Rezension: Space Chef – Dave the Diver im Weltall?

Ich habe mir das neue Spiel Space Chef auf Steam angeschaut – eine Mischung aus Restaurantsimulation und Rollenspiel. Aber ist es was für Cozy-Gamer?

In Space Chef, dem neuen Mix aus Kochsimulation und Rollenspiel, erkundet ihr Planeten und Raumstationen, bekämpft außerirdische Wesen und versorgt eure Kundschaft mit leckeren Speisen.

Für mich klang das erst mal richtig interessant, denn ich liebe sowohl Simulationsspiele, als auch Rollenspiele, in denen ich viel erkunden kann. Space Chef hat dazu einen witzigen, comichaften Grafikstil und bietet eine Mischung aus so ziemlich allem. Hier liegen jedoch auch seine Schwächen, aber fangen wir vorn an.

Das Gameplay von Space Chef

Was macht man denn eigentlich in Space Chef? In Space Chef startet ihr nach dem Charaktereditor auf eurem kleinen Raumschiff, das euch überlassen wurde, inklusive ein paar Ressourcen. Ihr könnt also schon mal euer erstes Gericht kochen und es an Kundschaft ausliefern. Eure Kundschaft befindet sich um euch herum im Weltall, das ihr mit eurem Flieger erkundet.

Aufgepasst: Rammt ihr andere Schiffe mit eurem Flieger oder fliegt zu nah an die Sonne, bekommt ihr Schaden ab. Ihr könnt euren Flieger aber an der Tankstelle reparieren lassen und zudem euren Booster auffüllen.

Nach und nach deckt ihr also die Map auf, findet neue Planeten und damit gleichzeitig neue NPCs, Pflanzen, Nahrungsmittel, Ressourcen und feindliche Kreaturen. Je mehr ihr aufdeckt, desto mehr Rezepte erhaltet ihr, die ihr zum Kochen und zum Craften nutzen könnt.

Ihr habt eine Lebens- und eine Energieanzeige. Feindliche Kreaturen greifen euch an, wodurch ihr Schaden bekommt – ebenso, wenn ihr in Minen lauft oder auf schädliche Umwelteinflüsse trefft. Sterbt ihr, werdet ihr in eurem Flieger oder an dem Eingang wiederbelebt. Und solange ihr genügend Energie habt, könnt ihr sprinten. Ist die Energie komplett aufgebracht, müsst ihr schlafen gehen.

Die Mechaniken im Spiel sind also konkret:

  • Basis ausbauen, erweitern, dekorieren
  • Mahlzeiten kochen
  • Items & Maschinen craften
  • Flieger & Ausrüstung verbessern
  • die Map & die Planeten erkunden
  • Ressourcen sammeln
  • feindliche Kreaturen töten
  • mit den NPCs quatschen & Quests annehmen
  • Mainstory verfolgen

Was mir an Space Chef gefällt – und was nicht

Was mir direkt positiv aufgefallen ist, ist der coole Grafikstil. Auch mag ich die Sounds in dem Spiel, vieles fühlt sich immersiv und „saftig“ an. Die Steuerung hingegen ist jedoch ein Punkt, der mich oft gestört hat. So sind vor allem Kämpfe eher clunky, denn: Zwar kann man Waffen ausrüsten und benutzen, aber man kann Angriffen nicht ausweichen, nicht springen und der Bewegungsablauf ist irgendwie eingeschränkt. Das Steuern des Fliegers ist auch nicht besonders einfach. In einer Rezension auf YouTube wurde es mit dem Steuern eines Einkaufswagens im Laden verglichen, und da kann ich zustimmen.

Das Kochen und die vielen Rezepte, die man nach und nach freischaltet, finde ich supercool. Die Rezepte sind sinnvoll und kreativ, jedoch dauert es lange, bis es da mal weitergeht. Ich habe in verschiedenen Videos gesehen, dass man irgendwann sogar ein eigenes Restaurant hat. Aber auch nach 12 Stunden war bei mir noch kein Restaurant in Sicht und ich musste die Mahlzeiten an die Kundschaft ausliefern, die sich auf der ganzen Map verteilt.

Das führte bei mir dazu, dass ich mich entscheiden musste: Will ich mein Koch-Level weiterskillen? Oder will ich Ressourcen sammeln und erkunden? Will ich Quests erledigen? Das Problem daran ist, dass alles irgendwelche bestimmten Skill-Level (egal ob Kochen, Erkunden, Mining oder Farming) benötigt, ebenso aber bestimmte Ressourcen und Items. Wo ich die Ressourcen und Items bekomme, weiß ich allerdings nicht (immer).

Einerseits ist es cool, dass man fast alles selbst herausfinden muss, andererseits kann es für den einen oder die andere mühsam sein, nie so wirklich zu wissen, was überhaupt gerade zu tun ist. So gibt es keine Quest-Marker und auch keine klaren Beschreibungen. Zur Hilfe gibt es Radiomeldungen mit Hinweisen, aber auch die helfen nicht immer weiter.

Es handelt sich hier also definitiv nicht um ein nettes Cozy-Game, das man gemütlich nebenbei zocken kann. Es ist grindy, man muss alles selbst herausfinden, das Spiel nimmt einen nicht an die Hand. Man kann gewisse Bereiche auf der Map frei erkunden, für manche benötigt man aber erst einmal eine bessere Ausrüstung. Dadurch, dass man erstmal viel sammeln, kochen und im selben Gebiet herumdüsen muss, wird das Spiel schnell repetitiv.

Das Spiel wird in manchen Reviews gerne mit Dave the Diver verglichen, da manche Mechaniken ähnlich sind: Man erkundet, sammelt Ressourcen, schaltet immer bessere Rezepte und Items frei, verkauft Gerichte an Kundschaft und erweitert sein Restaurant. Da ich beide Spiele gezockt habe, muss ich sagen, dass ich Dave the Diver sowohl umfangreicher als auch weniger repetitiv fand. Der Progress fühlte sich „flotter“ und belohnender an – obwohl man hier sogar einen Großteil seines Loots verliert, wenn man stirbt.

Fazit: Space Chef ist kein gemütliches Spiel für Cozy-Gamer, könnte dagegen aber Fans von Rollenspielen ansprechen, die Spiele bevorzugen, die sie nicht an die Hand nehmen. Es regt zum Tüfteln und Erkunden an und kann manche Spieler*innen sicherlich auch dadurch motivieren, dran zu bleiben, um Progress zu machen. Andere könnten aber schnell unmotiviert sein, weil es recht schleppend weitergeht.

Space Chef ist am 28. Oktober 2025 erschienen und kostet rund 12,50 € auf Steam.

ProContra
es gibt einen (kleinen) CharaktereditorKämpfe sind clunky
cooler GrafikstilAufträge sind nicht immer klar
tolle Sounds & tolle Musikeingeschränkte Bewegung (kein Springen)
das (halbwegs) freie Erkunden und Entdecken macht SpaßProgress ist eher laaaangsam
kreative Rezepte zum KochenSchiffsteuerung ist ungenau
beim Tod verliert man nichtses wird schnell repetitiv
süße außerirdische Wesen (feindlich & freundlich)

Anmerkung: Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar dieses Produkts über https://www.keymailer.co erhalten.


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nicci

Seit Oktober 2022 lebe ich in Kärnten (Österreich) und schreibe hier über alles, was mich beschäftigt und mir Spaß bereitet – etwa Bücher, verschiedene Videospiele, Filme und Serien. Ich liebe Horror, feministische Bücher, kleine Roboter und Kaffee.

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