die mich total mitgenommen haben, unter anderem der Auftritt von Stan Lee als Comichändler, der Miles wirklich wichtige Worte mit auf seinen Weg gegeben hat. Auf die Frage, ob man die Spider-Man-Verkleidung zurückgeben kann, wenn sie nicht passt, sagt Stan: sie passt immer. Und vermittelt dabei eine wichtige Botschaft: jeder kann die Maske tragen. Jeder kann Spider-Man sein. Wir können alle unser eigener Superheld sein.

Optisch ist der Film eine Besonderheit an sich. Er ist im Comicstil animiert, was aber keinesfalls zu aufdringlich wirkt. Viele Filme basieren auf Comics, aber dieser wirkt, als wäre man in einem gelandet. Dies wird durch die Mischung aus 3D und 2D Bildern verstärkt, auch gibt es handgezeichnete Szenen die gekonnt integriert wurden, sowie verlangsamte Szenen und schriftliche Soundeffekte, die man ganz typisch aus Comics kennt (Boom!). Dieses Konstrukt gibt dem Ganzen eine völlig neue Dynamik, die mich zum Staunen gebracht hat. Der Film macht unglaublich viel Spaß, ich habe selten so viel gelacht, so sehr mitgefühlt und war so gefesselt wie hier.

Und weil ich so angetan war, habe ich mir direkt danach das Bonusmaterial angesehen. Dort wurde viel zu den Charakteren und zu Spider-Man an sich berichtet. Im Film gibt es laut Filmemachern zahlreiche Easter Eggs, selbst die Produzenten wissen nicht die genaue Zahl, es seien hunderte. Beispielsweise trete die Nummer 42 immer mal wieder auf. In den originalen Miles Morales Comics stelle sie das Element des Zufalls dar sowie Schicksal und Größe. Auch gebe es alleine in Spider-Man A New Universe ca. 20 Auftritte von Stan Lee. Die Maschine aus Wolkig mit Aussichten auf Fleischbällchen fliegt in einer Szene durch die Luft.

Auch beinhaltet die Bluray ein sehr berührendes Nachwort von Stan Lee aus dem Jahre 2014. Stan erzählt dort, dass er stolz darauf sei, dass Menschen jeden Alters Spider-Man mögen. Sie kämen auf ihn zu und wollen über Spider-Man sprechen und sich dankbar dafür zeigen was er erschaffen hat. Das erfülle ihn mit Dankbarkeit. Daraufhin äußern die Filmemacher, dass Spider-Man kein reicher Typ und kein Gott sei, er führe ein normales Leben mit normalen Problemen. Es handele sich um einen zufällig ausgewählten Typen – jeder könne sich mit Spider man identifizieren. Stan habe seine Comicleser true believers genannt und damit ausdrücken wollen, dass wir alle im selben Club seien. Auch wenn man sich anders fühlt kann man Tolles erreichen. Man müsse sich nicht schämen. Excelsior.

Fazit

Spider-Man A New Universe gehört ab sofort zu meinen Lieblingsfilmen – und ist damit mein Spider-Man-Favorit (auch wenn ich bisher leider nur den allerersten Film mit Tobey Maguire gesehen habe). Die Handlung ist unglaublich spannend, beinhaltet wichtige Aspekte wie Identitätsfindung, Freundschaft & Loyalität, Zusammenhalt. Der gelungene Comicstil, actionreiche Szenen, emotionale Momente und humorvolle Dialoge sorgen für durchgehende Unterhaltung über zwei Stunden. Mir hat der Film unglaublich viel Spaß gemacht und ich kann ihn wirklich jedem empfehlen, auch denjenigen, die nicht viel mit Comics und/oder Spider-Man am Hut haben. Danach wollt ihr es. Aus Gründen.

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Transparenz: Die Bluray habe ich selbst gekauft. Für den Beitrag habe ich keine Entlohnung erhalten, ich schreibe ihn aus purer Begeisterung und kennzeichne ihn aufgrund von Liebesbekundungen und klarer Kaufempfehlung als Werbung.

 

15 Antworten auf „Filmrezension Spider-Man A New Universe

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  4. Lilly Lesepanda

    Hi Nicci,
    der Film ist einfach nur klasse. Habe ihn mit einer Freundin im Kino gesehen.
    Jetzt, nachdem ich deine Rezension gelesen habe, habe ich Lust ihn noch einmal zu gucken

    Liebe Grüße
    Lilly

  5. Buchperlenblog

    Huhu Nicci!
    Der Freund und ich schauen derzeit, dass wir nach und nach mal alle Comic-Verfilmungen gesehen haben (wann auch immer wir DAS geschafft haben wollen :D) Jedenfalls haben wir erst gestern den zweiten Teil der Spiderman-Trilogie mit Tobey Maguire gesehen und uns darüber unterhalten, wann wir mit den neueren Filmen weitermachen wollen. Ich glaube, nach deiner Besprechung: sehr bald. Danke :D

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    1. Nicci Trallafitti

      Hey Gabriela,
      haha das ist natürlich auch ein tolles Vorhaben :-D Wünsche euch viel Spaß & Erfolg.
      Spider-Man hatte ich nur den 1. Teil damals irgendwann gesehen, da muss ich die anderen mal nachholen.

      Danke für das Feedback <3
      Liebe Grüße

  6. Tiefseezeilen

    Hallo!

    Also ich bin gleich zum Fazit gescrollt, weil ich bis jetzt noch nichts, so ziemlich nichts, von dem Film mitbekommen hatte. Nichtmal einen Trailer habe ich gesehen!
    Und das Fazit klingt wirklich super und die Bilder sehen toll aus, ich mag den Animationsstil und werde mir ihn auf jeden Fall ansehen, sobald es mal auf Netflix und Co. zu sehen ist.. :D

    Viele liebe Grüße
    Ani

  7. The Book Dynasty

    OHH NICCI!!
    Ich wusste das dir dieser Film gefällt und will ihn nun auch unbedingt schauen. Damals im Kino mit Sandra habe ich den unglaublich gefeiert und du hast mir wieder total Lust drauf gemacht. Ärgerlich ist, dass ich heute in der Stadt war und einfach nicht dran gedacht habe, aber dann das nächste Mal!
    Alles Liebe
    Julia

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