Filmrezension BEALE STREET |Werbung

Heute berichte ich über den Film Beale Street, der gestern in einigen Kinos angelaufen ist – ich durfte ihn gemütlich zuhause über einen Streaming Link anschauen. Neben einer Kurzrezension biete ich euch die Möglichkeit, zwei Kinotickets sowie die Romanvorlage zu gewinnen. Beale Street handelt von zwei Menschen, die schon seit ihrer Kindheit unzertrennlich sind. Doch im Harlem der 70er Jahre fällt ihre Liebe einer Willkür von Justiz und Rassismus zum Opfer. Der Film basiert auf dem Roman Beale Street Blues, der 1974 in den USA erschienen ist und im Juli 2018 im dtv Verlag in einer Neuübersetzung nochmal verlegt wurde.

Falls ihr unvoreingenommen an den Film herangehen möchtet, solltet ihr meine Rezension überfliegen oder auslassen und direkt zum Fazit scrollen.


Infos zum Film

Inhalt: BEALE STREET basiert auf dem Bestseller-Roman des preisgekrönten US-Autors James Baldwin und erzählt eine berührende Liebesgeschichte im Amerika der 70er Jahre, in dem Rassismus gegenüber Schwarzen an der Tagesordnung stand. Die 19-jährige Tish und ihr Verlobter Fonny sind ein junges Paar im ärmlichen Viertel Harlem. Fonny wird fälschlicherweise der Vergewaltigung an einer Puerto-Ricanerin beschuldigt und kommt ohne Prozess unschuldig ins Gefängnis. Kurze Zeit später erfährt Tish, dass sie von Fonny ein Kind erwartet. Mit Zuversicht versichert sie ihm, ihn noch vor der Geburt aus dem Gefängnis zu holen. Mit Hilfe der Familie versucht sie mit allen Mitteln seine Unschuld zu beweisen….
Oscar-Preisträger Barry Jenkins, der bereits mit MOONLIGHT ein Meisterwerk schuf, stellt in BEALE STREET mit viel Feinfühligkeit der Willkür einer weißen Justiz eine junge und tiefe Liebe entgegen „wie man sie seit vielen Jahren nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat“ (Tagesspiegel). Quelle

Darsteller: Kiki Layne, Stephan James, Regina King, Colman Domingo, Dave Franco | Regie: Barry Jenkins | Originaltitel: If Beale Street Could Talk | ab 12 Jahren | 117 Minuten | Drama | zum Roman

Info zum RomanHarlem Love Story: eine junge Liebe gegen die Willkür einer weißen Justiz
»Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren. Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit und von der Möglichkeit, von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben. Die Beale Street ist eine laute Straße. Es bleibt dem Leser überlassen, aus dem Schlagen der Trommeln den Sinn herauszuhören.« James Baldwin

Dies ist die Geschichte von Tish und Fonny, 19 und 22, und ihrem Kampf gegen die Willkür einer weißen Justiz. Der traurig-schöne Song einer jungen Liebe, voller Wut und doch voller Hoffnung. Ist das Gefängnissystem die Fortsetzung der Sklaverei unter anderen Vorzeichen? Beale Street Blues von James Baldwin strahlt grell in unsere Gegenwart.  – Quelle

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mit einem Klick geht es zum YouTube Video (erweiterter Datenschutzmodus)


Rezension

Tish und Fonny kennen sich seit ihrer Kindheit. Nun sind sie 19 und 22 und stellen fest, dass sie mehr füreinander empfinden, als Freundschaft. Klingt nach einer romantischen, kitschigen Lovestory? Erstmal schon. Ich hätte es den beiden sehr gewünscht. Doch aufgrund von scheinbarer Justizwillkür und Rassismus wird Fonny einer grausamen Tat beschuldigt und muss ins Gefängnis. Tish steht alleine da, ohne Job und ohne Sicherheit.

Der Film lief knapp 2 Stunden und mir kam es vor wie eine halbe. Zwar war die Handlung nicht actionreich, aber das brauchte sie auch nicht, um mich zu fesseln. Selten konnte mich ein Film so sehr berühren, mitreißen und zum Nachdenken anregen. Selten habe ich mich in meiner Zuschauerrolle so hilflos gefühlt. Die dargestellte Ungerechtigkeit sorgte dafür, dass ich mich auf die Seite der Hauptfiguren, aber auch der Nebenfiguren stellte, die allesamt POC (Person of Color) waren, also Schwarze, die immer und immer wieder auf Ablehnung und Rassismus gestoßen sind. Das hatte somit auch Einfluss auf den Fall, dessen Prozess aufgrund von fehlenden Beweisen und Personen verschoben wurde. Es tat weh, zu sehen und mitzuerleben, wie sehr die Charaktere leiden mussten, ohne dass sie überhaupt etwas dafür konnten. Begriffe wie Hass, Intoleranz, Ablehnung, Missbrauch, Machtgehabe ploppten immer wieder vor meinem inneren Auge auf.

