Rezension: Hero von Katie Buckley

Hero ist Kellnerin, ihr Partner ist Chefkoch. Als die Frage aufkommt, ob sie heiraten wollen, bekommt sie Panik. Was bedeutet es überhaupt, die Frau von jemandem zu sein? Und wer profitiert davon?

Der Beitrag ist aufgrund von Links und Kaufempfehlungen als Werbung gekennzeichnet. Das Buch ist ein E-Book-Rezensionsexemplar, das ich vom Verlag via NetGalley für eine ehrliche Rezension erhalten habe.

Das ist der Inhalt: Im Grunde handelt die Geschichte davon, dass Hero gefragt wird, ob sie ihren Partner heiraten will. Daraufhin ergreift sie quasi die Flucht und reflektiert ihre bisherigen Erfahrungen mit Männern. Außerdem geht es durchgehend um die Frage nach der Selbstbestimmung einer Frau und darum, was es bedeutet, die Frau von jemandem zu sein. Will man das überhaupt? Und wer profitiert eigentlich davon?

Glaubt ihr, fragte ich, ihr wart mit einem Mann jemals vollkommen ihr selbst? So, wie wir es miteinander sind? So wie jetzt? Wenn die Männer uns hören könnten, würden sie es nicht fassen, sagte Tex. Sie würden glauben, wir schauspielern ihnen zuliebe. Ja, sagte The Kid, wenn man alle Anteile meines Charakters entfernen würde, die sich an ein männliches Publikum richten, weiß ich nicht, wie viel von mir noch übrig wäre.

Katie Buckley, Hero (Kindle-Positionen 676-680)

So war mein Start in die Geschichte: Da ich ein Fan des pola-Verlages bin, habe ich spontan Hero angefragt und als E-Book-Rezensionsexemplar erhalten. Hero hat mich von Anfang an in den Bann gezogen, was unter anderem an der ungewöhnlichen Erzählweise lag.

Es handelt sich hierbei nicht um einen klassischen Roman, der entweder aus der Ich-Perspektive oder von einem allwissenden Erzähler erzählt wird, sondern vielmehr um die fast schon monologartige Erzählung einer Frau, die über Selbstbestimmung, Liebe und die Bedeutung, die Frau von jemandem zu sein, nachdenkt – und dies quasi ihrem Partner mitteilt.

Die Gedanken sind dabei teilweise sehr sprunghaft, was dafür sorgen kann, dass manche Leser:innen eventuell Schwierigkeiten haben, in den Lesefluss zu finden. Mich hat es jedoch total gecatcht. Falls euch die Erzählweise stört, kann ich euch das Hörbuch empfehlen, da fällt die ungewöhnliche Struktur weniger auf. So gibt es im Buch selbst keine wörtliche Rede, im Hörbuch fällt das nicht ins Gewicht.

Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich beim Lesen am liebsten laut „Ja!“ gerufen hätte, wie oft ich zustimmend genickt oder wütend den Kopf geschüttelt habe – vor allem bei den Unterhaltungen mit ihrer Mutter, die eine Ehefrau ist (bzw. war). Dabei geht es um die Rolle der Frau und patriarchale Muster, in denen viele Ehefrauen feststecken, während sie das Abendessen für ihre Ehemänner kochen.

Ich weiß nicht, ob das reicht. Ich weiß nicht, ob mir das reichen wird. Sie lächelte mich an und fuhr mir mit dem Daumen über die Fingerknöchel. Nein, sagte sie. Mir hat es nie gereicht.

Katie Buckley, Hero (Kindle-Positionen 2266-2268)

Fazit: Hero ist eine kluge und feministische Geschichte über Selbstbestimmung und die Solidarität unter Frauen, aber auch über die Liebe und darüber, ob es reichen kann, „die Frau von jemandem“ zu sein. Die Geschichte hallt auf jeden Fall nach und regt zum Nachdenken an.

Bewertung: 4 von 5.

Hero bei pola (Bastei Lübbe) | Hero auf Amazon
Autor:in: Katie Buckley, Übersetzer:in: Sonia Bonné

Inhalt zum Aufklappen

Kann man lieben und trotzdem frei sein?

Sie ist Kellnerin, er ist Chefkoch. Früher waren sie befreundet, aber jetzt sind sie verliebt und leben zusammen in einem kleinen Appartement. Als er sie bittet, ihn zu heiraten, gerät Hero in Panik. Denn eines will sie auf keinen Fall sein: die Frau von. Daher nimmt sie sich sieben Tage Bedenkzeit, in denen sie sich schonungslos befragt: Wer ist sie, und was will sie?

HERO ist eine Geschichte darüber, was es für Frauen bedeutet, Nebenfiguren in einer von Männern geschriebenen Welt zu sein. Wie ist es möglich, man selbst zu sein, wenn man das Produkt der Fantasie anderer ist?

Quelle: pola (Bastei Lübbe)

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2 Antworten zu „Rezension: Hero von Katie Buckley“

  1. Karin

    Hallo Nicci,

    hm, bei dem Fazit…..ist mir persönlich die Wortwahl mit….. „die Frau von jemandem“ zu sein besonders negativ aufgefallen.

    Für meinen Geschmack falsche Wortwahl…man ist nie nur die Frau von jemandem…denn der „jemand“ hat einen Namen…Vor/Nachname…keine unsichtbare Person..einen Beruf…

    Ich finde, mit diese Wortwahl macht man sich als Frau unnötig „klein“/unbedeutend

    Denn jede Frau doch so vielschichtig …..Freundin..Geliebte…..Partnerin….Mutter….Tante..usw.

    LG..Karin..

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    1. genau das ist der punkt, dass man durch eine ehe unbedeutend werden kann :) und dass es primär für männer einen vorteil hat, nicht aber für frauen. das ist der im buch gewählte wortlaut.

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Seit Oktober 2022 lebe ich in Kärnten (Österreich) und schreibe hier über alles, was mich beschäftigt und mir Spaß bereitet – etwa Bücher, verschiedene Videospiele, Filme und Serien. Ich liebe Horror, feministische Bücher, kleine Roboter und Kaffee.

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