Montagsfrage (Thema: fortschreitende Digitalisierung)

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Hallo ihr lieben Büchermenschen!

Diese Woche lautet die Montagsfrage: Hat sich dein Leseverhalten durch die fortschreitende Digitalisierung verändert?

Die Frage kann ich auf mehrere Bereiche anwenden.
Betrachtet man sie im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Büchern, sprich eBooks, kann ich sie mit JA beantworten.
Früher habe ich mich gegen einen Reader gesträubt. Ich wollte meine geliebten Print-Bücher nicht gegen digitale Bücher tauschen.
Mir würde sicherlich das richtige Lesegefühl fehlen, ich könnte nicht mehr hin und her blättern, über den Einband fühlen, versteckte Bilder/Infos hinter den Klappen von broschierten Büchern entdecken..
Spätestens, als es dann aber hieß, dass ich verreisen werde und dort natürlich auch viel lesen möchte, war klar.. Ich brauche einen Reader.
Und schon sind mir die vielen Vorteile nach und nach deutlich geworden.

  1. Ich kann in der Sonne lesen, ohne dass es, wie zum Beispiel auf einem Handy, total spiegelt
  2. Ich brauche nicht 10 Bücher mit schleppen, da ich ja nie genau weiß, wie viele und vor allem WELCHE Bücher ich lesen möchte
  3. Der Reader passt in fast jede Tasche und ist somit immer dabei
  4. Auch in spontanen Situationen, zum Beispiel während Wartezeiten auf Busse, Züge und Co. kann man lesen
  5. Viele eBooks sind günstiger als Print-Ausgaben, wenn nicht sogar kostenlos
  6. Einige Bücher erscheinen (zunächst) nur als eBook
  7. Viele Autoren/Verlage vergeben eher eBook-Rezensionsexemplare
  8. Ein Reader ist leichter & handlicher, als ein 900 Seiten Schinken (vor allem für unterwegs sehr praktisch)

Wie ihr seht, gibt es für mich persönlich einige Vorteile, die mit der fortschreitenden Digitalisierung von Büchern einhergehen.
Nichtsdestotrotz präferiere ich grundsätzlich Print-Bücher, da ich, wie bereits gesagt, gerne hin und her blätter, insbesondere, wenn es Illustrationen, Karten o.Ä. gibt.

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Betrachtet man die Frage in Bezug auf mein allgemeines Leseverhalten, ist anzumerken, dass mein gesamter Alltag, auch auf das Lesen bezogen, schnelllebiger geworden ist.
Man möchte Infos möglichst schnell einholen. Kurze, aussagekräftige Texte lesen sich diesbezüglich flotter und einfacher, als lange, detaillierte.
In der heutigen WhatsApp- und Facebook-Zeit wird man eher mit knappen Nachrichten informiert und auf dem Laufenden gehalten. Lange, ausschweifende Erklärungen sind nicht nötig, oft auch nicht gewünscht.
Auch habe ich beobachtet, dass ich auch beim Lesen eines spannenden Buches teilweise recht leicht ablenkbar bin.
Das Handy blinkt auf, eine neue WhatsApp-Nachtricht kam an, ein neuer Beitrag einer Freundin ging bei Facebook online, eine neue Mail erreichte mich.
Nur mal schnell rein lesen, dauert ja nicht lange.
Und zack, sind wieder 10 Minuten vergangen, ehe ich mich meiner eigentlichen Beschäftigung, dem Lesen eines Buches, widme.
Daraufhin habe ich mir schon häufig vorgenommen, mich gänzlich auf das Lesen zu fokussieren und mich nicht ständig ablenken zu lassen.
Dabei helfen sogenannte „Reading Marathons“ (so wie unser Read-A-Thon, den Laura Labas regelmäßig auf Facebook organisiert), in denen man in einer Gruppe eine bestimmte Zeit (ein Wochenende, einen Abend,..) hauptsächlich fürs Lesen nutzt, aber auch Lese-Sprints einlegt, in denen man eine halbe Stunde am Stück liest, ohne sich ablenken zu lassen. Auch hilft mir, das Handy wegzulegen, sodass ich das Blinken eingehender Nachrichten gar nicht registriere. Oder mir einen Timer stelle, beispielsweise für 30 Minuten, in denen ich meinen eigenen „Sprint“ durchführe.