Die Schauspieler wurden meiner Meinung nach perfekt gewählt, auch wurden alle Rollen hervorragend und unglaublich authentisch gespielt. Ich bin sehr gespannt, wie die Synchronisation dann ist, denn ich habe den Film auf Englisch mit deutschen Untertiteln angesehen – und bin letztendlich wirklich froh darüber. Neben einer ernsten und dramatischen Thematik beinhaltet die Geschichte romantische Elemente, ebenso humorvolle, denn es werden zwei Zeitstränge parallel gezeigt: der Hauptstrang nach der Tat (die eigentlich nie so passiert ist) und das Liebenlernen der beiden Hauptcharaktere – die Zeit in der sie zusammen gekommen sind und ihr erstes Date erlebten, den ersten Sex. Bezeichnend fand ich die unterschiedlichen Familien der beiden. Auf der einen Seite (Fonny) ein impulsiver und zweifelnder Vater und eine religiöse, intolerante Mutter, und auf der anderen Seite (Tish) ein motivierender und ehrlicher Vater und eine verständnisvolle, liebende Mutter. Tishs Familie stand vollkommen hinter den beiden, auch als sie von der Schwangerschaft erfuhren, die sicherlich nicht geplant war. Auch die Schwestern von Tish stellten sich wie Löwinnen vor sie. Insgesamt gefiel mir die Charakterauswahl total gut, auch wenn die Familien leider nur recht kurz auf die Bildfläche traten – bis auf Tishs Mutter, die mich durch ihr Handeln & ihre Äußerungen beeindruckt hat. Im Mittelpunkt stand tatsächlich die Beziehung zwischen Fonny und Tish sowie die „Tat“ und die Konsequenzen. Das Ende hat mir gut gefallen, auch wenn es das Ganze nicht weniger traurig machte.

Fazit

Beale Street spielt zwar in einem Harlem der 70er, was man an Kleidung und Optik der Häuser & Einrichtungen gut erkennen kann, jedoch ist die Thematik leider sehr aktuell. Der Film zeigt auf, was Rassismus auslösen kann, vor allem wenn dieser innerhalb der Justiz vorhanden ist. Die authentische, emotionale Geschichte hat mich sehr berührt, was insbesondere an der schauspielerischen Leistung und der dargestellten Ungerechtigkeit liegt, die für Hilflosigkeit und immenses Mitgefühl in mir sorgte. Ich finde es sehr schade, dass der Film nicht in allen Kinos gezeigt wird.

Beale Street Blues a

Gewinnspiel

Es gibt die Möglichkeit, zwei Kinotickets und die abgebildete Romanvorlage von Beale Street zu gewinnen. Hinterlasse dafür einen Kommentar unter diesem Beitrag – der Inhalt ist freigestellt, egal ob du benennen möchtest, was dich an dem Film neugierig macht, oder warum du gewinnen solltest, oder aber welche Buchverfilmung dich zuletzt begeistern konnte.


Teilnahmebedingungen: Es besteht die Möglichkeit, zwei Kinotickets und eine Romanvorlage (ohne Deko und Krimskrams) zu gewinnen. Um teilzunehmen musst du 18 Jahre alt sein. Der Rechtsweg und die Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Deine Daten, die du selber an die Agentur übermittelst, werden einmalig für den Versand des Gewinns verwendet. Eine Haftung für den Postweg ist ausgeschlossen. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin ist damit einverstanden, dass sein/ihr Name öffentlich genannt wird und meldet sich im Falle eines Gewinnes innerhalb von 48 Stunden per Mail bei der Agentur, die dafür nötige Mail-Adresse wird bei der Auslosung genannt. Ansonsten wird erneut ausgelost und ein Anspruch besteht nicht. Das Gewinnspiel läuft bis zum 11.3. um 23.59. Danach wird ausgelost und die Gewinner unter diesem Post erwähnt, ebenso die Mail-Adresse der Agentur. 

Auslosung

Herzlichen Glückwunsch an:

Bildschirmfoto 2019-03-14 um 22.10.25

Melde dich bitte mit einer Postadresse für den Versand des Gewinns bei: sabrina.bozkurt@vollkontakt.com

Ausgelost mit: Superanton Tools

 

Transparenz: Den Streaming Link habe ich zum Anschauen von VOLL:KONTAKT erhalten. Die Agentur stellt die Gewinnspielexemplare zur Verfügung, die direkt über sie verschickt werden. Herzlichen Dank für die Zusammenarbeit und das Material.

