Rezension: Black Rabbit Hall (Eve Chase)

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Titel: Black Rabbit Hall
Autor: Eve Chase
Seiten: HC, 411
Preis: HC, 19,99 €; ebook: 15,99€
ISBN: 978-3764505608
Verlag: blanvalet

Erster Satz:
Auf dem Klippenvorsprung fühle ich mich sicher, jedenfalls sicherer als im Haus.

Klappentext:
Der Geruch nach Bienenwachs, das Summen des Globusses, der Geschmack der Vergangenheit, salzig, köstlich auf der Zungenspitze – das ist Black Rabbit Hall.
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, langsamer vergehen als anderswo. Es passiert nicht viel. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen Amber und ihre drei Geschwister sich nun mehr denn je aufeinander verlassen.
Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus…

Zum Autor:
Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben. Black Rabbit Hall ist so eine Geschichte.
Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire.

Quelle: http://www.randomhouse.de/Buch/Black-Rabbit-Hall.-Eine-Familie.-Ein-Geheimnis.-Ein-Sommer,-der-alles-veraendert./Eve-Chase/Blanvalet-Hardcover/e469196.rhd#buchInfo2

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Meinung:
Die Optik des Buches finde ich durch den matt durchscheinenden Umschlag sehr gelungen und ansprechend. Die geschwungene schwarze Schrift mit den goldenen Anteilen finde ich schön. Unter dem Cover verbirgt sich eine Darstellung des Sommersitzes der Familie Alton.
Der Klappentext verrät grundsätzliches zu der Handlung, jedoch nicht zu viele Details.
Zu Beginn lernen wir (im Prolog) Amber kennen, die an einer Klippe steht. Bereits nach zwei Seiten gibt es einen geschichteninternen Cliffhanger, die sich durch das gesamte Buch aufgrund der zeitlichen Erzählwechsel (1968/69 und drei Jahrzehnte später) hindurch ziehen. Fast jedes Kapitel endet mit einer kritischen/ungeklärten Situation oder Äußerung, sodass man unbedingt dran bleiben will, die Neugierde wurde auf jeden Fall zwischenzeitlich geweckt. Ebenfalls hatte ich ständig das Gefühl, dass etwas im Argen ist. Auch innerhalb der älteren Zeit gibt es zusätzliche Zeitsprünge, die teilweise für Verwirrung meinerseits sorgten, sodass ich zu dem jeweils letzten Kapitel, welches in dieser Zeit spielte, zurückblättern musste.
Die Protagonistinnen, insbesondere Amber, fielen mir positiv auf. Sie kümmerte und sorgte sich viel um die Familie, ihre eigenen Bedürfnisse gerieten dadurch manchmal in den Hintergrund, teilweise wirkte sie jedoch auch resigniert. Lorna fand ich ehrgeizig und authentisch, im Verlauf erfuhr man mehr über sie und ihre ereignisreiche Vergangenheit. Die anderen Personen fand ich interessant und teilweise verrückt. Mr. Alton war wenig greifbar, vor allem im Verlauf der Geschichte. Mrs. Alton fand ich unsympathisch, schrecklich und selbstbezogen, aber auch ehrlich, mitleiderregend und irre.
Der Schreibstil war angenehm und voller detailreicher Beschreibungen sowie interessanter, bildlich ausgeschmückter Vergleiche (z.B. S. 87 „Die Haare an seinen Schläfen haben die Farbe von Besteck angenommen.“), hauptsächlich in den Erzählungen der älteren Zeit.
Die Spannung konnte leider nicht stetig gehalten werden, einige Situationen wurden unnötig ausführlich beschrieben, wobei mir dies gleichzeitig bei anderen gefehlt hat und zu kurz kam. Trotzdem hielt die Handlung aber auch viele überraschende Wendungen bereit.
Es gibt keinen Cliffhanger, das Buch ist mit seiner Handlung abgeschlossen. Das Ende bildet den Rahmen zum Prolog, wo dieser aufgeklärt wird.

Zitate:
Ich weiß plötzlich, dass ich mich immer an diesen Moment erinnern werde, wie ich da in meinem zu engen zitronengelben Kleid in der Eingangshalle stehe. Dass es sich wie der Anfang von etwas anfühlt, das noch passieren wird.

Das Weiß draußen ist so still und glatt wie Milch.

Mir kommt der Gedanke, dass die Spritzer feuriger Sommersprossen auf seinen Wangenknochen irgendwie wie Warnzeichen vor den bevorstehenden Tagen aussehen.

Ich habe das Gefühl, dass die Dinge Gestalt annehmen, auch wenn ich diese Gestalt noch nicht erkennen kann.

Fazit:
Insgesamt konnte mich das Buch mit seiner Handlung leider nur teilweise überzeugen, es hinterlässt widersprüchliche Gefühle bei mir. Den Schreibstil und insbesondere die bildlich ausgeschmückten Vergleiche fand ich hervorragend. Trotzdem wurden einige Situationen unnötig in die Länge gezogen und andere widerum eher knapp dargestellt. Zum Ende hin wurde die Spannung deutlich angehoben, ich hatte das Gefühl, dass endlich etwas passiert und viele Unklarheiten aufgelöst werden würden. Im Laufe der Geschichte kam immer wieder das Gefühl auf, dass etwas im Argen ist, ich wollte wissen, was es mit dem Anwesen und vor allem den Kindern, aber auch mit Lornas Vergangenheit, auf sich hat. Den Zusammenhang der Geschichten von Amber und Lorna, und somit die Grundidee des Buches, fand ich interessant und gut umgesetzt. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Buch!
Ich gebe „Black Rabbit Hall“ insgesamt 4/5 Sterne.

Vielen Dank an blanvalet für das Rezensionsexemplar.

Hier geht’s zum Buch.

2 Kommentare zu „Rezension: Black Rabbit Hall (Eve Chase)

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