Interview: Ina M. Laurin

Liebe Leser.

Heute möchte ich euch ein Interview mit Ina M. Laurin, der Autorin von Nichts mein Freund, präsentieren. Ich habe das Buch kürzlich gelesen und kann euch sagen, dass es sich um eine spannende, ehrliche und vor allem lesenswerte Gegenwartslektüre handelt.

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Was bleibt, wenn niemand mehr da ist? Nichts. James und dieses Nichts leben am Ende der Victoria Road. Der 23-Jährige wohnt in einem kleinen Haus mit Milla, seiner Schildkröte, arbeitet bei einem halbillegalen Paketdienst und ist wie er ist. Einfach, anspruchslos und mit einem klaffenden schwarzen Fleck auf seiner weißen Weste. Seine Vergangenheit scheint sicher begraben zu sein, wären da nicht eines Tages Nachrichten eines Fremden, die sein gleichgültiges Leben zu zersprengen drohen. Bevor sich James überhaupt dagegen wehren kann, beginnen für ihn die schlimmsten und wichtigsten Wochen seines Lebens. Er wird gezwungen, sich selbst und seiner Geschichte zu stellen. Der Unbekannte treibt James gnadenlos durch seine Erinnerungen und die Schmerzen der Vergangenheit. Und niemand weiß, wie es enden wird. Kann James sich das holen, was er vor Jahren für immer aufgegeben hat? Sein Leben?
Kein Leben zu haben bedeutet nicht den Tod. Es bedeutet etwas Schlimmeres: Die Gleichgültigkeit. [Quelle]

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Hallo Ina! Danke, dass du dir Zeit für ein Interview mit mir nimmst. Magst du uns zunächst etwas über dich erzählen?

Zu mir: Ich liebe Kinderschokolade, Weißwein, Laufen, Tanzen und meinen Hamster. Am besten also mit Weißwein und Schokolade durchs Haus tanzen und dabei die Jeans nach einem langen Tag endlich in die Ecke schleudern. Ich wünsche mir ein Haus am Meer und ein kleines Flugzeug inkl. Flugschein. Momentan mache ich meinen Master-Abschluss in Psychologie, arbeite nebenbei in der Neuropsychologie einer Klinik und versuche die Rebellin in mir in Schach zu halten. Meine Gedanken sind ein einziger Aufruhr gegen Vorurteile, Ungerechtigkeit, alte Traditionen und verstaubte Werte. Und um dieses Chaos zu zähmen, schreibe und schreibe und schreibe ich. Oder schaue Serien. 😉

Wenn ich könnte, wäre ich gerne UN-Frauenbotschafterin.

Zum Schreiben benötige ich viel Ruhe, Sonne, richtig gute Musik und eine Idee, die mich begeistert.

Eine große aktuelle Herausforderung ist neben Studium und Beruf Zeit zum Schreiben zu finden und die ganzen Ideen in meinem Kopf zu ordnen. Ich suche nach DER Idee, die es wert ist in einem Buch zum Leben erweckt zu werden. Ich will über etwas schreiben, das nicht nur unterhält, sondern für etwas Wichtiges steht und auch nach dem Zuklappen des Buches im Kopf bleibt.

Mein Ratschlag an mein 17-jähriges Ich…
Hey, alles gut! Nach der Schule wartet so viel mehr. So viel mehr, das so viel besser zu dir passt als Kugelstoßen und Ableitungen.

Ich musste lachen. Etwas kitzelte mich am Bauch. Ich öffnete meine Augen, sie brauchten ein paar Sekunden, um sich an die Helligkeit zu gewöhnen, denn die Sonne schien mittlerweile zum Fenster rein. Milla (Schildkröte und beste Freundin) lag immer noch auf meinem Bauch. Sie knabberte an einem Stück Papier. Lächelnd legte ich meinen Kopf wieder auf die Lehne des Sofas, schloss die Augen und genoss die Sonne auf meinen geschlossenen Augenlidern.
Ein Stück Papier…
Ein Stück Papier? Ich stöberte in meinem Kopf nach Papier, das ich Milla gegeben hatte.
Widerwillig machte ich die Augen wieder auf, zog es Milla aus dem Mund und hielt mir das Blatt dicht vor die Augen.
He Junge! Gib mir das Ding wieder, es schmeckt gar nicht schlecht!
„Das ist nichts für dich, Milla.“
Ich versuchte, mir das Stück Papier näher anzusehen, aber vor meinen Augen tanzten noch gelbe Punkte. Das passierte mir immer, wenn ich zu lange in die Sonne geschaut hatte, selbst mit geschlossenen Augen. Nur langsam wurde mein Blick klarer. Und ich las:

Du wirst ein Spiel spielen, James. Nicht um zu gewinnen, sondern um zu leben.