13 Antworten auf „Filmrezension BEALE STREET |Werbung

  1. Tanja

    Mein absoluter Lieblingsmensch hat mir im Rahmen der Oscarnacht erzählt, dass er die Bücher von James Baldwin als Teenie verschlungen und ihn dafür gefeiert hat, wie mutig dieser Autor extreme Ungerechtigkeiten als bittere tägliche Realität entlarvt und literarisch dagegen angekämpft hat, zu einer Zeit, wo sich das kein anderer so getraut hat… Als wäre das nicht schon großartig genug, hat Baldwin dabei aber nie das wichtigste Thema aus den Augen verloren…: dass es Liebe braucht, um wirkliche Veränderungen zu bewirken… Seitdem bin ich sowohl heiß auf den Roman als auch -durch deine Rezension noch weiter befeuert- auf den Film und es wäre traumhaft, dank deiner tollen Verlosung beide Pläne in die Tat umzusetzen… da würde erst gemeinsam das Buch gelesen werden (wir lesen uns gerne gegenseitig vor…) und dann demnächst zusammen kuschelig ins Kino gegangen… in diesem Sinne schnell in den Lostopf gehüpft… ☺️

  2. Pingback: Leselaunen | Mein Leben zwischen Manga & Games – Trallafittibooks

  3. Jess / Schattenkämpferin

    Hey :)

    Ich hatte erst kürzlich bei meinem letzten Buchhandlungsbesuch dieses und noch ein weiteres Buch von James Baldwin in der Hand und ernsthaft überlegt, ob ich sie mitnehmen soll. Der Autor soll ja einer der wichtigsten Aufklärer in diesem Bereich sein, ich bin wirklich neugierig geworden. Aber mich hat dann ehrlich gesagt der Preis abgeschreckt und ich wollte mal schauen, ob es nicht auch eine TB-Ausgabe von „Nach der Flut das Feuer“ gibt. Denn ich denke, es ist ein wichtiges Buch.

    Die letzte Buchverfilmung, die mich wirklich begeistert hat, hat übrigens ein ganz ähnliches Thema. Das war nämlich „The Hate U Give“ und ich bin genervt davon, dass nur so wenige Kinos in Deutschland den Film ausstrahlen.

    Wünsche Dir einen ruhigen Sonntag, liebe Grüße aus Hamburg :)

    1. Nicci Trallafitti

      Huhu :)
      Ich glaube ich muss mir auch mal die anderen Werke des Autors anschauen.
      THUG möchte ich auch so gerne sehen, aber dann auf DVD. Es ist wirklich schade, dass gerade solche Filme nicht überall gezeigt werden.

      Liebe Grüße

  4. Anica

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dem Film zum ersten Mal gehört habe, als ich die Oscars geschaut habe – aber er klingt wirklich gut und ich werde ihn mir auf jeden Fall anschauen – im Kino ist das natürlich noch besser ;) Insgesamt sehr cool, dass es inzwischen immer mehr gute Filme gibt, die Rassismus und andere wichtige Themen wie LGBT+ ansprechen. Die letzte Buchverfilmung, die ich gesehen habe, war übrigens von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ – auch sehr gut gemacht und hat einen non-binary Hauptcharakter, wenn auch im Fantasy-Setting.

  5. Falko

    An der von dem renomierten Oscar-Preisträger Barry Jenkins in Szene gesetzten Filmadaption reizen mich vor allem die auf zahlreichen Ebenen zu konstatierenden Antagonismen: Weiße Willkür versus schwarze Liebe, rigorose Repressalien wider oppositäre Resistenz sowie gefühlsrohe Staatsakte gegen passionierte Selbstermächtigung!

  6. evilgenius

    Schon wieder so eine interessante Geschichte!
    Ich gestehe, der Titel und das Cover allein hätten mich nicht angezogen, aber der Inhalt … so sehr mich Situationen, in denen jemand unschuldig verurteilt werden soll, auch zur Weißglut treiben, weiß ich doch, dass sie meistens ziemlich gute Storys ergeben. Die Verzweiflung, die Hilflosigkeit, die Wut … Eine schwangere Verlobte macht das Ganze natürlich viel dramatischer. Und dazu ein Setting in den 70ern, als Rassismus noch normal war? Mit diesen Voraussetzungen müsste schon sehr viel schiefgehen, um den Film in den Sand zu setzen.
    Es ist jedenfalls ein gutes Zeichen, dass er dir so gut gefallen hat ;)

  7. Hilly

    Wow, der Film klingt gut. Naja,der Film, der mir in den Kopf kommt, heißt: „Die Verurteilten“ nach einem Kurzroman von Stephen King. Der Film kam Mitte der 90er Jahre in die Kinos. Nach wie vor kann ich ihn mir immer wieder anschauen. Und ich finde es irre, dass aus einer Kurzgeschichte so viel gemacht worden ist. Daumen hoch und ab in den Lostopf.

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