Jedoch ist es natürlich auch praktisch, sich online, anhand soziale Netzwerke, über Bücher und einhergehende Themen austauschen zu können, an Leserunden teilzunehmen und Wunschlisten zu erweitern. Auch der Read-A-Thon findet insofern online statt, als das man die Sprints oder selbst gesteckten Ziele erreicht hat, und sich darüber austauschen möchte…

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Wie ihr seht, hat die Digitalisierung für mich Vor- und Nachteile.
Wichtig ist, sich die eigenen Prioritäten klarzumachen und immer wieder vor Augen zu führen.
Will ich gerade überhaupt online sein? Muss ich jederzeit erreichbar sein?
Möchte ich gerade vielleicht lieber offline sein, abschalten und der Realität (offline wie online) entfliehen?
Kann ich überhaupt richtig entspannen, wenn ich immer wieder durch ein Aufblinken meines Handys auf neue Nachrichten hingewiesen werde?
Ist es notwendig, das Print-Exemplar zu erwerben, oder möchte ich das Buch eher unterwegs lesen (Urlaub, Bahn, am See,..) womit ein eBook in dem Fall sogar sinnvoller wäre?
(Übrigens gehöre ich zu den Booknerds, die sich einige eBooks als Print nachkaufen, da sie sooo toll waren und natürlich auch im Regal stehen müssen.. hrhr..)

Nun seid ihr gefragt..
Hat die fortschreitende Digitalisierung Einfluss auf euch, insbesondere auf euer Leseverhalten?
Seht ihr Vorteile, Nachteile?
Lest ihr eher eBooks oder Print-Bücher? Oder beides?

Schreibt eure Erfahrungen in das Kommentarfeld, gerne dürft ihr euch mit eurem Blog an der Montagsfrage beteiligen.
Die Frage erscheint jeden Montag auf Svenjas Blog „Buchfresserchen“. Schaut doch mal bei ihr vorbei.

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10 thoughts on “Montagsfrage (Thema: fortschreitende Digitalisierung)

  1. Mein E-Book-Reader passt sogar in sehr kleine Taschen 🙂 Ich finde nicht, dass ich schnell-lebiger geworden bin, aber Internet und Handy lenken ab. Deswegen lege ich manchmal das Handy bewusst weg oder gehe an einen Ort, wo es ruhig ist. Ich benötige auch ein paar Minuten, bis ich im Buch bin.

    Ich habs übrigens geschafft, meine Antwort pünktlich on zu stellen: http://evyswunderkiste.blogspot.de/2016/07/montagsfrage-digitalisierung-vs.html

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  2. Toller Beitrag!

    Ich lasse mich teilweise beim Lesen auch ablenken. Aber, wenn ich jemanden kurz schreiben kann: „Aahh. Das Buch ist so toll!“
    finde ich es eigentöich ganz toll! Manchmal muss man Gedanken loswerden.
    Ich lese ebooks und Prints, bevorzuge mittlerweile aber Prints. Ebooks sind meist dann zur Rezebsion. Das war allerdings mal anders, da hab ich jahrelang nur ebooks gelesen. Ja und einige der ebooks hab ich dann auch als Print nachgekauft ^^

    Liebe Grüße
    Vanny

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    1. Lieben Dank 🙂
      Stimmt, das mache ich auch recht oft.
      Insbesondere, wenn ich weiß, dass eine Freundin das Buch bereits verschlungen, mir vielleicht sogar empfohlen hat, oder es noch lesen möchte.
      Hehe, da teilen wir wohl die „Verrücktheit“, Bücher als Print nachzukaufen.
      Aber manches muss man einfach im Regal stehen haben…. 🙂

      LG Nicci

      Gefällt mir

  3. Schöner Beitrag zur Montagsfrage! 🙂
    Mir ist auch aufgefallen, dass ich mich beim Lesen leicht ablenken lassen, wenn noch diverse andere Elektrogeräte nebenher laufen, wie Laptop, Smartphone etc.
    Der Austausch online ist toll: Plattformen wie Goodreads und Lovelybooks bieten gute Übersichten, die ich vorher nicht hatte!
    Ich lese E-Books und normale Bücher, an E-Books muss ich mich noch gewöhnen, aber es ist wirklich sehr praktisch mit Reader. Neuerdings habe ich auch Hörbücher für mich entdecken können, da ich manchmal die Schnauze voll vom vielen Lesen habe (vor allem wegen Uni :D) und dann muss ich nicht verzichten, sondern kann einfach auf’s Hören umsteigen.
    LG, Jasemin

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank 🙂
      Die von dir genannten Plattformen nutze ich auch gerne, Goodreads jedoch primär zum Veröffentlichen und Teilen von Rezensionen.
      Als Übersicht finde ich das auch ziemlich praktisch.
      Hörbücher konnten mich bisher nicht überzeugen, vielleicht muss ich mich aber einfach noch mal neu drauf einlassen.. und wer weiß, vielleicht finde ich ja ein ansprechendes 🙂
      Liegt vermutlich auch häufig am Sprecher, ob es einem gefällt oder eher nicht.