Ich las es wieder und wieder. Es machte keinen Sinn. Ein Spiel spielen? Was sollte das heißen? Wer zum Teufel wollte hier ein Spiel spielen?

Du schreibst in Nichts mein Freund aus der Sicht eines männlichen Protagonisten. Wie kamst du auf die Idee und fiel es dir punktuell schwer dich in ihn hineinzuversetzen?

Es war eine ganz bewusste Entscheidung einen männlichen Protagonisten zu wählen. Ich wollte den Fokus auf die Handlung lenken und dabei keine Schminke, keine Haare (die gebändigt werden müssen) und keine tollen Klamotten beschreiben müssen. James konnte ich dreckige Sachen anziehen, mit Blut im Gesicht durch die Nachbarschaft laufen und sich wie ein unreifer Idiot verhalten lassen. Dies alles wäre natürlich mit einer weiblichen Figur auch möglich gewesen, doch fiel es mir bei einem jungen Mann viel leichter.

Und das ist dir wirklich super gelungen! Wie lange benötigst du für den ersten Satz in deinen Büchern, wie lange für den letzten? Und vor allem: was davon fällt dir schwerer?

Der erste Satz ist definitiv leichter. Der passiert einfach. Aber der letzte Satz ist unheimlich schwer für mich. Es ist ein Gefühl wie wenn man einen guten Freund gehen lassen muss, obwohl man ihn viel zu lieb gewonnen hat. Es ist wie ein Abschied, den man erst nicht akzeptieren will. Man wünscht seinem Protagonisten nur das Beste und hofft, dass er sich mal wieder bei dir meldet.

Das glaube ich dir, uns Lesern geht’s da ja oft ähnlich. Gibt es Schriftsteller die deine Vorbilder sind, dich eventuell inspiriert haben? Und wenn du einen treffen könntest, egal ob tot oder lebendig, wer wäre das?

Vorbilder sind auf jeden Fall Éric-Emmanuel Schmitt, J.K. Rowling und Jane Austen. Miss Austen würde ich unheimlich gerne treffen. Wer 1813 einen Roman wie Stolz und Vorurteil schreibt, hat meinen größten Respekt. Ich wünschte, ich wäre so mutig wie diese Frau es einst war.

Eines morgens wachst du auf und befindest dich an der Seite von James. Was jetzt?

Ich: „Ähm, hi. Ja, also. Hi?“
J. nickt und geht Richtung Haustür.
Ich: „Moment, warte! Du gehst?!“
J: „Klar. Billy wartet nicht ewig.“ Und er ist weg.
Panisch laufe ich hinterher.
Ich: „Nur eine Frage! Bitte!“ Abwartend bleibt er stehen und sieht mich – wie es für ihn so üblich ist – leicht genervt an.
Ich: „Was ist mit ihr? Was ist mit euch?“
Ein leises, warmes Lächeln schleicht sich auf seine Lippen. Er sieht mich mit seinen tiefen, ehrlichen Augen an, zuckt mit den Schultern und läuft die Straße entlang weg von mir.
Stumm winke ich ihm hinterher. Dasselbe Lächeln im Gesicht.

Wo können interessierte Leser deine Bücher kaufen?

Bei Amazon, Thalia und Weltbild als E-Book. Bei Amazon auch als Taschenbuch.
Signierte Bücher nur bei mir persönlich am besten über E-Mail oder Instagram, dies dauert leider etwas (abhängig davon wie viel Zeit ich gerade habe), aber ich mache das sehr gerne und habe immer Freude daran persönliche Zeilen zu schreiben.

Vielen Dank für Deine Zeit & Mühe! Und natürlich viel Erfolg weiterhin!

Ich danke dir, liebe Nicole!

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Meine Rezension

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Ich hoffe ihr seid neugierig auf das Buch geworden. Allen potentiellen Lesern wünsche ich ganz viel Spaß! Ich kann euch die Geschichte, die Themen wie Freundschaft, Familie, Liebe, Vergebung und Selbstfindung beinhaltet, definitiv empfehlen.

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