Yara hat auf den ersten Blick das perfekte Leben – ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, einen Ehemann und zwei Töchter. Aber irgendetwas fehlt ihr und sie merkt, dass ihre unbewältigte Vergangenheit eine immer größere Rolle spielt.
Der Beitrag ist aufgrund von Links und Kaufempfehlungen als Werbung gekennzeichnet. Das Buch ist ein eBook-Rezensionsexemplar, das ich vom Verlag via NetGalley für eine ehrliche Rezension erhalten habe.
Evil Eyes bei pola (Bastei Lübbe) | Evil Eye bei Amazon
Autor*in: Etaf Rum, Übersetzer*in: Heike Reissig
Seitenzahl: 433, Preis: 22 € (HC)
In Evil Eye geht es um Yara, die nach außen hin quasi das perfekte Leben führt, mit einem Ehemann, zwei Töchtern und einem guten Job. Aber tief im Inneren spürt Yara, dass ihr etwas fehlt. Das führt dazu, dass sie beginnt, ihr komplettes Leben zu reflektieren und zu hinterfragen.
Dabei setzt Yara sich intensiv mit ihrer Vergangenheit auseinander und knüpft Verbindungen zu ihrem heutigen Ich. Stück für Stück findet sie heraus, was sie eigentlich selbst vom Leben will, und ob sie an irgendeiner Stelle „falsch abgebogen“ ist. Es wird deutlich, dass sie lange Zeit dachte, sie sei auf dem richtigen Weg, was aber primär daran lag, dass andere diesen Weg für richtig hielten, sie selbst aber nie so richtig darin vorkam. Das führt letztlich dazu, dass Yara zunehmend unzufrieden, verzweifelt und wütend wird.
Aufgrund eines Vorfalls an ihrem Arbeitsplatz beginnt Yara schließlich eine Therapie. Hier zeigt Etaf Rum sehr eindrucksvoll, dass so ein Heilungsprozess nicht immer reibungslos verläuft. Yara werden immer wieder Steine in den Weg gelegt, besonders wenn Therapeut*innen sich schlichtweg nicht in ihre Lebensrealität versetzen können oder wollen – das Thema Rassismus spielt hier eine zentrale Rolle.
Warum wollte die Welt nicht anerkennen, dass Identität und Privilegien bloß Geburtszufälle waren? Wie viel mehr Empathie würden die Leute wohl besitzen, wenn sie begriffen, dass ihre Stellung im Leben nicht dadurch bestimmt wurde, ob sie Gutes taten oder Fehler begingen, sondern reine Glückssache war, ein Münzwurf?
Etaf Rum, Evil Eye (Kindle-Positionen 712-715).
Auch ihre Ehe und ihre Rolle als Mutter nehmen viel Raum in der Geschichte ein. Yaras innere Zerrissenheit ist beim Lesen regelrecht spürbar. Besonders ihr Mann Fadi hat mich zeitweise unfassbar wütend gemacht. Man kann zwar argumentieren, dass sein Verhalten ein Produkt seiner Erziehung und Sozialisation ist, aber ich denke, man kann sich im Laufe seines Lebens durchaus weiterentwickeln, reflektieren und es irgendwann einfach besser wissen – und vor allem machen.
Dieses Buch hat mich unglaublich tief reingezogen und gleichzeitig so wahnsinnig wütend gemacht. Es ist aber auch hoffnungsvoll. Mein Kopf ratterte beim Lesen quasi durchgehend, weil ich über die geschilderten Szenen und Dialoge immer wieder nachdenken musste.
»[…] Meine Probleme sind nichts dagegen.«
»Bei traumatischen Erfahrungen gibt es keine Hierarchie des Leids«, erwiderte Esther. »Auch wenn Sie sich vielleicht nicht vorstellen können, dass Ihr Schmerz gerechtfertigt ist – er ist es, glauben Sie mir.«Etaf Rum, Evil Eye (Kindle-Positionen 4382-4384).
Fazit: Insgesamt ist Evil Eye eine sehr bewegende Geschichte, die viel mit mir gemacht hat. Ich merke es daran, dass ich heute, auch Wochen nach dem Lesen, immer noch oft an manche Szenen und an das Buch im Ganzen zurückdenken muss. Ich kann wirklich jeder Person empfehlen, die Geschichte von Yara zu lesen. Übrigens ist das E-Book aktuell reduziert.
Anmerkung: Evil Eye beschäftigt sich mit Themen, die potenziell triggernd sind. Beachtet deshalb unbedingt die Triggerwarnung hinten im Buch.
Inhalt zum Aufklappen
Nach außen hin führt Yara ein perfektes Leben: Sie hat ein abgeschlossenes Studium, einen guten Job, erzieht parallel die beiden Töchter und bereitet das Abendessen vor, wenn ihr Mann nach langen Arbeitstagen nach Hause kommt. Doch wieso fühlt es sich nicht richtig an? Woher kommen ihre Unzufriedenheit, ihre Wutausbrüche, ihre zunehmende Verzweiflung? Als Yara nach einem Zwischenfall auf der Arbeit gezwungen wird, eine Auszeit und psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, kommt ein Stein ins Rollen und sie beginnt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Evil Eye erzählt von der Bedeutung eines erfüllten Lebens und wie unsere unbewältigte Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst.
Quelle: pola













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