      LG Nicci

      Gefällt 1 Person

  4. Hallo Nicci, oh ja, da ist eine Menge passiert durch die Digitalisierung und nicht alles ist positiv. Ich gebe gerne zu, dass ich schon bei der ersten Erwähnung des Kindle durch Amazon damals gedacht habe, dass ich so ein Ding haben will. Es hat dann doch noch sehr lange gedauert, bis ich umgestiegen bin, weil ich eine lange Zeit meine Bücher mit meiner Mutter und später einer Freundin ausgetauscht habe. Das geht ja bekanntlich mit E-Reader nicht. Aber mittlerweile bin ich komplett umgestiegen und in einem Anfall von „Downsizing“ und „Decluttering“ habe ich mich auch von den meisten meiner Printbücher getrennt. Ich lese Bücher nicht zweimal – dazu gibt es viel zu viele, die ich noch gerne lesen möchte – und da ich außerdem relativ häufig umziehe, möchte ich nicht dauernd Kisten mit Büchern durch die Welt schleppen.

    Mein Leseverhalten selbst hat sich die ständige Vernetzung und Erreichbarkeit ebenfalls sehr verändert. Aber eigentlich erst spät, denn erst mal kam ein persönliches Problem, was mich von Lesen abgehalten hat. Es ging mir damals nicht so gut und ich konnte mich aufs Lesen nicht konzentrieren, kam ganz davon ab, obwohl ich früher keinen angekündigten Lesemarathon benötigte, um stundenlang hinter meinem Buch zu verschwinden und in fremde Welten zu versinken.

    Als ich dann selbst mit dem Schreiben anfing, wurde die Zeit knapp. Ich schaue eh schon kaum noch fernsehen und wenn, dann eigentlich im Bett, als Serienjunkie habe ich eine riesige DVD Sammlung. Doch das Bett war mein Leseort – was nun?

    Mittlerweile lese ich gerne in der Badewanne – da ist kein PC und kein Handy in der Nähe. Außerdem habe ich mir vorgenommen, abends vor den DVDs zu lesen, bis ich müde werde. Es klappt derzeit ganz gut und ich hoffe, mich auf diese Weise zumindest im Schlafzimmer zu „ent-digitalisieren“. 😉 Ich vermisse nämlich die vielen Stunden, die ich mit dem Kopf vollkommen raus aus dieser Welt war und an nichts anderes dachte, als daran, ob meine Prota heil aus ihrem Abenteuer rauskommen würde. ❤ Da will ich wieder hin!

    LG
    Mona

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank für die ausführliche Rückmeldung:)

      Stimmt, das Schleppen und der Platzmangel sind die kleinen Nachteile der Büchernerds.
      Das merke ich auch jedes mal spätestens beim Umzug.
      Ich sortiere somit auch des Öfteren mal Bücher aus, die ich eh nicht ein zweites Mal lesen werden. (Da fällt mir ein, dass das eigentlich wieder ansteht.. hehe).
      Aber so ganz ohne, beziehungsweise mit sehr wenig Büchern, würde mir vermutlich was fehlen. Ich liebe es, vor meinem Regal zu stehen und die Schätze zu bewundern, zu stöbern, zu blättern, zu sortieren.. Und irgendwie werden es, trotz Aussortieren, nie weniger.:)

      Gute Lösung, in der Badewanne zu lesen. Das mache ich auch sehr gerne.
      (Dort aber übrigens digital, mit dem Reader. Ich habe zu viel Angst, das ein Print-Exemplar tauchen geht..)
      Eine Entdigitalisierung des Schlafzimmers finde ich sinnvoll, jedoch nicht notwendig bei mir, da ich keinen TV dort stehen habe, ich schaue selbst im Wohnzimmer nie TV, wenn überhaupt Serien/Filme über DVD oder Prime. Mein Handy wandert jedoch immer mit ins Bettchen, benötige es als Wecker, auch kann ich mich komischerweise ganz gut mit dem Handy runterfahren und werde müde beim letzten Stöbern bei Instagram usw.

      Ich drücke dir die Daumen, dass du da wieder hinkommst.
      Ich finde, es gibt kaum schöneres und entspannenderes, als völlig in ein Buch abtauchen zu können und somit der Realität zu entfliehen..

      Liebste Grüße, Nicci

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