„Füll die Buchlücke“ mit Evil Eye von Etaf Rum

Bei der „Füll die Buchlücke“-Aktion zeige ich euch, was ich aktuell so lese. Und dieses Mal habe ich einen Titel dabei, der mich gleichzeitig fesselt und stellenweise richtig wütend macht.

Für meinen heutigen „Füll die Buchlücke“-Post habe ich euch ein Buch aus dem Pola-Verlag mitgebracht, das ich jetzt endlich mal begonnen habe. Die Geschichte handelt von Yara, die auf den ersten Blick ein „perfektes Leben“ führt. Sie hat zwei Kinder, einen Ehemann, einen guten Job. Ein Zwischenfall auf der Arbeit bringt aber einen Stein ins Rollen, der Yara zeigt, dass sie im Inneren nicht glücklich ist und vieles aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt.

Ich lese gerade..

Die Hauptfigur ist Yara und ich finde sie: authentisch. Yara struggelt mit ihrem alltäglichen Leben, das eben nur genau das ist: alltäglich. Sie macht ihre Aufgaben, die sie aufgrund dessen überhaupt zu erledigen hat, weil sie eine Frau ist. Sie kümmert sich alleine um den Haushalt, um die beiden Kinder, sie geht arbeiten und umsorgt ihren Ehemann. Irgendwann bricht es aus ihr heraus, und ihrer Wut gilt mein voller Zuspruch. Dieser Moment führt dazu, dass sie beginnt, ihr Leben zu hinterfragen: Was macht sie glücklich? Was belastet sie? Und was schleppt sie aus der Vergangenheit mit sich herum?

Ich bin auf Seite 242, zumindest sagt meine Reado-App das. Bisher habe ich 56 % von Evil Eye gelesen, leider gibt es im E-Book keine Seitenzahlen. Ich hoffe, dass ich das Buch diese Woche noch beenden kann, da ich es unglaublich fesselnd finde.

Bisher gefällt mir das Buch, weil: ich Yara so intensiv begleiten kann. Ihre Gedanken und Gefühle sind so greifbar, obwohl sie aus der dritten Person erzählt werden. Ihre Geschichte ist schmerzhaft, emotional und bringt mich ständig zum Nachdenken. Ich bin häufig richtig wütend darüber, wie mit ihr umgegangen wird, und kann gut nachvollziehen, warum sie mal laut wird. Und auch, warum sie es eben manchmal nicht schafft.

Wenn ich dem Buch jetzt eine spontane Bewertung geben müsste, wären das 5 Sterne. Evil Eye lässt mich nicht los, selbst dann nicht, wenn ich gerade nicht lese. Ich denke über Yaras Geschichte nach und frage mich, wie ich selbst handeln würde. Gleichzeitig weiß ich, dass ich das Ausmaß nie ganz begreifen kann, weil ich nicht betroffen bin. Yaras Familie stammt aus Palästina, sie selbst ist in den USA (Brooklyn) geboren, hat aber auch viel Zeit mit ihrer Großmutter in der Heimat verbracht. Sie erlebt Rassismus, begegnet Vorurteilen am Arbeitsplatz und stößt immer wieder auf mangelnde Empathie. Ich bin dankbar für dieses Buch und wünsche mir sehr, dass es viele Menschen lesen werden.

Zum Schluss schreibe die ersten beiden Sätze auf, von der Seite, die du aktuell liest:

Ein Eindruck von Evil Eye, Kapitel 26:

»Ich denke dadurch viel über meine Kindheit nach und … ich weiß auch nicht. Es ist schwer zu erklären. Ich will ja selbst, dass es mir besser geht. Wirklich.« »Und warum geht es dir dann nicht besser?« Sie schluckte und fasste sich an die Kehle. »Es fühlt sich an, als stünde etwas im Weg.« »Was denn?«

»Das ist es ja. Ich habe keine Ahnung.« »Ich verstehe das nicht«, sagte er kopfschüttelnd. »Wie lange willst du deine Kindheit denn noch benutzen, um dein Verhalten zu rechtfertigen? Manche Leute müssen auch noch als Erwachsene mit ihren Eltern klarkommen. Du hattest zumindest das Glück, dass du wegziehen konntest.«

Etaf Rum, Evil Eye (Kindle-Positionen 2951-2957)

Hinweis: Ich habe den Artikel bereits am Donnerstag vorgeschrieben, es ist also möglich, dass ich jetzt schon weiter im Buch bin.


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2 Antworten zu „„Füll die Buchlücke“ mit Evil Eye von Etaf Rum”.

  1. Heute bin ich nicht dabei weil ich noch an dem Buch dran bin was ich letzte Woche vorgestellt habe.Deins könnte mir auch gefallen werde ich mir auf meine Liste setzten.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende

    Liebe Grüße

    Manuela

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    1. finds bisher richtig, richtig gut. und es macht mich richtig, richtig wütend :D

      danke, wünsche ich dir auch! <3

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Ich bin Nicci

nicci

Seit Oktober 2022 lebe ich in Kärnten (Österreich) und schreibe hier über alles, was mich beschäftigt und mir Spaß bereitet – etwa Bücher, verschiedene Videospiele, Filme und Serien. Ich liebe Horror, feministische Bücher, kleine Roboter und Kaffee.

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